Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 32 (7.8.1861)
- Date
- 1861-08-07
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2446984-2447016--00839-2456047- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
39L falschen Beschuldigungen -eS Herrn Rabbiner Stein erkennen, wovor sich unsere Gegner zu fürchten haben, und was uns noch fehlt und Noth thut. Möchten die frommen Nabbinen und Gemeinden sich eng an einander anschließen und in allen wichtigen Angelegenheiten, — und noch ehe sie eintreten — 7N2 .i: '72N sein; möge Keiner die Schwäche besitzen, seine Würde höher, als die Sache zu stellen, und ihr etwas zu vergeben fürchten, wenn er dem Andern entgegenkommt. Möge Niemand einen, nach seinem Dasiirhalten von dem Andern gemachten Fehler damit wieder gut gemacht halten, daß er nunmehr denselben Fehler macht, und möge endlich unsere Zeit eine solche werden, von der man sagen kann:;'z,'202 111.1 '-irn« Lübeck. Die jetzige Lübeck - Moislinger Gemeinde war bis zum Jahre 1848 in dem kleinen Orte Moisling, eine halbe Stunde von hier entfernt, vereint. Seit dem Jahre 1848, wo durch gemeinsamen Beschluß des Senates; und der Bürgerschaft endlich auch den iu hiesigem Staate wohnenden 1Ä) jüd. Familien volle bürgerliche und späterhin auch gewerbliche Gleichberechtigung mit den christl. Mitbürgern eingeraumt würde, zogen nach und nach icke einzelnen Familien aus dem sie äußerst einschränkenden, verkehrlosen Moisling hierher (nach dier Staht), und ist bereits seit 1857 der Rabbinats- sowie der GemerudeverwaltungSsitz hierher verlegt. Seit jener Zeit verliert sich auch der früher in hiesigem Staate! -so fühlbar gewesene Neligionshaß und steht nament-l lich unser würdiger Herr Rabbiner Adler bei der Regierung sowohl als auch bei der Gesammtheit der Einwohnerschaft Ln hohem Ansehen. M. Oesterreichischer Käiserstaa^ Marienbad. Am 18. Ab ward das nenbegründete jüdische Hoipital eingeweiht. Herr Comerzienrath Hey mann aus CopenHagen, der unlängst die Ehre hatte, den König von Dänemark an seiner Tafel zu brwirthen, augenblicklich zur Kur hier anwesend, feierte an demselben Tage das Jahrgedüchtniß seiner verstorbenen Mutter und verrichtete in der zum Hospitale gehörigen Synagoge das erste ttadisch-Gehct. (AbanjvLr) (tzönez (Ungarn), den 23. IM Herr Majerfi Jehuda, Korrespondent des „Magyar Jzraelita," ist in Nummer 21 des genannten Blattes bescheiden genug zu sagen: „er habe kein Recht,* d. h. Keffer ausgedrückt: eS stehe nicht in seiner Macht, die vom ehrwürdigen Szcnteser Rabbiner, Herrn Goldzieher, in Erlau gehaltene Rede z« beurtheilen. Wir, die wir Herrn Majerfi Jehuda zwar persönlich nicht kennen, schenken ihm in dieser Beziehung auch ohne Rücksicht aufden talmndischsn Grundsatz: .1X22 IM' u'u 12X0 L1X gebührenden Glauben. Das: „Mich hat sie nicht vergnügt"— engem nem gyönyörködtetett — „sie war — deutsch" — n6met voll — scheint zu dieser Annahme das vollste Recht uns zu geben, indem die Kanzel noch keine Bühne und die Predigt noch immer kein Lustspiel geworden ist. Wer die Rede des ehrwürdigen Hrn. M. H. Goldzieher versteht und beurtheilen kann, wird höchstens, wenn er seinen PatriotisrnuS zeigen will, sagen: ungarisch wäre sie zeitgemäßer gewesen. Es ist doch sonderbar, daß diese Herrn sogar die vorzüglichsten Männer Herunterreißen, wenn sich ihnen dabei, die Gelegenheit darbietet, ihren Patriotismus bester zu erkennen zu geben! Soll denn die Zunge der religiösen Autoritäten/ die kein ungarisch verstehen,, deren wir! in Ungarn nicht wenige haben, weil sie der ungarischen Sprache nicht mächtig, gänzlich verstummen, und das Wort Gottes ihren Gemeinden nicht mehr verkünden? Einer solchen Ansicht rönnen nur solche Herrn sein, die entweder eine Rede wirklich nicht verstehen, oder wenigstens deren Werth nicht zu schätzen wissen. Sogar der „Pesti Hirnök"- der größte Judenfeind, , hat diesen Gegenstand am allerwenigsten berührt, z j Die Anmerkung: „Arg genug", wäre eher dem Setzer, als Hrn. 1)r. Rokonstein, dem Redakteur, zuzuschreiben. Es möge uns der Allmächtige vor solchen Füchsen, die den Weinberg des Herrn verwüsten, künftighin bewahren. Ignatz Goidürin. Schweiz. Vüden, im Juli. Voriges Jahr hatte ich Gelegenheit, Ihnen über den. in der kleinen Gemeinde Baden herrschenden religiösen Sinn zu berichten und wie so rasch das nöthige Geld zu einer .in iLO zusammenkam. Heute kann ich Ihnen nun melden.