Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1861)
- Date
- 1861-07-31
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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380 talmudischeS Wissen und streng religiöses Vorleben ' den Schleier der Vergessenheit und Nachsicht zu I welsen. Nichts destoweniger und eben deshalb ist es die dringende Aufgabe und heilige Pflicht der Rabbiner, die unter ihrer leitenden Aegide dem Rabbinerstande , sich widmenden Schüler anzncisern, sich das nationale Idiom anzueignen; denn hiedurch eben leisten sie der Orthodoxie die besten und ersprießlichsten Dienste, verhindern das Eindringen der O'vpin in den rurnn 'i und können so manche wider ihre gute Absicht erlittene Scharte wieder auSwetzen; indem sie wie bei all ihrem Denken und Thun auch hierin den weisen Regeln von v'rn folgen, die da gelehrt haben: Op.-.^n.12'- > S. H. Fischmann. Rabbiner.! _^ ss.'- .. F e u i l teL o n. Jedensbiläer aus äer. VrrZMZensteU Ismrls.! l». ' n I!! sNack lälmud, Midrasch und andrrn (bazadismkn)D>christkn.)!! (Fortsetzung.)! ' Die übrigen Bewohner der Weltj hatte» Gott vergessen und dienten Götzen von Holz und Stein; als König herrschte Nimkod in SicherhD, und die ganze Erde war ihm unterworfen. Eine Sprache herrschte damals auf der ganzen Erde und ihre Bewohner waren eines Sinnes. Da versammelten sich alle Großen des Nimrod: Put, Mizraim, Kusch und Kenaan nach ihren Familien und sie sprachen, der Eine zum Andern: „Wohlan, wir wollen uns eine Stadt bauen und in ihr einen Thurm, besten Spitze in den Himmel hineimagt; so werden wir einen großen Namen erlangen, werden beherrsche» die ganze Welt und nicht zerstreut werden über den Erdboden.* Als sie dem Könige ihren Plan mittheilten, billigte er denselben; nunmehr versammelten sich gegen 600,000 Männer; sie suchten eine geräumige, für ein so großes Werk geeignete Ebene und fanden eine solche, zwei Tagereisen groß, im Lande Schinar und fingen an, den Thur« zu baue«. Aber der Bau ward ihnen zum Verbrechen; de« Himmel zu erstürmen beschlossen die Thoren, Gott zu bekriegen und ein Götzenbild im Himmel aufz» stellen. Jn's Ungebeure wuchs bald der Bau, so daß es ein ganzes Jahr dauerte, bis das Baumaterial von unten hinausgeschafft wurde. Fiel ein Mensch herunter und starb, so achteten sie -eß wenig, entfiel aber ein Ziegelstein der Hand, so daß er zerbrach, so erhoben sie darob ein großes Wehklagen. Schon glaubten sie des Himmels Feste mit ihren Pfeilen erreichen zu können; die, welche sie abschosten, sielen blutroth wieder herunter und triumphirend riefen die Thoren: „Wir haben Alles erschlagen, was im Himmel ist.* Das aber war von Gott, damit der Wahn ihres Herzens sich offenbare. Als l nun ihr Frevelmuth den höchstens Grad erreicht hatte, da verwirrle Gott ihre Sprachen, so daß Einer den Andern nicht verstanh: „Gib mir eise Axt,* forderte i der Eine; der Andere verstand ihn nicht und reichte einen Stein, mit dem dann der erste im Grimme dem zweiten de« Hirnschadel zerschmetterte. Unsägliche Verwirrung entstand, bis sie i allesammt de» Bau verließen,! eine jede Familie, nach ihrer Sprache sich zusammenfindend, eia ande- - res Land aufsuchte; so zerstreute sich das Menschen- . gcschlecht über die ganze Erde. Ein Drittel des ThnrmeS verschlang die Erde, ein Drittel verzehrte das Feuer, das vom Himmel kam, und ein Drittel; verwitterte, so daß die Ruinen als Denkmal bliebe«! der Thorheit und des Wahnes. Abram zählte zu : jener Zeit 43 Jahre. — Nimrod wohnte in Babel und sammelte die Trümmer seines zerstörten Reiches. Alle diese schk.mmen Ereignisse nahm er sich nicht zu Herze», sondern wurde nur noch grausamer und böser. . Abram verließ endlich das Haus des Noach und kehrte in'S Vaterhaus zurück. Der Götzendienst, ' oer hier getrieben wurde, verwundete sei« Herz und; that wehe seinem lichtvollen Geiste; er bekhüch, die ' Welt eine- Besseren zu bekehren. Erst ließ er sich! von Baker und Mutter über das Wesen dieser - Götzen unterrichten. Da wurde ihm dann feierlichst! versichert, das seien die Schöpfer von Himmel und i Erde, und der Menschen Wohl und Wehe liege in ihrer Hand- — Eines Tages, als Abram allein in