Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 31 (31.7.1861)
- Date
- 1861-07-31
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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372 '! sehnsuchtsvoll nach dem Lande der Väter sich richtete? Und mit Recht! Mehr noch als gar Mancher eS ahnt, ist unser gegenwärtiges Geschick an jenes Land und seine isr. Bewohner geknüpft. O, jene glücklich Unglücklichen, die an den heimathlichen Stätten unsres Volkes athmcnl glücklich, weil es ihnen vergönnt ist, den Kelch der Erinnerung bis auf die Neige zu leeren in jeglicher Minute, sich zu begeistern, sich zu berauschen in den Wonnegedanken, die jeder Stein, jeder Fleck Erde des heiligen Landes Hervorrust, glücklich, weil sie leben ein Leben der Tugend und Gottesfurcht, glücklich, weil sie der Hei math zu Liebe mit Noch und Elend kämpfen Tag und Nacht! unglücklich, ob dieser Noth und dieses Elendes. Gestern, am Sabbat Nachamu, hatten wir das Vergnügen, Herrn Joseph Blumenthal aus Paris bei uns zu sehen; dieser würdige, gottessürchtige Mann, -der in einem einzigen Jahre ganz allem in der einen Stadt Paris gegen 8000 Franken zum Besten unsrer armen Brüder Ln Jerusalem gesammelt hat, war schon zweimal im heiligen Lande und hat dort Monate zugebracht und alle Verhältnisse aus eigener Anschauung aufs Genaueste kennen gelernt. Am Sabbate des Trostes mußten wir bei seinen herzergreifenden Schilderungen die Thränen gewaltsam zuruckhalten. Ein Leben der Noch und des Elends, des Hungers und des Durstes leben unsre Brüder im heiligen Lande. Ihre Wohnungen enge und düstere Höhlen, ihr Getränk oftmals halbverfaultes Wasser, ihre Speise so kärglich, daß sie nicht sättigt. ... — Eine lange Reihe von Namen ehrwürdiger, der Thora beflissener Männer, hat Herr Blumenlhal notirt, Männer, die am Nochwendigsten, an Speise und Trank Mangel leiden, die fast mit ihren Familien Hungers sterben. Wohl werden Gaben gesammelt allüberall, wohl ist die Bruderliebe LHLtig— pmpr, px '-mn nx p'222 es ist unmöglich durch bloße Almosen vor Mangel zu schützen. Herr l)r. Lorje in Frankfurt a. d^ Oder hat einen Colomsationvcrcin für Palästina gegründet und hat von Zweck und Tendenz des Vereins be-. reits häufig in diesen Blättern Mitthcikung gemacht Es ist dies (die Ermöglichung des Ackerbaues) das Mittel, die israelitische Bevölkerung in Palästina nicht allein zu erhalten, sonder« auch zu vermehre». Viele, viele Einrichtungen (cmpn) haben dereinst unsre Weisen getroffen, um den Besitz von Grundstücken im heiligen Lande zu fordern pp'ri und die Beförderung von '-w*;-!X ins" ist uns eine heilige Pflicht. Außerdem hat uns die Directum des Vereins darüber beruhigt, daß für strenge Handhabung der pix2 rmro, der Gottesgebote , deren Erfüllung sich an das heilige Land knüpft, Sorge getragen werden soll. Mn dreifacher Zweck wird demnach erreicht werden. Es wird für Versorgung vieler! Armen im heiligen Lande und für die Ernährung derselben, es wird für ^x 2^, es wird für Unterstützung armer Talinide Ehachamim, wozu ein Theil des Ertrages der Colonie verwandt werden soll, gesorgt werden. Herr Blumeuthal, der, wie wir bereits erwähnt haben, die Verhältnisse des heiligen Landes ans eigener Anschauung genau kennt, verspricht sich viel von diesem Vereine; er hält die Jnslebenrusung einer solchen Colonie für das geeignetste Mittet, der erschrecklichen Noth einigermaßen abzuhelfen. Wir wünschen dem Vereine die lebhafteste Betheilrgung und das beste Gedeihen und sind gern bereit» zu seiner Förderung mit unfern schwachen Kräfte» beizutragen. »v2V 'n Ärn -x-ns» j "2 Mu Misckrr Armenunä DitzervwknMgen in Jerusalem. L. in L. 10 Thaler. I. L. Schönfärber in Dornheim 3 fl. 30 kr. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. MoMrNK bei Lübeck, 10. Juki. Vorige Woche ist Herr Rabbiner Adler als Vertreter des 9. Landwchrbezirks mit 119 Stimmen von 16t in die Bürgerschaft des Lübecker Freistaates gewählt j worden, nachdem er denselben Bezirk bereits seit dem