Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1861)
- Date
- 1861-07-03
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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326 Völker des Sllterlhums, denen sie, wie sie meinten, nicht nachstehen wollten, verlangte. Unsere Vorfahren sielen dem Götzenthume in die Arme, um nicht mehr denn jedes Volk sein zu wollen und darum gingen sie zu Grunde. Wenn auch ihre Nachkommen nach dem babylonischen Exile mit besserer Erkenntniß und mit geläuterten Ideen, da sie dort von ihrer krankhaften Verblendung, durch die sie Zum Götzendienste verführt worden waren, geheilt wurden , den Monotheismus wieder herzustellen suchten: so blieb der reine Geist des JudenthumS doch nicht lange in ihrer Mitte. Denn das Völkerthum, in dessen Mitte sie lebten, übte den nachtheiligsten Einfluß auf sie, obschon sie sich alle Mühe gaben, abgesondert zu bleiben. Griechisches Wissen und der verfeinerte griechische Geschmack in Kunst und Wissenschaft lockte auch sie an und mit der Einführung hellenischer Sitten und Gebräuche, die auf das ästhetische Gefühl großen Eindruck machten und dem Sinnengenusse allzusehr schmeichelten, als daß sie ihm aus die Dauer nachhaltigen Widerstand entgegensetzen konnten, machte auch eine neue Anschauungsweise in Israel sich geltend, deren üble Folgen sie später schwer zu büße» hatten. Zwar erhob sich, als der Hellenismus sie fast gänzlich zu verschlingen drohte, ein kleiner Nest, der sich in der Reinheit des Bäterglaubens erhalten hatte, kräftig und jugendlich, und selbst fremden Völkern, denen sie m vielfacher Hinsicht nachahmten, sich in die Arme warfen, um sich auf dem usurpirten und unsicher» Thron behaupte« zu können. Und was war die Folge davon? Das mackabäische Haus, so glorreich eS zum Heile Israels emporzublühen begonnen, eben so schmäh voll war sein Untergang. Es hatte unjüdifche Elemente in sich ausgenommen, diese unter das Volk verbreitet und dadurch!ein Halbjudenthum gebildet; darum kam ein Fremder, Herodes, der idomitische Halbjude, der, weil ihm nichts heilig war, das jüdische Nationalgefühl mit Füßen trat und baute nach der gänzlichen Ausrottung der blühenden Sprösslinge der Hasmonäer auf den Ruinen derselben eine» noch schwankender» Thron auf, der nun der Spielball der römischen Machthaber wurde. Dieser kriechende Nömerfreund verkaufte mit einem, dem Judenthume abgeneigten Herzen ganz Israel, ließ das Blut der edelsten Personen in Judäa , die seine» Neuerungen und den von ihm eingeführten heidnischen Gebräuchen sich feindlich entgegensetzten, in Strömen fließen und entheiligte und entweihete das Land durch seine, die Gunst seiner Gönner erweckende Einrichtungen und Prachtbauten, die aber so nachtheilig aus Israel wirkten, daß sie die unversöhnbare Rache Gottes beraufbeschworen, die nicht eher wieder besänftigt werden konnte, bis der treulose Römer, die heldenmüthigen', für Gott und sein Gesetz in die! Schranken tretenden Sohne des gottesfürchtigen Priesters Mathitjahu suchten durch ihren starken Arm diesem, dem ganzen jüdischen Geschlechts Verfall drohenden Unwesen dadurch zu steuern, daß sie jede fremdartige, dem üppigen hellenischen Boden entsprossene Lebensblume aus Israel entfernten und dieses wieder zurücksührten in das alte Gleise seiner! ursprünglichen Reinheit und Unschuld. Doch konnte I durch eingetretene Spaltung und durch Zerwürfnisse ' im Herzen des eigenen Volkes dieser, von allen l fremdartigen Einflüssen geläuterte Geist des Juden- > IhumS sich nicht lange mehr auf seinem Höhepunkte; erhalten. Tie Bahn, fremdartigen Gewohnheiten und fremden Institutionen nachzuhängen, war einmal gebrochen, und diese gänzlich wieder zu verrammeln, war keine Möglichkeit mehr in Aussicht, zumal die Herrschsüchten Nachkommen jener gottbegeisterten, für die Freiheit kämpfenden mackabäische» Helden nachdem das idomitische Regentenhaus in sich selbst zerfallen und untergegangen war, dem Reiche Israel ein Ende machte. — (Schluß folgt.) Mu MiDer Armenunä Dilgenvoknüngen in Jerusalem. Durch Lehrer M. AnSbach er in Mönchsroth: Gebr. Marx in Monchsroth 15 fl.; abz. Porto 14 fl. 40 kr. Durch Rabbiner Weißbart in Allersheim (zweite Sendung): Samuel Adler 2 fl. 2t kr.; S. Stern 27 kr.; I. Neumark 30 kr.; Aron Fried lein tä kr.; S. Anschel Friedlein 18 kr.; Auschet Friedlein 1 fl.; S- Abr. Friedlein 12 kr.; S. Jeremias Friedlein 6 kr.;'L5b Rorh stein 6 kr.; Smder Gr bäum 12 kr.; Mel Grüubaum 24 kr.; Iüchim