Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1861)
- Date
- 1861-06-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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309 Räche wißen nicht zu entscheiden, wer von ihnen den Vorzug verdient : die Jungfrau, welche so treu ihren Schwur gehalten, der Jüngling, der sie so uneigennützig freigegeben, oder der Ränder*, welcher die schon erfaßte Beute zurückerstattet hat. Theile du mir, o Salomo, deine weise Entscheidung mit." Und jetzt, ihr erfahrenen Männer, bin ich, nachdem ich schon reiflich die Sache erwogen, begierig, auch euer ürtheil zu vernehmen. Redet." — „Mein Herr und König, sprach da der Netteste, wer könnte dir, dem Weisesten aller Menschen Etwas sagen, was hu nicht schon wüßtest? Da du aber befiehlst, so rst les meine Pflicht zu gehorche». Ich bin der Ansicht, daß die Jungfrau am edelsten gehandelt habe. Darin eben spricht sich die wahrhaft gute Gesinnung des Menschen am reinsten und schönsten aus, daß er treulich erfüllt ein jedes Versprechen und daß ihm sein Wort ein Heiligthum ist. Das gute Mädchen war bereit, das Glück ihres Lebens zu opfern, um das Wort nicht zu brechen, das sie als Kind gegeben." „Mir erscheint, sprach da der Zweite, des Jünglings Benehmen noch lodenswerther. Er hatte die Gespielin seiner Jugend nicht vergessen; er hatte sich seit Jahren mit dem Gedanken vertraut gemacht, sie dereinst als Gattin heimzuführen. Jetzt tritt sie ihm entgegen in vollendeter Schönheit der Seele und des Körpers, und er verzichtet, Um ihr Glück nicht zu zerstören." „Wohl, fällt da der Dritte rasch m's Wort, wohl haben die Beiden edel gehandelt; aber ihre That reicht noch lange nicht an die des Räubers. Nicht allein, daß er die schöne Beute hat fahren lassen, auch das Geld, das Geld hat er ihnen zurückgegeben. Hatte er auch die Personen freigegeben, wozu brauchte er noch die vielen Schätze fahren zu lassen!" Da erhob sich Salomo plötzlich voll Majestät, sein zürnender, strafender Blick trifft den Schuldbewußten: „Du bist der Dieb!" donnert e: ihm entgegen. „Du hast deine Gefährten beraubt; du beklagst den Verlust des Geldes, das du nie gesehen und besessen, weil dein eigneä Herz von Habsucht erfüllt ist. Du hast nur jetzt dein Inneres aufgedeckt — ich habe in deinem Herzen gelesen." — Da erzittert der Unglückliche und gesteht betroffen seine Schuld. Den Boten des Königs, die ihn mit sich führen, zeigt er, wo er das gestohlene Geld verborgen, und erduldet dann die ihm gebührende Strafe. Seine Gefährten aber erhalten ihr Eigenthnm zurück und preisen allüberall die Weisheit des großen Königs. — A N z e i g e n. Mit Beschwerden wegen unregelmäßiger Zusendung wolle inan sich an daS betreffende Postamt, resp. BrrchlMdlnng wenden! Di« löblichen Duchhandlungen M. Glliugee in Pretz bürg, Al. Poppelauer in Berlin, neue Friedrichsßraße, Nr. öl und Äuöpflmacher Sk Söhne in Wien, die Herren M. S. Isaac S» Sohu, Herausgeber des Jewish Messcager ln New-Uork, boben für unser Blatt Agentur über-! nsonnen.! Die Expedition de-JSraelit. Bekanntmachung. Ge «ckt Lprache. Offenen franco an Simon^Mai Sk Gomp.^in Nottingham. trollen nä' ön den Verstand der Vcn,rinde, unter ^msendung jdrcr Zeugnisse, wenden. ^Müllhel» (Baden), den 9. Juni 1861. ' ' . Marz Mayer.. i