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Der Israelit · 1861-06-12 · Heft 24 (12.6.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 24 (12.6.1861)
Date
1861-06-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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M üblichen Prozedur einer ConcurS-Eröfftrung als auch durch das vollständige Gelingen dieser Wahl sich das schönste Zeugniß ausgestellt, daß sie einerseits durch Berufung einejungen , wissenschaftlich gebildeten Rabbiners dem fortschreitenden Zuge der Zeit huldigt, anderseits aber eine wahre und richtige Anschauung hat von jenen Hohepriestern, die da glauben, Gott weiß was den» Judenthum geleistet zu haben, wenn sie ein in'zk wpz oder N22 durch Gutachten wegreformirten. Sehr lobenswerth ist es ferner, daß die Gemeinde in der Uebcrzeugung daß der Doctor-Titel ebenso wenig den Rabbiner mache als der breite Hut und der Talar, sich durch Erkundigungen bei den Gemeinden seiner frühern Wirksamkeit über seine Persönlichkeit, Mer seinen Character die vollste Uebcrzeugung verschaffte. Die K—er Gemeinde hat gleichfalls die „Stuhlweißenburger Wirren" mit Aufmerksamkeit verfolgt, ist aber dadurch nicht in Verwirrung gerathen und gerade wegen der konservativen Richtung, die darin mit Muth verfochten wird, ist die Wahl des Herrn vr. G. einstimmig erfolgt. Den ironischen Bemerkungen gegenüber , Herr vr. G. sei kein Mann, der sich durch literarische Leistungen oder durch segenvolle Wirksamkeit hervorgethan, sondern der vielgewanderte Tcschen-Auße-Stuhlweißenburger Rabbiner, haben wir nur ein Lächeln. Herr vr. G. ist nach allen Zeugnissen seiner srühern Gemeinden ein Redner, der mit jugendlicher Frische von der Kanzel herab eine wohlchuende nicht destruktive Aufklärung zu verbreiten weiß, der überall sein vorzüglichstes Augenmerk auf die Jugend gerichtet, der sich durch Gesinnungstüchtigkeit bewährt hat. Wir wollen Hrn. vr. G. nicht ein meweuto, sondern nur einen freundlichen Wink geben, daß man in Kollin reich an erhebenden Erinnerungen ist, wir brauchen bloS aus die Namen lnpn und hinzuwcisen; daß es in K. sehr herrliche Institute gibt, welche zur Förderung der Humanität wie auch der traditionellen Kenntniß des JudenthumS als Hebe! dienen. Wir können Hrn. vr. G. die erfreuliche Aussicht bieten, daß er in allen Gemüthern einen recht empfänglichen Boden finden werde, möge er nur in seinem ernsten Streben mit derselben Energie fortfahren, mit der er bisher gewirkt hat. M. DisorsnÜ NZSoHsburA» 27. Mai. Die hiesige Gemeinde verdient als eine der vorzüglichsten unseres Vaterlandes heroorgehoben zu werden, denn sie scheut weder Opfer noch Mühe, die erhabensten Institutionen unsrer heiligen Religion zu erhallen. In Verbindung mit der hiesigen Hauptschule blüht eine Talmud-Thora-Schule unter Leitung des gelehrten Herrn Direktors vr. Eisler, der sich in Verbindung mit den andern Lehrern bemüht, die Saat echten jüdischen Glaubens in die Herzen der Jugend zu säen — Am verflossenen Vcßach-Feste wurde Herr vr. Feuchtwanger, Rabbiner zu Neutra in Ungarn zum Rabbiner für Rickolsburg creirt, hat aber leider die Wahl abgclehnt. — ES ist recht zu bedauern, daß wir der Führung eines Seelsorgers entbehren, denn Nickolsburg ist noch eine Gemeinde, die einen herrlichen Boden bietet; unser Veiy Hamidrasch wird fleißig besucht und unsere Geschäftstreibenden feiern den Sabbat aber dem schönen Garten fehlt des Gärtners sorgsame Hand; wir richten daher die Bitte an den löblichen Gemeindevorstand, nicht zu ermüden, bis uns ein frommer, gelehrter und tüchtiger Rabbiner geworden. H. G. Belgien. Vrrrsskt, 5. Juni. Es wurde bereits in diesen Blättern darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig die Errichtung jüdischer Restaurationen in den Badeorten für daS daselbst Heilung suchende jüdische. Publicum sei. In dem berühmten Seebade Ost ende, wo keine Juden wohnen, haben die Herren CH. Frank u. Cie. von hier nicht allein eine solche während der Saison vom l. Juli bis zum 1. November etablirt, sondern sie haben auch bei der steten Anwesenheit vieler jüdischer Badegäste dadurch einem dringenden Bedürfnisse abgeholsen, »daß. i sie eine Synagoge entrichteten, in der an Sabbat- und Festtagen Gottesdienst abgehalten wird. Da die Saison in einem Seebade für den Nachsommer am wichtig- ' sten ist, so wird es dadurch den Heilung suchenden i Kranken ermöglicht, während der hohen Feiertage dort zu bleiben. Ein solches Entgegenkommen dem religiösen Bedürfnisse verdient Aufmunterung und Anerkennung. —s. tBerlage zs Mro. SL deS Israelit).

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