Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 22 (29.5.1861)
- Date
- 1861-05-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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zwischen Gesetz und Geschichte unterscheiden müssen. Wir glauben zwar in Bezug aus den Kernpunkt der Heiligen Literatur, um den sich Alles wie um einen Mittelpunkt bewegt, in Bezug aus die daß streng genommen kein Unterschied zu machen sei; denn sowohl der erzählende Theil, als auch der gebietende soll uns vollkommener machen und in ein engeres Verhältniß zum Göttlichen bringen. Alles ist das Wort Gottes und verdient in gleichem Maaße unsere Achtung und Ehrfurcht. Da wir es aber hier mit der Kritik oder mit der Ursache derselben, der Zweisclsncht, zu thun haben, idicß aber an der Geschichte weit mehr Gelegenheit hat, sich ru zeigen, als an den Geboten, und an der Geschichte in einem ganz andern Character zum Vorschein kommt als an den Gesetzen, so wollen auch wir in unserer Betrachtung diese beiden Elemente so weit als möglich von einander trennen. ' Wir wollen mit der Geschichte anfangen. Was kann hier wohl Grund zu Zweifel geben? Was kann uns veranlaßen, die Wahrheit des in unserer Literatur uns Ueberlieserten nicht anerkennen zu wollen? Gewöhnlich ist es entweder Unglaublichst des Erzählten an sich, oder Widersprüche innerhalb der Literatur selbst, oder endlich widersprechende Zeug niste außerhalb unserer Literatur. Die Unglaubllchleit ist.überall vorhanden, wo ein Wunder erzählt Ed. Warum bleibt der Mensch beim Wunder staunend stehen und möchte gern den Begriff desselben wegstreichcn? Der vernünftige Mensch, der auf Alles aufmerksam ist, über Alles nachdenkt, möchte gern auch hier die nahen und ferneren Ursachen des Ereignisses erkennen, er will gern wißen, auf welche Weise dies in's Werk gesetzt wurde, da die alltäglichen Erscheinungen ihn hierüber nicht genügend ausklären wollen. Der unvernünftige Mensch, will die Wunder ganz einfach deshalb nicht glauben, Nil er durch dieselbe gezwungen ist, eure Macht anzuerkennen, die ihm in seinen Handlungen SchranlkN setzen kann. Allein was ist ein Wunder? Doch nichts Anderes als eine seltene Ausnahme von den alltäglichen Erscheinungen. Was ist, fragen wir Leiter, die Ursache der alltäglichen Erscheinungen in der Natur? Die Kräfte, die in den Näturkörpern iltzen, heißt eS; die Kräfte sind aber weiter nichts, als Namen, die unser Verstand den Eigenschaften der Körper beilegt. Was ist die Attraction ander-, als die Eigenschaft der Körper, diese Erscheinung hcrvorbringen zu können? diese Eigenschaft ist daher nicht getrennt von den Körpern zu denken, und ist mit den Körpern za gleicher Zeit in's Dasein gennen. Der Urheber der Körper, must auch der Urheber der Kräfte der Natur sein. Gibt es nun ein Wesen, das nach eigenem Willen die Körper sammt ihren Eigenschaften .hat aus dem Nichts in'S Dasein rufen können, warum sollte denn dasselbe Wesen, wenn seine Weisheit es für ersprießlich hält, ein Gesetz der Natur zu einem bestimmten Zwecke abzuäudern nicht im Stande sein! Wir wollen das größte Wunder, mit dem unsere Literatur beginnt, die Weltschöpfung, etwas näher betrachten, ohne gegen die Vorschrift pre zu verstoßen. Darüber ist jetzt fast Alles einig, daß dem Materiellen etwas Ideelles vorangegangen sein muß, welches das Materielle Hervordringen konnte. Ein göttliches Wesen hat die Welt erschaffen; daß aber die Welt so erschaffen worden ist, wie unsere Lehre berichtet, will Vielen nicht glaublich scheinen. Sie behaupten, das Ergebniß der Naturforscher, die aus den bisher gemachten Erfahrungen rückwärts schließen, und daher mehr Glaubhaftigkeit als die Philosophie beanspruchen können, stimme mit dem in der heiligen Lehre Erzählten nicht überein. Sie sprechen von Millionen Jahren der Weltbildung, von Dunstballen, die die Himmelskörper anfangs gewesen seien, von der Abkühlung und Verdichtung derselben, ehe sie die jetzige Gestalt angenommen haben. Man mag in diesen Erklärungen aber so weit gehen als man will, immer ist man genöthigt, zu einer ideellen Ursache zurückzukehren, welche die Abkühlung beroorgernfcn. Welcher sterbliche und kurzsichtige Mensch, fragen wir, ist wohl im Stande, der göttlichen Macht Schranken zu setzen; wer möchte es ihr wohl verbieten, diejenigen Revolutionen, die nach Berechnung der Naturforscher, Millionen von Jahren erfordern, in einem kürzeren Zeiträume auszuführen? Der größte Scharfsiun des Denkers wird nicht im Stande sein, den Moment zu bestimmen, von welchem an der Schöpfer das Weltall den Naturgesetzen übergeben hat. Nun kommen aber einige Bidekerklärer und sagen, die Schöpfungs-