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Der Israelit · 1861-05-08 · Heft 19 (8.5.1861) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 19 (8.5.1861)
Date
1861-05-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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22b Blicke erschauen den Aufgang der Sonne, die nur das Tageslicht und die Wärme uns spendet; was mußten erst unsere Väter empfinden, als sie erschauten den Aufgang des Lichtes der Welt, als Gott 21 NX W2'2, aus seiner Rechten ihnen das Licht der Gotteslehre strahlen ließ? X722 1,22 22, H177 '7X^22 2,'22 127 den Engeln wurden fie gleich/ die ewig anschauen des Allherrn Majestät; den» Gott hatte sie getragen auf Adlerfittigen und sie gehoben zu sich empor. Das Gotteslicht ist's, das an jenem Tage ausging dein ganzen Menschengeschlechte, dem es zu bringen Israel der auserwählte Bote war. Freuen wir uns dieser erhabenen Bestimmung. ' Tiefe Finsterniß hatte die Welt umnachtet, das Menschengeschlecht irrte freudlos und gesetzlos einher, alle höhern Güter des Lebens waren den unter dem Adamsfluche Schmachtenden entschwunden, nirgends fand Erkenntnis, nirgends fand Tugend eine heimische Stätte, nirgends schimmerte ein Licht, das über das Vergängliche hinaus zum Eisigen und Unvergänglichen geleuchtet hätte — und unsere Väter waren verachtete Sclaven im Egypterlande. Da befreiet Gott diese verachteten Sclaven, hebt sie zu sich empor, führt sie an seinen heiligen Berg und läßt ihnen leuchten die Sonne der Gotteserkenntn iß »zündet ihnen an das Licht der Gottesthat und um glänzt sie mit der Ewigkeit Strahlen. ' P1X2 'l'2x 12 X12, 21122 21X7N .-iM.-Vi, '22, '22 1'Z'pb i'2ä' '211X 1212 2'22 X^>V2' O1OL221 2222222 1VX 2'77PV2 '22L2 ^2 1Z>'2U 222727! 252^12 211L1X 222 OV'PTi 2,11222 2^V22, O1'P2 1X!^21, 1XL22 O7i2 (221p 22'7i2) -ZVSZ 7NX2 IVX. „Mein Herz, mein Herz, die Gotteslehre und der Mensch — ihre Verbindung, das ist das Licht Gottes auf Erden. Durch ihre Uebereinsiimmung und Verknüpfung wird das ganze Haus des Lichtes voll: es werden aufgedeckt vor deinen Augen die Schätze der allgemeinen Weltlenkung, und eS entspringen dir die Quellen der Thaten, deren du dich rühmen magst, indem du bleibst ewig beherrschend die Begierden der Zeiten, ganz so wie deine Seele sich sehnt."! Also malt uns ein alter Dichter unseres Volkes mit glühenden Farben die Bereinigung des Menschen und der Thora, der Thora, die da ist eine Flamme des ewigen Himmelsfeuers. Er erzählt uns, daß wir in der Vereinigung mit ihr die höchste Erkenntniß finden, daß fie allein uns die Gottesthat üben lebrt und daß durch sie uns Unsterblichkeit beglücken wird. 7111X 12'2 2'27! X222' 212-722, 2222222» Die Durchdringung und Vereinigung der Thora mit dem Menschen erfüllet unsere Welt mit Licht.' In jener grauen Urzeit, da Gott sich nns noch nicht offenbart hatte, bedeckte tiefe Finsterniß das Menschengeschlecht. Alles Sinnen und Trachten, alles Wollen und Ueberlegen war nur auf das Nächste, auf das körperliche Bedürfniß gerichtet; da ging die alte Lehre vom einzigen, allmächtigen Gott der großen Menge verloren — kein Volk bewahrte sie, nur einzelne Auserkorene hielten sich rein vorn Schmutze des Götzendienstes. Der gelammten Menschheit aber galt das ihr nächstes Bedürfniß Bedingende als Gottheit. Eine lange, lange Reihe von Jrrthümern zeigt sich da dem prüfenden, die Geschichte durchforschendem Blicke. Einzelne Natnrkräfte, geringe Theile der großen Schöpfung, wurden als Götter verehrt, je nachdem dieses Volk auf Dieses, jenes Volk auf Jenes hingewiesen war. Da war Nichts zu hoch und Nickis zu gering, das nicht als Gottheit wäre verehrt worden, der Himmel und die Erde, die Sonne und die Gestirne, der befruchtende Fluß und das zerstörende Ungeheuer, das nützliche Hausthier und die giftige Schlange, der gewaltige Held und der verkrüppelte Zwerg, der glänzende Edelstein und der Staub auf den Füßen, die hohe Eeder und das um die Mauer sich schlingende Schlingkraut. Das Eine so verwerflich wie das Andere erniedrigte den thörichten Menschen noch unter seinen Götzen. 222 222 ir?x 22 o.i'wip i'2' 22122 sind doch wie fie, todt und verdorrt. Alle, die fie gemacht, ein Jeglicher, der auf sie vertraut. Treue und Redlichkeit, Tugend und Sitte ist nicht bei einem Volke zu suchen, das in thörichtem Wahne sein eigen Händewerk verehrt, dem da fehlt die erste Grundlage aller Sitte und alles Rechts, der Gedanke an! den allmächtigen Gott. — Wie Finsterniß die Geister umnachtet hielt, so hatte sie sich auch der Gemüther bemächtigt; freudlos und trostlos wankten die Menschen dahin, bejammernd des Lebens Plagen

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