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Der Israelit · 1861-05-01 · Heft 18 (1.5.1861) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 18 (1.5.1861)
Date
1861-05-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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222 Zwar sind diese Regierungsdiener auf unserem Boden ausgewachsen, aber sie sind eben nur dessen üngerathene Sohne; denn nur erbärmliche Menschen sind bereit zur Ausführung barbarischer Anordnungen, wahrend jeder Gewissenhafte und Biedere verächtlich auf sie herabblickt.; Warum denn hat man vor 1331 solche Ungesetzlichkeiten nicht gekannt? Darum weil vor jener Epoche die Aemter sich in den Händen derer Mqnner befunden haben, die beseelt' waren von Liebe zum Vaterlands und dem Wöhle der Untertanen; die gegenwärtigen Beamten hingegen sind mit wenigen Ausnahmen, im höchsten Grade demoralisirt, kennen weder Liebe zum Vaterlands noch das Wohl seiner Söhne. ' > Fast vor neun Jahren haben die AdelSmarschälle, besorgt um das Wohl des Landes, uns zu Nutz und Frommen Vorschläge gemacht, wovon wir uns selbst zu überzeugen Gelegenheit hatten; indeß sind diese Vorschläge an der Regierung erfolglos vorübergegangen. Als der Allmächtige endlich Se. Mas. Kaiser Alexander II. auf den Thron berief, da schöpften wir frische Hoffnung, daß uns eine neue Sonne aufgehen würde. Leider aber dauert die Nacht' ununterbrochen fort. Denn es trat her diabolische Verrather M* auf, der sich mit Individuen seinesgleichen umgab, mit Feinden Polens, mit Verfolgern der Juden, der uns unablässig in jden Augen des Monarchen anfchwärzte und verleumdete. Als aber dennoch eine -Aufforderung des Monarchen erging, man möge Vorschläge zu einer Erleichterung machen, fuhr man nichtsdestoweniger in so scheußlichen Anschwärzungen fort, wie man sie seit Herr Zeiten HamanS nicht mehr gekannt hat. Glaubet aber nicht, daß sich damals kein uns günstiges Wort vernehmen ließ; eS saßen im Rathe mehrere! Ehrenmänner, gute Polen, die alle Landeskinder ohne Unterschied liebten, welche ihre Stimme zu unserer Vertheidigung erhoben, aber das war eine Stimme eines in der Wüst«' Rufenden, da sie von einer dem Vaterlande feindlichen Partei üdertönt wurde. i AL' diese Thatsachen sind uns Landesbewohnern wohlbekannt. Noch nicht zufrieden damit, hat man das böse Spiel so weit getrieben, daß man alle möglichen Mittel ausgeboten, um einen Zwiespalt im Lande herauszubeschwören, in der Absicht, seine Lebenskraft zu untergraben; durch die Tagespreise unterstützt» hat man einen leidenschaftlichen Parteihaß der Edelleute gegen die Juden hervorgerufen, damit unsere Sudsistenzmittel fort und fort gefchmäkert würde«. Um den krassesten Zwiespalt zu erzeugen, verschmähte man eS selbst nicht, den religiösen Fanatismus in seinen Dienst zu nehmen. Denn als vor drei Jahren in der Stadt Turek ein leidenschaftlich erregter christlicher Volkshausen in der Nacht deS Versöhnungsfestes unsere Tempel zerstörte, die heilige Stätte entweihend, die Gesetzesrollen zerriß, und die Juden wegen dieser Schandthaten bei der Negierung Klage erhoben: erinnert Ihr Euch noch, welche Antwort gegeben wurde? „daß in dem neuen Strafgesetzbuche der jüdischen Feiertage keine Erwähnung geschehen sei." So lauge Polen Polen ist, hat man von dergleichen schauderhasten Thaten niemals und nirgends gehört." Aus OberscLiefieir. In diesem geschätzten Blatte No. 13 L 14 findet es Rabdiner Oe. Hildesheimer (Noihgebrungene Erklärung mon» 1) auffallend, daß Naschi Jebamath 21, 1. mx.-» '.in rwre 2X71;2 von ox.2 2x.i nx 'x abhängig macht und nicht vielmehr von 2x.i p 2xrr 'nx 'x. Ich weiß nicht ob ich irre, aber mich dünkt, Herr Rabbiner H. habe übersehen, daß der Talmud ibiä. 2 ausdrücklich die Worte hat: 2rn 'kirr 're 'NX 'X OWQ 2X7» ',2 OXN 'NX X V? 1NU1 ':2, N^p 2X2 vxn j2 2X2; also vollkommen wie Nascht. DaS Monitum paßt demnach nicht auf Naschi, sondern auf deu Talmud.*) Ich möchte außerdem unmaßgeblich meinen, der Talmud sei der Ansicht, da selbstverständlich zwischen 2xn 'NX und vxn '«ix eine eminente Verschiedenheit obwalte, so stehe eine Verwechselung nicht zu befürchten, so lange nicht bei 2xn 'nx auch ein nx -m anzutreffen ist. ^ck voeem N2L? erlaube ich mir, auf 2v'.i 1x2 aufmerksam zu machen. Der E. Haöser C. 15 ß. 3. im Namen des N"2 citirt, Laß Letzterer über nvn NL7X dem entgegen, xsn NX22 nx entscheide, was jedoch unrichtig ist, indem ^"2 idick. §. 18 mit u'u vollkommen ein- *) Bereits kaNr. 17 von H. vr. H. sekist berichtiget. Ned.

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