Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 16 (17.4.1861)
- Date
- 1861-04-17
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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199 Iosephus natürlich ist.Der Kricgsrath von Jerusalem bot nun dem TacitnS eine bequeme Gelegenheit zur Aeußerung seines Judenhasses und zur Entwickelung seiner Ansicht von der Gefährlichkeit des Christenthums für den römischen Staat (Leite 55—58.)" .... Wir geben nun die Bernays'sche llebersetzung der bercgten lat. Stelle aus der Chronik des Severus: „Es wird erzählt, Titus habe vorher eine» Kriegsrath berufen und berathfchlagt, ob er ein solches Bauwerk, wie der Tempel sei, zerstören solle. Einige nämlich meinten, man dürfe ein geweihtes Gotteshaus, das alles Menschenwcrk überstrahle, nicht vernichten, da seine Erhaltung zu einem Zeugnis; römischer Milde, seine Verwüstung zu einem unauslöschlichen Makel der Grausamkeit gereichert müsse. Andere dagegen nndTitus selbst stimmte dahin, gerade den Tempel müsse man vornehmlich zerstören, damit der Juden und der Christen Glauben vollständiger ausgeroltet werde. Denn diese Glaubcnsarten, ob zwar einander gegenüberslehend, seien doch von denselben Urhebern ausgegangen; die Christen seien aus den Hilden entstanden; sei erst die Wurzel sortgeschafst, so werde auch der Stamm leicht zu Grunde gehen." Wir haben nun einige bisher wie es scheint nicht beachtete talmndische Nachrichten näher in Erwägung zu ziehen, um den Bericht des Tacitus Severus über die Einäscherung des Tempels zu unterstützen. Zunächst erachten wir es als feststehend, daß in Hsom selbst über das Schicksal dcS Tempels keine Entscheidung geschehen, da sowohl Iosephus, wie Tacitus-Severus darin übereinstimmen, daß ausschließlich der Kriegsrath vor der Erstürmung Jerusalems durch Majoritätsbeschluß darüber entschieden habe. Daß Titus bei diesem Beschluß zur Majorität gehört haben muß, beweist sein brutales und herausforderndes Benehmen im brennenden Tempel; und wäre er für Erhaltung dieses ehrsurchtgcbietendeu Denkmals der Gottesverehrnng gewesen, so würde seine Autorität wohl jede Entweihung in dessen Räumen zn verhindern gewußt nnd fernznhalten vermocht haben, dahingegen ist uns ein ins Einzelne gehender Bericht der gewiß von Augenzeugen, von gefangenen und gefesselten Priestern gegeben, im Talmud ausbewabrt, der speciell von der Absichtlichkeit der Zerstörung und Entweihung des Tempels nnd seiner Heiligthümer von Seiten Titus zeugt: . . . . n N'2d n:2» 11'2 . .(2,.5 72')) n2'.->2.-» NX In der muthwilligen Beschädigung des heiligen Vorhanges liegt der klare Beweis der absichtliche» Zerstörung. — Wenn nun die absichtliche Entweihung und Herabwürdigung des jüdischen Heiligthums von Seiten Titus scststeht, wenn ferner in Nom selbst über das Schicksal des Tempels nichts entschieden worden und iw Talmud uns dennoch ferner berichtet wird (das. 2, : n 2' .1 rn n : unp 'i' ^'d2'7i NX -.^7>'2 NX, so kann der Ansdruck rr.2^.1 »sich nur aus den mehrcrwähntenKriegsrath nnd speciell auf. den kaiserlichen Prinzen Titus beziehen, dä Vespanian, der sich zur Zeit der Einnahme Jerusalems rn Nom befand, hieran keinen Antheil hatte.! A n z ei H e n. Mit Beschwerden wegen unregelmäßiger Zusendung wolle man sich an das betreffende Postamt, resp. Buchhandlung wenden! sucht eine Etrlle. Näkrrcö durch die Putzl'andlung voll S. S. Heiman« in An kl am.