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Der Israelit · 1861-03-06 · Heft 10 (6.3.1861) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 10 (6.3.1861)
Date
1861-03-06
Page
– (sequence 7)
Language
German
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iri Seligmann Gutmann 12 kr.; Hirsch Stern 0 kr.; Psenfer Gut mann 9 kr.; Moses Gutmann 6 kr.; Eva. Fr redmann, Wittwe, 9 kr.; zusammen 5 fl. 3eitnnflsnachr!chten. Deutschland. München, 19. Febr. Ein jüngst erschienenes Mnisterial-Nescript bezüglich der Gleichstellung der Israeliten mit de» christlichen Staatsbürgern Bayerns in gewerblicher Beziehung Hai bereits praüische Anwendung gefunden. Der hiesige Magistrat entschied in heutiger Sitzung, daß den Gesuchen von zwei Israeliten, von denen einer eine Pricchler, Gerechtsame kaufte und der andere eine Schneidet Gerechtsame pachtete, ohne sich ansässig zu machen, um Bewilligung zur Ausübung dieser „Rechte" kein Hinderuiß mehr cntgegenstehe. Bisher durften nämlich die Israeliten nur dann ein Gewerbe ausüben, wenn sie vorher die Ansässigmachung, resp. die Ausnahme in die Iudcnmatrikel, erlangt hatten. Jetzt sind sic nur mehr von Brau- und Wirtbsgewerben ganz ausgeschlossen. (F. I.) Preußen. Nvjiaseri, Ende Februar. In Ro. 6 Ihres geschätzten Blattes werden die Zustände in hiesiger jüdischer Gemeinde, in nicht sehr schmeichelhafter Weise geschildert, und Citate jüdischer wie christlicher Autoren angewendet, um dieselben so grell als möglich der Oesseutlichkeit zu übergeben. Wenn wir den Sinn der langen Rede ins Auge sasien, so gibt sich Referent alle Mühe, die seiner Meinung nach hier herrschende irreligiöse Richtung, dem gegenwärtigen Korporations-Vorstand zur Last zu legen. Weit entfernt einer solchen Darstellung milch nur mit einem Wort der Rechtfertigung zu entgegnen, können wir jedoch nicht umhin, die Entstellung durch Thatsachen zu widerlegen. Gottlob, noch herrscht in unserer Gemeinde der fromme, religiöse Sinn wie vor Jahrhunderten, und hat sich auch dem Vorstande noch kein „Geist der Verirrung reformsnchtigen Treibens/ wie Referent zu bemerken sich erlaubt, bemächtigt, noch ist im Gottesdienste nicht das Mindeste abgeschafft oder verändert! Thatfache ist, daß der Vorstand das Gotteshaus, dem dex Einsturz drohte und das außerdem keine hinreichende Räumlichkeit bot, auf eine anständige und dem Auge gefällige Weise herstellte und die Sitze, die früher nach allen vier Himmelsgegenden gezeigt, nach n-no anfstellen ließ, wodurch -er Gemeinde ein nicht unbedeutender Vortheil erwachsen ist, was auch von allen Einsichtsvollen dankbarlichst anerkannt wixd. Wenn Referent in dieses Abänderung, eine, dem Judenthume gefährliche Reform erblickt, über die Neuerungssüchtlcx Zeter schreit, und dieselbe gar eine Uinstuxzpartei nennt, so können wir ihn nur bedauern, aber nicht darauf erwiedern. Was das Abschaffen des Morenutitels betrifft, und zwar bei rvv>', so ist dies keineswegs die Neuerungssucht, auch nicht „der bezaubernde Klang von Christoph und Johann" wie sich Referent sehr geistreich ausdrückt, vielmehr eine den Umständen nach wohlthätige Einrichtung, damit den Unwürdigen die Gelegenheit benommen wird, sich nicht auch mit derselben Leichtigkeit den unverdienten Moreuntitel zu erschleichen, wie dies mit den erkauften Doctortite! gewisser Universitäten der Fall ist, und bekennen wir gern, daß bei vielen ehrenwertsten Mitgliedern hiesiger Gemeinde der Moreuntitel vollständig gerechtfertigt ist; diese jedoch werden von dem Verluste gar nicht'berührt, da ihnen ihr talmudischeS Wiffen, so wie die Achtung in ihrer ganzen Ausdehnung, auch ohne diesen Titel, nach wie vor, verbleiben. Der Korporations-Vorstand. ' Oe st erreich! scher Kaiserstaat. Imräbxuc?, l9. Febr. Der israelitische Friedhof ist neuerdings arg verwüstet worden, man hat fast alle Denkmale umgeslürzt, und die Marmorplatten zerschlagen. Das ist ein Seitenstück zum protestantischen Gottesacker, den man im vorigen Sommer zum Anbau von Gemüse, benützte.. Soll vielleicht damit die Gleichberechtigung der Religion^ > eingelcitet werden? (A. Z.)

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