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Der Israelit · 1861-02-27 · Heft 9 (27.2.1861) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 9 (27.2.1861)
Date
1861-02-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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schwer zu ergründen : die ganze hiesige isr. Gemeinde ist mein Zeuge. Noch ein unbedeutender Umstand ist dazu geeignet, auf die Darstellung des R. K. ein eigenthümliches Licht zu werfen; um seinen durch Hinzuziehung kleiner Nebenumstände Glauben zu erwecken, phantasirt er von dem mehr als frugalem Gabelfrühstück; unglücklicherweise für den frechen Lügner wird hier in Mainz einem uralten Gebrauche zufolge der übliche Gratulationsbesuch am Bar-Mizwah-Feste am Freitag-Abend nach dem Abendessen abgestattet, zu welcher Zeit auch der Bar-Mizwäh-Knabe die hält. Das heißt glücklich in der Erfindung. — Was außerdem noch von uns in dem betreffenden Artikel gesagt ist, ist ebenfalls eitel Lüge. Zweifellos sind die Infamien gegen den um das Judenthum hochverdienten Herrn Rabbiner Hirsch und gegen die andern in dem Blasphemie- Artikel näher gezeichneten, höchst ehrenwerthen Männer in Frankfurt a. M. und Amsterdam Nichts als Lügen. Sie zu widerlege^, würde zu weit führen, und wir haben uns mit dem Rabulistischen Klopffechter bereits zu lange beschäftigt. Mainz, 22. Februar. Die jüdisch-antijüdische Presse erfrecht sich von Tag zu Tag immer mehr Verleumdungen gegen die orthodoxen Rabbiner in die Welt zu streuen, nach dem verwerflichen Grundsätze: Verleumde nur frech darauf los, es wird schon etwas kleben bleiben. Nicht allein der Character, sondern auch das Wissen derselben soll verdächtigt werden, wie wenn talmudische Gelehrsamkeit von ->'M und N2L7 >ii unzertrennlich wären. Weil einmal ein oder der andere '"s ein Bischen hat „lernen" können, so soll das Talmudwissen sofort zur Prärogative dieser Menschenklasse gehören. So läßt sich PH i l i pps o n: in No. 8 seiner Zeitung von Paris aus schreiben: „Ich erlaube mir die Rabbiner unserer Zeit in zwei Klaffen zu theilen, in diejenigen, die etwas gelernt Haben, und in diejenigen, die orthodox sind. Ich will durchaus nicht die französischen Rabbiner hier mitinbegriffen wissen - da sie zu keiner dieser beiden Klassen gehören M (Und Philippson?) ^Weiter.unten? heißt es vonmirspssziGr;.^,Dieser.- hat, als er das zweite Jahr seines TrienniunHM Prag begonnennoch keine Mischnah verstanden, aus eigener Ueberzeugung, war aber sehr, sehr orthodox;" und ferner: „ich scheine so orthodox zu sein, daß ich R. Akiba nachahme und erst zu 4K Jahren etwas zu lernen anfangs." Dem gegenüber will ich nur das eine Factum anführen, daß mir gerade zu der angeführten Zeit Herr Oberrabbiner Rappaport zu Prag, eine doch auch wohl von unfern Gegnern anerkannte Autorität, — ich zählte damals 21 Jahre—die Morenu ertheilt hat. Der Schreiber jenes Correspondenzartikels wird, da er mich kennen will, wohl wissen, womit ich meine Tage und Nächte zugebracht habe und stets zuzubringen hoffe; aber nicht das „Lernen" mv rEp^>, um danach zu handeln, soll nach einer nagelneuen Erfindung als verdienstlich oder fruchtbringend gelten, sondern „das Lernen" -imp'?, um sich über das Gesetz zu erheben. Möge man mir diese Entgegnung nicht als aus Eitelkeit oder Unbescheidenheit entsprungen auslegen. Im Gegentheile, nur das Bewußtsein meiner geringen persönlichen Bedeutung und das Interesse der heiligen Sache, für die zu kämpfen ich so glücklich bin, konnte mich veranlassen, Obiges öffentlich auszusprechen, um die Verleumder — nun eben als Verleumder zu characterisiren. Ich unterlasse es daher, die mit mir verunglimpften hochachtbaren Männer zu vertheidigen, denn diese bedürfen der Vertheidigung nicht. Dr. Lehmann. Eßlingen, 17. Febr. Heute tagte hier eine zahlreiche Versammlung von Israeliten aus allen. Gauen des schwäbischen Vaterlandes, um gemeinsame Schritte zur vollen Erlangung der politischen Gleich berechtigung mit den christlichen Mitbürgern zu beruhen und zu thun. Die Lehrsäle der Wilhelmspfl ege wurden der Versammlung zu ihrer Berathung freundlichst überlassen. Herr Rechtskonsulent Heiden von Eßlingen begrüßte in schönen Worten die Versammlung und schlug, ihr den Oberjustizprokurator Heß in Ulm als Vorsteher des dortigen israelitischen Lesevereins, der die heutige Versammlung , angeregt hatte, - zum Vorsitzenden vor, was durch einstimmigen Zuruf angenommen wurde. Der Präsident wählte dann den Rechtskonsulenten

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