Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 8 (20.2.1861)
- Date
- 1861-02-20
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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90 Nach dem AusHruch^ unserer Weisen besteht die? eigentliche und höchste WeiheA de^Pud^fesE der erneuten und«. Wfestigten Aufnahme OD Thora? studiums und der Thoraerfüllung. Die Thora, die bis zu Mardechais Zeiten den Israeliten mehr äußerlich geblichen,, ihnen^ stets_M?unfreiwWg.überkMmen erschienen* war, waro^vonihsten' 'nächdieser? wunderbaren Rettung als der Kern ihres Lebens erkannt, und daher nimmt sie unter den herrlichen Errungenschaften, welche das der Rettung vorausge-' gangene namenlose Elend ihnen gebracht hatte, die erste Stelle ein, nim n n-n^r ND'y den Juden ward Licht, das Licht der GoLLeslehre. Es hatte bis dahin in Israel stets LWeWWTk^U^'e^dm^M' habeney Akt der Gesetzgebung als Men von Seiten der Israeliten unfreiwMgen, .welche die Annahme des Gesetzes als durch Furcht erzwungen, darzustellen gewußt hatten. Jetzt nun erkannten sie Alle, daß einzig und allein in Gottes Hand ' ihr Leben stehe - und daß - der wunderbare Schutz und die wunderbare Rettung ihnen nur um der Thora willen geworden, lO'p die längst empfangene Thora gewann neuen Halt bei ihnen. Das Wunder des Purimfestes ist das letzte, dessen Verzeichnung in die heiligen Schriften gestattet wurde; denn bis zu, W.. IMM^Mardtzchais' war der Endzweck aller Vorhergegangener Wunder die Bestätigung und Kräftigung der Gotteslehre/ Sie würden daher - in die Bücher der Propheten und h! Schriften gleichsam als ein Anhang zur Thora niedergelegt. Das letzte niedergeschriebene Wunder hätte nunmehr die Wahrheit und Göttlichkeit d er Thora sv''HrLstiguerwiesen/'daß'-es°-zur Bewahrheitung derseWen keines Wunders mehr bedürfte; die folgenden waren nur Rettung aus der Noch und deßhälb Äri2^ um r-r^ ward ihre Aufzeichnung in die heil. Schriften nicht gestattet. — Also ermahnet uns das Vörlesen der Megrllät Ester Abends und Morgens an die stete Beschäftigung mit der Götteslehre bei Tag und bei Nacht. Dadurch erlangen wir die höchste Stufe der Erkenntniß und' erheben unfern Geist zu jenen lichten Höhendie zu erklimmen unsere Bestimmung ist? ' - '? ' Eine aüdere Satzung des Purimfestes ist die Pflicht, sich" gegenseitig zu beschenken'und den Armen Almosen zu verabreichen? Es soll üns dadurch dar- . gestellt^werden -/dast^s^unseMPflicht ist, Freunde mnd^Arüder zu Hin,?dse Freundschastsgaben sollen ^die HreMdschaft und LDbe erWecken und erhalten. Warum willst du Haffen deinen Bruder in deinem Herzen? Siehe, er ist durch die engsten Bande Vft dir verbunden,, dein eigen Blut fließt. M seinen ÄdRE eEis^ der^SHÄRineVMigen -Vaters, strebt mit-dir nach gleichen Zielen, lebt denselben Zwecken, betet mit dir in gleicher Sprache zu demselben Gotte, sein Fühlen' und Empfinden' ist dem Deinigen ähnlichden Inhalt seiner Gedanken bildet wie bei dir das durch den Gottesgeist der Thora Erzeugte. Warum willst du nicht leben für ihn wie er für dich? teten damals die Nachkommen Jakobs, gleichviel ob vornehm oder, gering, gleichviel ob gelehrt oder ungelehrt, gleichviel ob verschieden in ihrem Denken und Thun. Der Name Jude hatte sie zu gemeinsamem Verderben gezeichnet — die gemeinsame Noch hatte sie Alle als Brüder sich kennen gelehrt. Warum soll die Liebe aufhören, da die Noch gewichen? : Sfe Ml das Bleibende sein in den Wechselfällen der Wge. Das Purimfest ist da; so schicke deinem Bru- Mr ein Zeichen, daß du ihn liebst und empfange von ihm ein gleiches Liebeszeichen; und auch der Arme, der sich dir naht, auch er ist dein Bruder. Frage nicht, forsche nicht, ob er sein Unglück verdient hat oder nicht, ob er deiner Hilfe werth ist oder nicht; gib. ihm,. gib ihm mit voller „Hand. Bei der Erfüllung dieser Pflichten jedoch denke daran, daß sie dazu da sind, dein Gemüth in Liebe zu erweitern und die gegenseitige Liebe zwischen den Gliedern der isr. Nation zu erwecken und zu erhalten. Innerhalb des Jüdenthums tritt nicht, wie das Vorurtheil meint, die Ascetik in den Vordergrund. Unter den vielen Festtagen, die uns Gott gegeben, ist nur ein einziger Fasttag. Gott hat uns den Genuß nicht verboten, sondern er hat ihn vielfach geboten; aber der Genuß sei ein reiner, heiliger, er verharre innerhM'Mr Schranken des Gesetzes. ' Bei der Purimf.estmahlzeit wird der Genuß selbst ein Mittel zur' Erfüllung der religiösen Pflichten; über wie der- Tisch des ' Menschen ' zu - üllM Zeiten dem Altäre Gottes gleichen sollwie Esten und'Tnüken nür betrachtet werden' sosil als "ein Mittel zur Kräftigung des ^Körpers im-Dienste des Geistes , so