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Der Israelit · 1861-02-06 · Heft 6 (6.2.1861) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
2 (1861)
Issue
Heft 6 (6.2.1861)
Date
1861-02-06
Page
– (sequence 9)
Language
German
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gestorben undnur noch WasJüdisch-Deutsch ist unseren Kaufleuten bei ihren. Handelsverbindungen mit Rußland ganz geläufig. Nichts destoweniger bestehen hier? amOrte2—3 /große! hebräische Druckereien, die Jahr aus? Jahn ein.; alte und neue jüdische Werke auflegeni Dem das! wunderbar erscheinen mag, daß in Königsberg solche kostbare Artikel gedeihenfür den' bemerken wir, daß sie leider nur als Waare über die russische Grenze gehen und jenseits erst ihre volle Verwerthung finden. —? Seit einigen Jahren besteht) auch bei unseine besondere Religionsschule, an der zwei tüchtige Elementarlehrer, die Herren Traube und Wiener unter Aufsicht? des Predigers sungiren. Die sogenannte Confirmation ist beliebig. Ein ausdrückliches Schreiben unseres Magistrats an den Vorstand stellt fest, daß der Unterricht? bei einem jener Herren genügt, und ihre Zeugnisse volle Giltigkeit haben. Der fromme Theil der Gemeinde feiert demnach von Zeit zu Zeit noch wahre Bar-Mizwoth bei seinen Kindern, indem der Knabe nach alter Weise in der Synagoge sich selbst seine Paraschah vorliest oder gar die bezügliche Hastorah laut recitirt. Es geschieht zwar .selten,.,aber., es geschieht .doch. . Bei dieser Gelegenheit wollen wir noch zweier Städte in der Provinz gedenken, in denen wir jüngst persönlich! den Religionsunterricht kennen lernten. In Osterode überzeugten wir. uns von den guten Kenntnissen der Knaben und Mädchen in der hebräischen Sprache, der biblischen Geschichte und den Hauptgrundsätzen des Judenthums, die ihnen der Cantor und Lehrer H. SchlesiNger. in verständlicher Weise beibringt. Mehr noch leistet die Schule in Löbau unter Leitung des tüchtigen Lehrers Hrn. Cohn, wo die Zöglinge auch die schwierigsten Stellen des Raschi- Cömmetars begreifen und vorzutragen im Stande sind. Atmoni.?.. - -Rogafe»>-nm-? .Januar. Die religiösen Zustände der Provinz Posen waren-lange eine terra rüeoKvita, die? sich jeder Beurtheilung entzogen hatten. Seit einiger Zeit hat der „Israelit" auch unserereligiösen Interessen vor? den Areopag der Tagespreise - geführt und sie der Oeffentlichkeit blos-- gelegt. Inzwischen hat wer Referent aus Posen seine Berichte in: einer zu rosigen Laune gemüthlicher Subjectivität miedergeschrieben! und mehr eine apo- (Beilage z« logetische als objectin-sachgetreue Darstellung geliefert. Wohl haben -sich in Posen viM jüdische Ins stitute?? qusjener altehrwürdigen Zeit lebensfrisch bis auf unsere Gegenwart erhalten und Mch jetzt wie ehedem wird das Gemeindeleben von dem Geiste echter Religiosität durchgeistigt und belebt; aber mit um so tieferm Schmerze sehen wir eine ganz, divers girende^ Richtung in den kleinern Städten älle Schranken des religiösen Herkommens durchbrechen. Hier in Rogasen, wo ein echt konservatives Judenthum mit der Kraft des ihm inwohnenden religiösen Lebens, alle Schichten der Gemeinde jpr izn durchdrungen und durchglüht hatte, hat seit einiger Zeit ein O'zmrm mi, ein Geist der Verirrung reformsüchtigen Treibens, den alten konservativen Charakter der Gemeinde zu zerwühlen gesucht- Einzelne Neuerungssüchtler, die durch ein gedankenloses Anschließen an eine hohle Reform, alles Alte und Ehrwürdige von sich gestreift, haben unter dem Vorwände einer bessern Finanzverwaltung, die wichtigsten Gemeindeämter sich zuzuwenden gewußt und suchen jetzt mit autokratischer Strenge, ohne jegliche Schonung, den Gottesdienst nach der Schablone des neuesten Geschmackes zu modernifiren. Unser hochachtbarer, sehr gelehrter Rabbiner Feilchenfeld, sowie andere gesinnungstüchtige Gemeindemitglieder, wie der rühmlichst bekannte Herr Michael Hirschberg, haben energischen Widerspruch dagegen erhoben, aber leider erfolglos. Aber nicht blos auf das Gotteshaus, auch auf manches Andere, was das Gepräge jüdischen Herkommens trägt, sich aber nicht der. ästhetischen Anschauungsweise dieser Herren accommydirt, erstreckt sich diese urplötzlich erwachte Reformthätigkeit. Vorerst wurde dem Morenutitel der Krieg erklärt und es wurde dem Rabbiner ernstlich untersagt, bei Leibe nicht dieses spitdetov ornavs irgend Jemandem zu ertheilen. Jüdische Gelehrsamkeit berechtige nicht zu der Auszeichnung selbst eines so unschuldigeil Tikekchens. Die große Summe des menschlichen Egoismus ist blos ein Monopol für Jdicten, wer soll auch nicht nach dem Schatten eines? Titels jagen. Gar zu gläubig haben diese neugebackenen Reformer die neutestamentliche Anschauungsweise in sich ausgenommen: EL? (e>L Es rwm ckF /ry Wat- « -es Israelit.)

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