Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 2 (1861)
- Issue
- Heft 2 (9.1.1861)
- Date
- 1861-01-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Mein, wenn ichd Mein vor niir-hübe.-Wie viel Md - wie großartig' aber hat er das Thorastudium unterstützt! Gar Manche,- die jetzt als Rabbiner fungiren, sind durch die Freigebigkeit des Herrn Wormser in den Stand gesetzt würden, ihre Studien zu vollenden Und später noch sorgenfrei Thora zu fernem Viele Talmudgelehrte von Nah und Fern Hütten sich seiner steten, unausgesetzten Anhänglichkeit und Verehrung, sowie reichlicher Unterstützung zu erfreuen. ' Hat er so viel für die Verbreitung der Kenntniß der göttlichen Lehre gethan, so war sein Streben nicht minder glanzvoll bezüglich des -Gottesdienstes. Ja , wir dürfen es sagen , sein ganzes Leben war ein fortgesetzter, ununterbrochener Gottesdienst. Gegeü dreißig Jahre hat er als Vorsteher der isr. Gemeinde in segenbringender Weise gewirkt und sein redlicher Wille, seine strenge Rechtlichkeit, gepaart mit Milde und gewinnender Freundlichkeit, haben ihm die allgemeinste Achtung und Anerkennung erworben. Aber auch in den Tagen des Kummers, von welchem er selbst in seinen letzten Jahren leider nicht befreit blieb, bewahrte er jene seltene Ruhe und Ergebung, die nur das unbedingteste, über alles erhabene Gottvertrauen zu geben vermag. Sein Leben und" Verhalten war eine lebendige Darstellung des Spruches unserer Weisen: Alles, was Gott thut, ist zum Guten. Wir wenden uns nun zum Glanzpunkte seines Wirkens LNON '^'M, kleben von Wohlthaten. Wir sagen i absichtlich denn er hat inavI 121m große und wesentliche Dienste geleistet. Viele Hunderte wissen es zu erzählen, wie er ihnen in den Tagen der Noth beigestanden und von vielen Hundertenglaubt jeder Einzelne, gerade ihm habe Herr Wormser besonders hilfreiche Hand geleistet. Einer augenblicklichen Verlegenheit abzüh elfen, war der Verewigte - nicht selten zu sehr beträchtlichen Darlehen bereit. Unterstützungsbedürftige fanden bei ihm stets offene Hand, welcher reichliche Gaben entflössen. Wittwen ' wär - er ein treuer Fürsorger, unendlich viele Waisen haben in ihm einen edlen, schützenden Vater verloren: v Sein Haus war HM) Gastfreundschaft weit geöffnet und sicher hat er seit vielen Jahren kaum mehrueinü Mählzeitt genossen^ anber nichtÄrWTHeil geUvmMeN. t Im semem-Hüuse rwürbe der HNngrM (Beilage zu Stro. gesättigt, der Ermattete erquickt, und wie viele , die es mit Thränen des l Kummers betreten, haben es mit Thränen der Dankbarkeit wieder verlassen. Was aber dieser glänzenden und seltenen Freigebigkeit die Krone auffetzte war die Heiterkeit^ die liebevolle Freundlichkeit, mit der er seine Gaben begleitete. Er ward des Gebens nicht müde, er gab viel und gab immer mit Freuden. Darum ist der Schmerz ob dieses Verlustes auch ein allgemeiner, der weit über die Grenzen unseres Vaterlandes hinaus empfunden wird. Viele Thränen werden ihm nachgeweint, aber sie find selten einem Gerechteren geflossen. Er Unterläßt einen Sohn und drei Töchter, zahlreiche Enkel und Urenkel, deren unbegränzte Verehrung ihm des Lebens Abend erheiterten. Eine Tochter, welche mit Herrn Oberrabbiner Ettlingen in Altona verheirathet war, ist ihm bereits seit 18 Jahren zum ewigen Leben vorangegangen. Zu er wähnen dürste noch sein, daß es ihm in erfreulicher Weise vergönnt war, seine seltenen Tugenden bis an des Lebens Ende ungestört zu üben, indem er sich bis zu dem letzten Tage seines Lebens einer fast ungeschwächten Gesundheit erfreute, bis ein schneller aber sanfter Tod diesem segensreichen Wirken ein Ende setzte. Seine Seele schwang sich rein nach Oben, wo sie jetzt die Früchte ihres Wirkens genießt; .-i"2"2"r"ri k Preußen. Berlin. Herr vr. Chronik, der in Amsterdam von den frommen Juden beinahe gesteinigt worden wäre, wie von gewissen Leuten berichtet wird, hat in Berlin von den Nichtfrommen ein ähnliches Schicksal erfahren. Er hat eine Gastrolle bei der hiesigen Reform gegeben, wahrscheinlich in der Absicht, Prediger der Reformgemeinde und- Nachfolger H 0 l dH ei m s zu werden. Die Frommen find hier in Berlin nicht mehr so-'fromm wie in Amsterdam; er hatte den SLeinigungstod nicht zu befürchten; hier mußte er von den Nichtfrommen bestraft werden. Er i st m it se i n er Pr e di gt so durch gefallen, daß die Znhllrer während-der Pre-- ditz-t davon liefen. Was wird woD dem geehrten Herrn Reformer düs Peinlichere gewesen sein? - Aus Wefhrhale», Deeember? Gestatten Sie mir;'Ihnen Me-Mittheilung znlmücheM die für die 2 des Israelit.)