Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 31 (26.12.1860)
- Date
- 1860-12-26
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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374 Schule Interesse, und gewiß am meisten für die Schule, l die ihm am nächsten liegt. Man hört in jüngster Zeit so viele Urtheile über Schulanstalten, daß in Jedem ein Interesse daran geweckt, und die Förderung von vielen Seiten ergriffen wird. — Hier in : Crefcld steht der jüdischen Elementarschule eine be^! deutende .Hebung bevor, indem man dafür besorgt war, an die Seite des fungirenden ersten Lehrers : einen zweiten tüchtigen Mann zu stellen, um die ' Jugend irr jüdischen, wie in andern Fächern bedeutend weiter, als es bisher geschehen konnte, zu fördern. Der Herr Ober-Rabbiner Boden beim er sorgt . mit aller .straft für die Hebung der Schule und hält von Zeit zu Zeit die Prüfung der Schüler in seiner ' Behausung ab, die zu unserer Freude immer ein gutes Ergebnis; liefert. Auch die Gemeinde nimmt für das Aeußere der Schule Bedacht und kaufte vor einigen Wochen ein Gebäude für 4000 Thaler, das : sich der Räumlichkeit wegen als sehr geeignet für eine Schule erweist, die gegenwärtig 125 Schüler zählt. — (Für eine solche Schülerzahl genügen jedoch - zwei Lehrer durchaus nicht. Red.) Straßburg (W.-P.) im Dec. In Rr. 26 ' Ihres geschätzten Blattes ist die Mittheilung von der größten Bedauern dennoch nicht zur Ausführung kommen. Warum? — kann nur derjenige erkennen, der mit den einzelnen Verhältnissen der Gemeindemitglieder genau vertraut ist. — ä. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 13. Decbr. Das die Vesitzfähigkeit der Juden in Galizien im Vergleiche zu anderen Kronländern beschränkende Gesetz wird der „Autogr. Correwondenz" zufolge modisicirt werden. Tyrrrau (Ungarn). Ende Rovbr. Daß politische Leidenschaften gar oft unter dem Deckmantel der Religion ihr Wesen treiben, ist bekannt, und sind fast in jedem Staate gesetzliche Bestimmungen dagegen getroffen. Daß aber auch umgekehrt, unter dem Scheine von Patriotismus religiöse Propaganda gemacht werde, das ist eine Erfindung unserer modernen (?) „Theologen", welche Erfindung denn auch Herr Rabbiner Löw in Szegedin und andere Gesinnungsgenossen in Ungarn, am die bestmöglichste Weise jetzt ausznbeuten suchen. Arme Menschen! nachdem sie alle nur denkbare Mittel bereits vergebens Gründung eines am hiesigen Orte gemacht worden, und ist es dem Herrn Referenten wohl unbekannt geblieben, daß dasselbe, dessen Entstehung! wir hauptsächlich den eifrigen Bemühungen des Herrn I. Jonas Löwenthal zu verdanken haben, am verstoffenen Laubhüttenfeste mit einer feierlichen riL'-" von unserem gelehrten s<2 Herrn M. Borchardt eingeweiht wurde. Herr B. würde auch sonst auf religiösem und hebräisch-wissenschaftlichem Gebiete in unserer Gemeinde viel Gutes zu wirken bemüht und im Stande sein, wenn er nicht gegen zu viele Hindernisse und Schwierigkeiten zu kämpfen hätte, die aus dem Wege zu raumen, namentlich einem Beamten unmöglich ist. Dazu siebt es auch noch mit unserer jüdischen Schule herzlich schlecht, indem mehr als hundert Kinder von nur zwei Privatlehrern, von denen jeder eine rinklassige Schule zu verwalten hat, unterrichtet werden. Obgleich unser Synagogen-Vorstand im letztverflossenen Jahre eifrig-bemüht war, eine Gemeinde- Neligiousschule mit drei aussteigenden Klassen zu gründen, konnte dieses edle Vorhaben zu unserem versucht, um ihre altersschwache, schwindsüchtige „Reform" neu zu beleben, greifen sie nun nach diesem letzten. „Die Orthodoxen sind Feinde des Magyarenthums l" schreien sie. Ei! ei! Ihr Herren, klingt das nicht wie eine Meßira? Und doch ist es ja Herr Löw, der im Novembcrhefte seines „Ben Chananja" S. 592 in die Welt hineinschreibt: „Der unbefangene Leser wolle vr. Hildesheimers „ersten! Bericht ausfchlagen", und S. 19 aufmerksam betrach- ' ten, um sich zu überzeugen, daß Romantik und „Meßira wirklich Hand in Hand gehen." — Wir haben übrigens besagte S. 19 sehr aufmerksam betrachtet und nichts gesunden, das mit einer Meßira nur im Entferntesten eine Ähnlichkeit Hütte; wir dachten uns, vielleicht gehören wir nicht zu den „unbefangenen Lesern" und zeigten dieselbe deßhalb mehreren achtbaren Männern von verschiedener religiöser Farbe, aber auch diese konnten nichts derartiges entdecken, - wohl aber fanden sie eine Abwehr gegen erlittene! Meßira. Mit welchem Ausdrucke sollen wir aber nunmehr die „Rechtfertigung" des Herrn Löw be-! zeichnen? ck. 8.