Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 30 (19.12.1860)
- Date
- 1860-12-19
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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363 daß er dem-Unterrichte in den hebr. Lehrfächern mehr Aufmerksamkeit zuwende; aber der Weg dazu wird ihm nicht gebahnt. Vor Allem sollte der Rabbiner auf die Gemeinde und mit dieser auf die Schule wirken. Und wenn auch dann und wann gegen hartnäckigen Widerstand gekämpft werden sollte, ist denn der Preis des Kampfes nicht werth? Westen Aufgabe ist es denn sonst, als die des Rabbiners, religiösen Sinn und religiöse Bildung in Israel anzustreben? Und wodurch kann das Interesse an der Religion bester gewahrt und gehoben werden als durch den Unterricht in derselben? Es sollte darauf hingearbeitet werden, daß von den acht Stunden täglichen Unterrichts, den fast jeder Lehrer in Böhmen ertheilen muß, mindestens die Hälfte im Hebräischen verwendet werden möchte, mit Commentar, Grammatik, Religionslehre für Knaben und Mädchen, hebräisch Schreiben rc. würde von dieser anberaumten Zeit nichts übrig lassen. Ist dieß nicht hinreichend, so dürste es wohl keine übertriebene Forderung an den Rabbiner gestellt sein, daß er sich dazu bequeme, etwa zwei Stunden täglich dem Unterrichte Ln den höhern hebräischen Lehrfächern zu widmen; es wäre dies die beste Gelegenheit für ihn, in der Heranwachsenden kommenden Generation Liebe zu Gott und der Religion zu erwecken und durch diese Kleinen auf ihre Eltern selbst zu wirken, bester als durch hundert der besten und gediegensten Predigten, die nur in seltenen Fällen mehr als eine Nahrung für den Kritiker sind. Sollte dies vielleicht den Rabbiner seiner Achtung berauben, wenn er die Jugend in dem Gesetze und der Lehre Gottes unterweisen möchte? Waren nicht vielmehr unsere alten Rabbiner größtentheils nur Lehrer? Sie saßen Tag und Nacht und lehrten das Gesetz, und waren dabei hochgeachtet, so wie sie es noch immer in unserem Andenken sind und bleiben. Gebe Gott, daß vor unseren gegenwärtigen Herren Rabbinern solche Ehrfurcht stets und immer sich kund geben möchte, wje einst vor unfern alten. Hierüber zu sprechen ist jedoch meines Amtes nicht. Ich will nur das Wie zur Hebung des Religionsunterrichtes hervorgehoben haben und dazu fehlt nur energisch kräftiges, mit Wort und That belegtes Einwirken von Seiten der Herren Rabbiner. Im Namen Gottes besiegte der kleine David den ungeheuren Riesen Goliath; mit einer einfachen Schleuder gegen Lanze, Spieß und Schwert. Im Namen Gottes dürste es daher auch gelingen, dem Fortschritte in profaner Bildung auf Kosten der Religion einigen Einhalt zu thun. PH. Lederer, erster Lehrer in Amschelberg. A n z e Die löblichen Buchhandlungen Vt. Ellinger in Preß- Lurg und Ak. Poppelauer in Berlin, neue Friedrichsstraße Die Expedition des Israelit. Die Herren Nt. S. Jsaac S5 Sohn, Herausgeber des Jewish Messenger in New-Bork, haben für unser Blatt Die Expedition des Israelit. Entgegnnntz In Nr. 49 der Zeitung des Judenthums wird dem „Israeliten" un^ seinen ComespondeMe^ einem Berichte üb^er die i g e ir. und^S-ite^ um^n^t g^gen^M »irgar nichts aus der ^Mschnal^ ä zu geben. Beiläufig bemerkt, sind diese rabbinische Sentenzen so volksthümlich, daß sie jeder Schulknabe im aufzufinden weiß, ohne daß er sich versiiege, sie, durch „Mischnah" zu bezeichnen.