Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 30 (19.12.1860)
- Date
- 1860-12-19
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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361 Mitglied, auf das derselbe mit wahrem Stolze blickte. — Der Wunsch, den der Verklärte einige Tage vor seinem Tode geäußert, daß das Diplom unseres Vereins ihm eingerahmt werden möchte, bezeugt hinlänglich, mit welch' besonderer Liebe er unserem Verein zugethan war. Wir erfüllen daher die heilige Pflicht, dem Verklärten ein nrn ->2 in unserer Synagoge brennen zu laßen; allsabbatlich, Montags und Donnerstags, wird sein in dem bekannten, dazu bestimmten Gebete gedacht. Da ich hier unsere Synagoge erwähnte, so wird es gewiß nicht ohne Interesse sein, Ihnen einige Notizen, die unsern Verein betreffen, mitzutheilen. — Unser Verein ist jetzt so weit gediehen, daß er 170 Mitglieder zählt. Wir haben eine schöne Synagoge, die unter Gottes Beistand am Rüsttage zum Sabbat vor durch Herrn Or. Apolant eingeweiht wurde, dessen vorzügliche Predigt alle Zuhörer feierlichst gestimmt hatte, und so wurde der Gottesdienst nach altem, streng orthodoxem Ritus eröffnet und wird bis jetzt täglich, Morgens und Abends, bei zahlreichem Besuche fortgesetzt, welches uns die Hoffnung gibt, daß unser Verein in feinen frommen Tendenzen und Bestrebungen sich äusbreite und sich mehr und mehr stärke. — An den wrr-nm und an predigte bei uns Herr vr. Roth, ein Mann von streng religiöser Richtung und vielem Wißen. Wir wurden durch seine Predigten sehr erbaut und befriedigt. Herr vr. Roth hat sich auch auf die Aufforderung des Vorstandes bereit erklärt, alle 14 Tage bei uns zu predigen, und ihm schloß sich auch Herr vr. Friedländer an, der religiöse Gesinnungstüchtigkeit und große Gelehrsamkeit in sich vexeint, so daß jeden Sabbat in unsrer Synagoge abwechselnd von diesen beiden Herren gepredigt wird. Heide erfreuen sich des ungetheilten Beifalls ihrer Zuhörer. D. Crone, im Decemben Auch in unsern Reihen hat der Tod ein theures Opfer gefordert. Der weit über die Marken unsrer Stadt hinaus rühmlichst bekannte Kaufmann Jakob Werner ist am 18. v. M. in einem Alter von 65 Jahren gestorben. Sein Leben war ein lehrreiches Beispiel eines echt jüdischen Strebens; es war gleich jener Himmelsleiter des Patriarchen Jacob, deren Fuß auf Erden stand, deren Spitze aber an d^s Himmel reichte, Engel Gottes (Beilage z« Stro. auf und nieder wallend. Sein Thum und Schaffen;, sein Leben und Streben waren durchglühtzrnd durchleuchtet von dem Geiste der reinsten Religiosität, wie sie als nb.-ip 'w-vO auf uns gekommen;'sein Mildthätigkeitssinn spendete überall in reichster Fülle, wo ein Bedürftiger ihm entgegenkrat, wo das thränende Auge der Wittwe klagend zum Himmel schaute und eine hilflose Waise umherirrte. Nichts stand ihm höher als Förderung des Thorastudiums. Wie ein Heller Strom, der überall befruchtend seine User umspült, u. die Gegend, die er durchfließt, in einen Garten Gottes umwandelt, so hatte der Verstorbene auf alle diejenigen, die ihm nahe standen, anregend und ermunternd eingewirkt, ihre Kinder heranzubilden. Es ist ihm auch das jetzt so seltene Glück beschieden worden, daß seiner Bahre vier Söhne folgten, von denen drei, obgleich Kaufleute, mit aller Hingebung und Liebe dem Thorastudium obliegen. Umso tiefer ist der Schmerz, über den Hingang dieses Mannes, an dessen Lebenshimmel 'im als glänzendes Dreigestirn leuchteten, dessen Seele ein Samenfeld großer und schöner Tugenden gewesen, die hier auf Erden ihrer Vollendung entgegengereift; daß dieser Fromme in der Vollkraft seines Lebens mitten aus seiner Wirksamkeit der Gemeinde und seinen Kindern entrissen worden ist, wird für dieselben auf lange Zeit ein unersetzter Verlust bleiben. Von Nah und Fernwaren die Angehörigen und Freunde herbeigeeilt, dem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen und wohl noch nie ward in unsrer Stadt solch allgemeine Theilnahme gesehen. An seinem Grabe haben der Ortsrabbiner und der Sohn des Verstorbenen, vr. Phil. Werner aus Posen, Worte der Erhebung und tiefer Empfindung gesprochen. Kein Auge blieb thräkenleer, nachdem sie Alle in stiller Wehmuth die Ruhestätte verließen, — nv wzrr. 2pp'.- Der Gatte, Vater und Freund Jacob ist nicht todt, nur seine irdische HMe haben wir hier zurückgelaßen, seine Tugend und Frömmigkeit aber wird uns stets vor Augen stehen?, sein Andenken nie schwinden.. pmu -ar! O esterreich isch er Kaiferstaat. Aus dem Tolnaer Comitate geht uns von verschiedenen Seiten die Mittheilung, resp: Berichti- 30 das Israelit.)