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Der Israelit · 1860-12-12 · Heft 29 (12.12.1860) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 29 (12.12.1860)
Date
1860-12-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
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347 fremd, ja Feind geworden? Eine prachtvolle Enthüllung über euer höchst ideales Weltbürgerthnm, von der wir Akt nehmen; wir überlaffen getrost jedem Unparteiischen das Urtherl, auf welcher Seite denn eigentlich die „dünkelhafte Ucberschätznng" liege. — „Ausdrücke wie 1:7112 .nsind sehr schädlich." Wir wären so naiv, den Verfasser zu fragen, was denn hiernach aus Ausdrücken der .-.mi, wie Lp '2 LP7 17 LV.-.7 '.-7 "2 -2 ,1'P7rr '.-7 17X LP7 -7 Ll-'l' ..-.21X1 '52 7p -'2'X L'2P1 722 l7'72 -.-PI 722 .17-72 u. A. werde; wenn wir nicht wüßten, daß der Verfasser zugleich der der „Urschrift" sei, welche eine sebr bequeme Antwort aus solche Fragen weiß. Das aber fragen wir: warum läßt der Reformator solche verhängnißvolle, „dünkelhafte Ueberschätzung" befördernde Ausdrücke stehen, resp. beim „feierlichen Gottesdienste" vorlesen. Ist cs aufrichtig, die Verfasser der Gebete anzngreifen, wo man eigentlich Gott selber angreisen will? Nur keine Heuchelei, nur Alles beim rechten Namen nennen, dann verscherzt man wenigstens das Prädikat der Ehrlichkeit nicht, bester ein Spinoza mit seinem theolog.-polit. Tractat als ein — Heuchler. „Der Ausgang aus Aegypten darf nicht mehr wie bisher in den Vordergrund treten." Wir hätten hier wieder sehr einfache Fragen, was aus den vielen entsprechenden Stellen der Bibel wird; allein die „Urschrift" ist wieder eine allgemeine Antwortsschablone. Aber, wüsten wir wiederum wiederholen, warum fecirt der Herr I)r. nicht die Thoravorlesung nach diescr'Nichtung hin, wenigstens in seiner Gemeinde, in der sich ja, wie uns das Vorwort. belehn, Alt und Jung selbst an dem Gcbetbnche von dem Jahre 54 so gekräftigi fühlt? Abgesehen aber von diesen Charakterzügen muffen wir von unserer „Stellung in der Menschheit" aus fragen: Seit wann ist cs vernünftig, ein Aufgeben seiner historischen Erinnerungen zu befürworten, an welchen sich Alt und Jung seit Jahrtausenden, vielleicht noch etwas mehr als an einem Gebetbnchc vom Jahre 54, zu kräftigen im Stande war? Seit wann schadet es der kosmopolitischen Entwickelung Israels, als „Glaubensgemcinde" (die Lüge von dem Aufgehörthaben der jüdischen Nationalität einmal einen Augenblick zugegeben), sich möglichst oft seine große Vergangenheit, besonders den Moment der leiblichen und geistigen Befreiung der Bedingung zur Möglichkeit selbstständiger Entwickelung, in Erinnerung zu bringen; hat das einen Sinn? — Aber nein, jene Phrase von der bloßen Glaubensgemeinde kann nie und nimmermehr zugegeben werden, nicht etwa bloß weil sie unjüdisch, die Leugnung der Zukunst in sich bergend ist; sondern weil sie, worauf cs uns hier immer ankömmt, den Unsinn in sich birgt, in dem Unterschiede zwischen Judenthum und den andern Confessionen einen bloß confessionellen, nicht nationalen! Unterschied anzunchmen. Katholiken und Protestani ten unterscheiden sich allerdings nur eonfessionell, nicht naturell. Wir aber werden unter allen Umstünden und zwar zu unserem moralischen Vortheile unsere leicht herauszusindende Natur behalten, worüber sich zwar die Partisanen des Rabbiners der Synagogengemeinde Breslau tief bekümmern mögen, mir uns aber als Gewähr unserer Haltung als Inden innigst freuen. Tie Vereinbarkeit unserer Ansichten mit echtem Staatsbürgerthume aber ist schon so oft ventilirt, daß, wer sie erkennen will, sie vollständig einschen kann und wer nicht will, auch von unseren i wenigen Worten, die wir höchstens an dieser Stelle der Untersuchung widmen könnten, nicht andern Sin-! ues werden wird. (Fortsetzung folgt.) > .. ' Grtliocko?-i5r. UbelrurMt. l Spenden zur Herstellung und Verbreitung wohlfeiler hebräischer und hebräisch-deutscher Bibeln: ' Durch Rabbiner Sänger von Buttenwiesen , (zweite Sendung) B. Einstein Wittwe 1 fl. > D. G. in Mainz 1 fl. 10 kr. Rabbiner M. Epstein in Schwarza 15 Sgr. — 52*.» kr. Hirsch Oppenheimer in Gronau 20 Thlr. — 35 fl.! L. Gailinger ans Worms 1 ft. Philipp Nei- , chenbach und Moritz Neichenbach zu Ballen- ' städt 2 Thlr. — 3 fl. 30 kr. Moses Sonn in Groß lang heim bei Kitzingen 30 kr. Abra- , Ham Sonn daselbst 1 fl. 15 kr. Gebrüder Schlesinger in Stuhlweißenburg 20 fl. öst. W. Durch das löbliche Comitä in Würzburg bestehend aus Distrikts-Rabbiner S. B. Bamberger und Simon Emanuel Oppenheimer, als erst? Sen- ' düng; Baron Joel Jacob von Hirsch 125 fl.; Simon Em. Oppenheimer 25 fl.; S. Rosen-

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