Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 28 (5.12.1860)
- Date
- 1860-12-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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i ^-r-7s7^/ MeMs'dch,. ^Der Nürnberger Anzeiger woin 22: d. M. bringt Ms ' unter - der UeberschriftU" ' ' ' - „So-ist^s r echt!"-' - ' ' eine Beschreibung des heißen Wahlkampfes, der neulich in Fürth in der israelitischen Gemeinde zwischen den sogenannten Menen" und (wie'sie sich selbst nennen)'den ^SchMrzeri"'staktgeWöen-, 'mnd mit b'em vollständigsten Siege der Ersten endigte. -Mögen die betreffenden hiesigen israelitischen GemeindAglieder bei ähnlichen Veranlaffungen auch eine solche Phalanx bilden', um am Ende, gleich den Fürthern, ausrufen' zu können: - „Der Herr hat-unsre' Arbeit gesegnet." — ' ' D. '' Diese Anzeige zeugt von der geringen Bekannt^ schuft des Einsenders mit den-hiesigen Gemeinde- VerhältniffeNi Ein "solcher heißer Wahlkampf kann hier-nicht stattfinden-, da in Mainz die Jntereffen der gesetzestreuen Israeliten mit denen der sogenannten Meuen" gar nicht collidiren, indem die beiden Richtungen in Bezug auf^ alle religi 5 sen Gegenstände vollkommen getrennt sind und zur Verwaltung gemeinschaftlicher Institute, des Gemeindehaushältes rc. rechtliche Männer, gleichviel welcher religiösen Färbung, vollkommen genügen. Durch diese Zustände ist der Friede der Gemeinde nach langen Kämpfen gesichert: beide Richtungen bestehen friedlich nebeneinander; die Netkgiönsgesellschaft wird von den Reformen innerhalb des Gemeinde-Cultus und die 'Gemeinde von dem althergebrachten Ritus in der Synagoge der Religionsgesellschaft nicht beirrt; die Unterrichtsanstalt der Religionsgesellschaft macht es sich zur Aufgabe neben dem profanen Wissen auch dem religiösen Rechnung zu tragen, und die Kinder der übrigen Gemeindemitglieder besuchen Anstalten/ die'der Richtung'ihrer'Mtern entsprechen, u. s. w., u. s. w. Erst durch dieft gegenfeiiig unabhängige Stellung ist..der. Friede erstanden und das Auseinandergehen der religiösen Anschauungen übt auf den geselligen Verkehr weit ÄenrgerMnfluß, seitdem die BedürfUiffe -jäder Richtung' ihre 'Befriedigung -finden. — Daher beteiligen sich die NW glieder der NeligioNsgesellschast,'' 'wiewohl - M meindemitglieder, in d e r' R e g el n ich t' hki 'den Wählest"'von Gemeindevorständen. Wir möchten nust" unfern ''Fürthern ' Gesinnüngsgenoffen"ebenfälls ein',, Merktts^Euch!^'-zurufen. " Eurem KämMsmühen alle Ehre und Anerkennung;- doch aus 'der Niederlage must Euer Sieg hervorwachsen! Trennt Euch, trennt Euch von der Gemeinde/- eonstitstirt Euch M einer - gesetzestreuen Nelrgionsgesellschaft, un8 Ihr habt schön gesiegt/ Wollt Ihr etwa die'Reformfreunde beemflüffen- und bekehren? 'Vergebliche Mühe! Wr E u ch unb E ur e Kinder müßt Ihr sorgen, - streben, sie im' Judenthume zu erhalten, damit sie nicht von einer intoleranten'und reformsüchtigen Majorität ins Schlepptau genommen'werden. Die h umane, gerechte und liberale Regierung Eures schönen Vaterlandes wird Euch Euer heiliges Recht auf Gewissensfreiheit nicht versagen, und Euch gestatten, dafür zu sorgen, daß die Religion der Väter ungeschmälert und unverfälscht von Euch auf Eure Kinder vererbt werden kann. Blickt auf Fran ksurt a. M., blickt'auf Mainz, in denen sich seit der Trennung das religiöse Leben herrlich entwickelt und verzehrenden Zwistigkeiten der Friede gefolgt ist, der wahrhafte Friede; daher: trennt Euch, constituirt Euch! Creirt einen Rabbiner, schafft eine Unterrichtsanstalt, und durch den Geist der Wahrheit werdet Ihr zum Siege geführt werden. Eure Kinder und Enkel werden noch gesetzestreue Juden sein, wenn die jetzt moderne Richtung längst verschwunden sein wird, wie dereinst die Sadducäer rc. aus Israels Mitte verschwunden sind! — ,' ' ' Schwabach. (MittelfraMn.) Wie überall, so gibt es auch in unseret isr/ Gemeinde hie und da manchen Neformsüchtigen und Neologen; die Mehrzahl ist jedoch der angestammten, überlieferten Religion unserer Väter treu geblieben und hatte stets fast ausschließlich solche Männer an die Spitze der Gemeinde berufen/ welche durch mähte Religiosität Und' Wohlthätrgkeit sich'' die Liebe und Achtung^ von Arm und Reich , von Nah und Fern erworben hW ten!' Durch' eigenthümliche Umstände' ereignete es sich 'nun rm 'verflossenen Jühre, daß die NeformpW tti' momentan siegte uüd auch einen Vorstand aus ihrer Mitte wählte. Ans dem Hatenreichen Wirken dieses Vorstandes Wübe 'ich Unrü nun einige' Thatfachest Mitzutheilest und Höffe, daß Sie inr JntereM M' Judenthums' diesest meiner Mittheilung, die' Aufnahme in Ihr 'geschältes ' Blatt nicht ' versagen werben/ — Kurz" nach der Vorsteherwahl wurde vom