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Der Israelit · 1860-11-28 · Heft 27 (28.11.1860) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 27 (28.11.1860)
Date
1860-11-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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321 aber wirklich Antiochus nur für-das Heidenthum ge-? kämpft? Wäre es ihm nicht^ganz gleichgiltig gewesen,, welcher Kultusi bei den^JudenHerMte, - wenn er nur Palästina als seinen sichern. Witz hätte ansehen kön-! neu? Hater etwa die Kriege gegen andere Völker! auch im Jntereffe .des Heidenthums unternommen, und nicht vielmehr aus Eroberungssucht und Habi gier? Der Besitz Palästinas und die reichen Schätze j des Tempels waren für Antiochus gewiß starke Reizmittel zum Kriege. Wir geben dem Verfasser gern zu, daß die Juden nur im festen Pertrauen auf Gott mit so geringen Mitteln den Kampf unternehmen konnten, und daß sie auch, nur durch diesen Glauben gesiegt haben. Aber dies Vertrauen war nichts Neues; es ist das uralte Erbe Jacobs, das dem Juden noch heutigen Tages, trotzdem so viele Fristen verflossen sind, noch nicht verloren gegangen ist, das irr Verbindung mit der Geschichte der Vergangenheit und Gegenwart in ihm immer von Neuem den Glauben an seinen welthistorischen Beruf, an seinen Sieg und an die Wunder Gottes' erhält und stärkt. — Soll etwa die Entwickelung eines Volkes,.' das bei geringen Mitteln, bDungünstigewPerhältnissen, dennochHen schließlichen Sieg des RechA-ssber das Unrecht,^ der Wahrheit über die. Unwahrheit hofft, als naturlos bezeichnet werden?<SoMüßte der Verfasser auch die Griechen der -Perserzeit naturlos nennen. Am allerwenigsten paßt dies Prädikat auf das Judenthum; keine Religion ist wohl so eng mit dem ganzen Leben in. allen seinen Richtungen verbunden, wie die jüdische. Ebensowenig kann dem Judenthum das kosmopolitische Streben abgesprochen werden, das der Verfasser als die Spitze der heidnischen Kultur bezeichnet. Die Idee des Kosmopolitismus ist dem Judenthume durchaus nicht fremd. Schon Jahr-' Hunderte vorher sagt ein Prophet: „Haben wir nicht alle einen Vater, hat uns nicht alle ein Gott geschaffen?" verkündet ein anderer Prophet: einst werden alle Menschen Einen Gott verehren, Eine Sprache reden. . Die Israeliten müssen also damals schon fiir solche , kosmopolitische Ideen empfänglich gewesen sein. Diese .Idee konnte nicht einen schroffen Gegensatz, zwischen Judenthum und Heidenthum gebildet Haben,, und ist in das Christenthum nicht aus.dem Keidenthume, .sondern aus dem Judenthume gekommen. Fällt nun dieser schroffe Gegensatz und somit die Notwendigkeit des Zusammenstoßes oder den Aussöhnung, so stürzt das ganze Gebäude des Verfassers von selbst zusammen. — Ein flüchtiger Blick des Verfassers in die Bücher des A. T. würden ihn belehrt haben, daß Gott nicht blos in düsterer Pracht, in überwältigender Größe sich zeigt, sondern auch als gnädiger, liebevoller Vater. Durch alle Bücher des A. T. hindurch erscheint die Gottesidee als dieselbe. Gottes Gerechtigkeit erstreckt sich sowohl auf den Einzelnen, wie auf die Gesammtheit; sie offenbart sich in der Gegenwart wie in der Zukunft und bleibt für den Menschen eine unerforschliche Sache. Der späteste der Propheten predigt dieselbe Vergeltungsart, die der Verfasser als die älteste bezeichnet. — Abgesehen davon, daß die Erklärung der einzelnen Thatsachen nach dieser Periodeneintheilung eine sehr gezwungene ist, und abgesehen von der Geschichte überhaupt, ist der Entwickelungsgang des Geistes in der vom Verfasser gegebenen Weise nicht immer recht erklärlich; so z. B. das plötzliche Ü eberspringen. der nationalen Richtung in die individuelle, beim Uebergang von der zweiten in die dritte Entwickelungsstufe der jüdischen Kulturgeschichte. Durch leere Phrasen wird die Lücke zwar ausgefüllt, aber nicht durch hinreichende Begründung. Auffallend ist dies nicht. Die Geschichte läßt sich nicht nach festen Normen bestimmen, wenn auch im Großen und Ganzen Manches im Laufe der Ereignisse sich wiederholt, so ist es unmöglich, ein festes Princip aufzustellen, und will man es dennoch thun, so ist man genöthigt, die vorliegenden Geschichtsquellen beliebig zu interpretiren, interpoliren und corrigiren. Dies ist das Loos Aller, die erst eine Geschichte construiren und dann die Geschichtsquellen damit in Einklang bringen wollen. OrtkoäM-isr. HLbelmMi, Spenden zur Herstellung und sVerbreitung wohlfeiler hebräischer unb hebräisch-deutscher Bibeln: Joseph Heidenfelder aus Hüttenhei'm bei. Marktbreit'30 kr. Durch Rabbiner Weißkopf in W al l er stein:. zweite Senkung 17 fl- 3 kr. Durch I. M.' chü ler in Ger ölshofe nr Berlein B ernath.in L'ilsfeld 5 fl 30 - kr., Isaak Stern in

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