Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 24 (7.11.1860)
- Date
- 1860-11-07
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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1. Jahrgang. .M Z4. Dr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 7. November 5621. (1 860.) Inhalt. Leitende Artikel. Hine GejMrstle llor Julien in ortbollovem Kinne nnä Geiste. Wenn es eine Hauptaufgabe dieser Zeitung ist, allen, dem wahren Judeuthumc feindlichen Bestrebungen und Erscheinungen entgegen zu treten, so ist das noch wichtigere Ziel derselben, positiv anzuregen und zum Heile der Bekenner unserer Religion zu wichti gen, neuen Schöpfungen zu ermuntern. Wir besitzen kein jüdisches Geschichtswerk, das wir dem nach Belehrung durstenden Unkundigen empfehlen, das wir der reiferen Jugend in die Hand geben, auf das wir namentlich den strebsamen Lehrer zur Vorbildung zum Unterrichte für die Jugend verweisen können. Der Kundige, dem die heiligen Quellen unserer Religion, Bibel, Talmud, Teschuboth, Sifre Mußor offenstchew, fühlt diesen Mangel weniger; aus den Quellen sind ihm die Hauptmomeme der jüdischen Geschichte bekannt und doch wäre auch für ihn eine selbstbewußte Ueberichan, eine ordnungsgemäße Zusammenstellung von der größten Wichtigkeit; denn, wie die Geschichte überhaupt die Lehrerin des Menschengeschlechts, so in die jüdische Geschichte, eine fortlaufende Darstellung des Waltens göttlicher Vorsehung, in demselben Maaße lehrreicher als die Prosangeschichte, wie das Walten des göttlichen Willens sich deutlicher und anschaulicher in der Geschichte der jüdischen Nation manisistirt. Daß diesen Hauptzweck der jüdischen Geschichte die bisher erschienenen, einschlägigen Werke nicht erfüllen, braucht wohl nicht erst uachgewiesen zu werden. Dieselben stehen theils ans christlichem, thcils auf antijüdischem Standpunkte. Jost und Gr ätz, die beiden Heroen unter den jüdischen Geschichtschreibern, braucht man nur zu nennen, um ihren Standpunkt zu charakterisiren. Von Jost schweigen wir füglich. Eine jede Zeile in seinen Geschichtswerken bekundet ihn als Apostaten, der nicht einmal die schriftliche Lehre als von Gott stammend anerkennt. Wenn auch Grätz in nicht so entschiedener Weise vorgcht, wenn er auch häufig eine gewisse Pietät gegen den Talmud und die Nabbinen zur Schau trägt, so ist doch seine Darstellung im Hinblick aus die mündliche Lehre nicht minder verwerflich. Die Talmudisten sind ihm weniger Träger, als vielmehr Schöpferder Tradition, und