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Der Israelit · 1860-10-24 · Heft 22 (24.10.1860) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 22 (24.10.1860)
Date
1860-10-24
Page
– (sequence 8)
Language
German
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26L des Herrn vr. Plato, welcher das Nectorat eines orthodoxen Instituts in Weinbeim übernehmen wird. So sehr man auch bedauert, diesen beliebten Lehrer Zu verlieren, der hier die allgemeinste Achtung genießt, so erkennt man doch vollkommen an, daß der erweiterte Wirkungskreis dieses ebenso talmudisch, als wissenschaftlich gebildeten Mannes nur von segensreichen Folgen für das wahre Judenthum begleitet sein kann, und zwar um so mehr, als in sichere Aussicht gestellt ist, daß mit diesem Erziehnngsinstitute ein bald zu errichtendes Seminar für das Großherzogthum^Baden in Verbindung gebracht werden soll. Daß Herr vr. Plato, der an hiesiger Schule über sechs Jahre praktisch thäiig war, der schwierigen Aufgabe eines Scminardirektors vollkommen gewachsen ist, bezweifelt Niemand, der ihn näher kennt. Die besten Wünsche folgen ihm nach. — lieber die Besetzung der au hiesiger Schule nun vaeantcn Lehrerstelle werden wir s. Z. Ihnen berichten. 'Noch verdient erwähnt zu werden, daß man sich hier mit dem Gerüchte herumtrügt, als würde! in unserm Orte auch ein rrn gegründet wer-! den. Was wahr an dem Gerüchte ist, wird wohl schon die nächste Zukunft lehren. Fulda, 1-4. Oktbr. Wenn verdächtige, fatsche Zeitungsnachrichten, wie solche mehrfach gegen den Herrn Provinzial-Rabbiner vr. En och dahier vorgekommen, sowohl Sie, wie alle Diejenigen, die vom Gegenlheil jener gehässigen Artikel überzeugt, stets unangenehm berühren, so dürfte Ihnen die Nachricht willkommen sein, daß Kurfürstliches Hohes Ministerium auf Antrag Kurfürstlicher Negierung Herrn Proviuzial-Rabbiner 1)r. Enoch zum Mitglied des Vorst, heramtes der Provinz Fulda ernannt hat; ailcb bat, nachdem das bisherige geschästsleitende Vorstcheramts- Mitglied ans sein Nachsuchen von dieser Stelle entbunden, Kurfürstliche Regierung dein gedachten Hrn. Vr. Enoch die Geschästslcitung übertragen; wiewohl die älteren Vorsteheramtsmitglieder ein gewisses Vorrecht daraus hatten. Es gibt dieses den vollen Beweis, wie sehr geachtet Herr Di. E. bei der hohen Regierungsbehörde ist. Dieselbe Achtung genießt er auch bei Allen, die seinen streng-religiösen Lebenswandel zu kennen Gelegenheit haben. Preußen. dr. Minden, im Oktober. In alten Zeiten, als die Juden sich noch mit dürftig hergerichteten Betlokalen begnügen mußten, wohnte das Judenthum, in ihren Häusern. Ueberall, wo es aus diesen entschwindet, ersetzt man es durch neue und prächtige Synagogen. Auch hier, wo man von dem Judenthum wenig übt, aber noch weniger weiß, geht man stark damit um, einen neuen Tempel — man nennt einen solchen hier eigentlich: Kirche — zu bauen, da die alte nicht mehr gefällt. Sollte man indeß nach dem abnehmenden Eifer urtheilen, welchen unser junger Gesangverein jetzt schon bemerken läßt, soscheint ein solcher Neubau nunöthig zu sein. Daß dieser in unserm früheren Bericht so gerühmte Eifer so bald erkaltete, liegt zum Theil auch an unserm Prediger Herrn Edler, welcher seine eignen Söhne am Sabbat in die christlichen Schulen schickt, statt zur Synagoge, sodaß der Gemeinde, die sich leider, wie die meisten Gemeinden nach ihrem „Seelsorger" richtet, auch die Synagoge ansängt gleichgiltig zu werden. Dabei wird in den Predigten zum fleißigen Besuch der Synagoge amgefordert, nach dem Sprichwort: Thut nach meinen Worten nicht nach meinen Thateu! Es geschieht nichts durch Herrn Edler, um einen regelmäßigen Gottesdienst in oen Wochentagen herzustelleu, und bei Jahreszeiten haben die Gemeinde- Glieder ihre liebe Noth, znsaiinnenznbriiigen. Doch viele moderne Rabbineu haben noch den Vorzug, daß sic das Vorhandene zu erhalten suchen, bei uns aber sieht man ruhig zu, wie nach und nach Alles verfällt. Eine ist schon seit Jahren nicht mehr hier, und wir können Herrn Edler nicht sreisprechen, daß er die Schuld daran trügt. Es war hier wohl früher Sinn sür's Juduithum. Herr Edler kann sich aber nicht sagen, daß er ihm Nahrung gegeben. Seit circa 20 Jahren hat die geistliche Seelsorge nichts gcthan, als alle 4 Wochen gepredigt, und wir haben, wie bereits früher angcdeutet, nur zu bedauern, daß in Westphalen jegliche Oberaufsicht Ul angelt. —j Oesterreichischer Kaiserstaat. Debrezin. IV.. Obwohl die Erziehung in den früheren Jahren eine echtreligiöse, eine voll- (Hierbei eine Beilage.)

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