Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 21 (17.10.1860)
- Date
- 1860-10-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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4. Jahrgang. E i n Lehman» in Mainz. Mainz, den 17. Oktober 5621. (1860.) bandkl 2 Tblr. p. l>. odcr fl. 3. 30. kr. rk. Halbjäbrig 1 Tl'lr. x. C. odcr fl. 1. 45. kr. rb. Viertkljäl'rig 15 Lgr. p. b. oder 53 kr. rk>. Bei der Post: 3 fl 36 kr. rb. Halbjährig 1 fl. 48 kr. rb. Pirrtcljäbri.q 54 kr. rb. Iin Kcnigrcick Preußen ist durch Stcmpelgrbübr :c. der Preis des Iaurgangs um 24 Sgr. erböbt worden. In'cratc werden mit 1 Sgr. sür die Petitzeile oder deren Naum bercflmet. Alle Buckbandlungen und Postämter nebmen Befrei! an. Destcrreicl'isä'c Banknottn^ laut ^ours. Es wird wiederholt darauf aufmerksam gemacht, daß die löbl. österr. Postämter Abonnements anuchmen; diejenigen geehrten Abonnenten in Oesterreich, welche bisher directe Zusendungen erhalten haben und deren Abonnement mit Oetober abgelaufen ist, werden deßhalb ersucht, bei der Post zu abonuiren. Inhalt. Leitende Artikel: Unsre Zeit, von I)r. A. Hirsckseld. — Drtbcdor-iSr. Dibrlanstalt. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Kasiel. Preußen: Köln. Münster. Tarnowitz. Aus der Provinz Posen. Okster-' rciklnschcr Kaiscrstaat: Beleb. Debrezin. Asien: Sy- FeniHeton: Zur Scbulfragr. (Fortsetzung.) Leitende Mrtikel. Andere Pen vr. A. Hirschseld. Keine Zeit hat mehr Bewrgniß dem gefühlvollen, mit Herz und Geist feinem angestammten Glauben ergebenen Israeliten cingeslößt als die gegenwärtige, die sich, wenn auch nicht mit Unrecht, doch leider zum Nachthcil des Judeuthums die aufgeklärte zu sein rühmt. Denn was Willkür und Fanatismus nicht erreicht haben, was dem Barbarismns und der mit blinder Tyrannei wüthendcn Bckehrungssucht nicht gelungen ist, dem großmüthig gefristeten, gleichsam im Verborgenen schleichenden Jndenthume den Todesstoß zu geben, das scheint leider der Jetztzeit durch den von ihr selbst heraufbeschworenen Zeitgeist zu gelingen. Dieser führt in seinem Wappen Aufklärung. Aber Aufklärung im wahren Sinne des Wortes würde dem Jndenthume, das Erkenntniß und unablässiges Forschen zu einer der Hauptpflichten macht, nicht geschadet haben. Nur die Scheinbildung und die sich selbst vergötternde Afterweisheit, die sich selbst genug ist und neben und über sich keine höhere Weisheit und Erkenntniß duldet, diese sucht ihm nnheilbare Stoße beizubringen, an deren Wunden es ' sich verbluten soll. Eine Aufklärung, welche die Fundamente der Religion zu untergraben strebt, der nichts als nur ihre eigenen Lehren heilig.sind, die alle Fesseln des Glaubens durckbrcchen und frei und schrankenlos einherwaudeln will, ohne das geoffenbarte Gesetz und das von den Vätern ererbte, unter unsäglichen Qualen und Todesgefahren fortgepflauzte und als das theuerste Gut gehegte und gepflegte traditionelle Judenthum anzncrkenncn, eine solche Aufklärung kann keine wahre genannt werden. Sie kann nur dann als eine solche sich geltend machen, wenn sie ihre Dienste der Religion widmet, wenn sie diese nicht nur sich coordinirt, sondern ihre ganze Thätigkcit, obschon nicht ausschließlich, doch znm großen Thcil auf sie anwendet und sie dann mit dem, auf dem