Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 18 (27.9.1860)
- Date
- 1860-09-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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223 nehmen, auf dessen Gesetzestreue auch nicht der Schatten eines Verdachts fällte Dreimal wurden der Gemeinde Endingen (vor der Vereinigung mit Lengnau). Neologen von der Regierung vorgeschlagen, und dreimal wurde die Annahme derselben refüsirt; unsre Schwestergemeinde ist von denselben Gesinnungen durchdrungen. . . . n. Asien. Jerusalem, 15. August. Sie wundern sich vielleicht, aus der heiligen Stadt, deren Bewohner eigentlich ausschließlich dem beschaulichen Leben zugewendet sein sollen, eine Mittheilung für Ihre geschätzte Wochenschrift zu erhalten. Wahrscheinlich aber werden Ihre Grundsätze mit den meinigen darin übereinstimmen, daß wir unserer allerdings nächsten und vielleicht ausschließlichen Aufgabe, heiligen Zwecken zu leben durch Alles, was im Allgemeinen betrifft, Nachkommen, und je mehr unsere Mitwelt durch die einseitigen öffentlichen Organe, wie die Zeitung des Judenthums und andere ähnliche Blätter, welche so unverdient den heiligen Boden betreten, irre geführt wird, desto dringender ist die Pflicht eines Jeden, die Wahrheit offen uno frei zu sagen. Ich berühre heute eine sehr wichtige Angelegenheit, von der ich weiß, daß sehr viele unrichtige Darstellungen derselben zur Bethörung unserer hochherzigen Glaubensgenoffen in Europa in Umlauf gesetzt sind (ob auch in öffentlichen Blättern*), weiß ich nicht) und deren Berichtigung nicht nur um des Rechtes allein willen,- sondern um anderer großen Unternehmungen, welche von unfern treuen Glaubensgenoffen in Europa ausgehen, sehr nothwendig ist. Es ist Ihnen sicher bekannt, daß eine Deprrjakion der Sephardim in großen Städten Europas, unter andern auch in Wien, das Interesse unserer -wohlhabenden Brüder daselbst, für den zu ermöglichenden Rückkauf einer Anzahl ihrem gehörenden Grundstücke, welche Schulden halber, die schon-von frühern Generationen contrahirt, verkauft werden mußten, jedoch die Begünstigung eines Rückkaufes innerhalb eines Jahres erhielten. Ich berichte Ihnen hiermit den wahren Sachverhalt, und enthalte mich jedes Urtheiles darüber, welche Aenderung derselbe auf die Entschließung der hochherzigen Sichbetheiligenden auch mit sich führe. Es ist wahr, daß die Sephardim schon von altersher sehr schuldenbelastet sind. Sie haben deßhalb aber aus freiem Entschlüsse gewisse für die .iv'iio früher bestimmte Grundstücke verkauft, was auch derzeitig in allen ww-mm rwOiv '5Q verkündet worden ist. Durch eine sehr lebhafte Concurrenz wurden dieselben für 130,000 Piaster an vier der bedeutendsten Sephardim, die besonders religiös sind und sicherlich die Felder nicht an Nichtjuden veräußern werden,*) verkauft. Es ist also in dieser Beziehung durchaus keine Besorgniß und deßhalb auch kein Grund vorhanden, ihre Sendboten nach Orten und Landstrichenwelche fast ausschließlich von Nichtsephardim bewohnt sind, zu senden und die Betheiligung für die großen, so unendlich wichtigen Unternehmungen, wie z. B. das Bauunternehmen, zu schmälern. Es ist möglich, daß Andere anderer Meinung sind; der wahre Sachverhalt aber ist der obige. *) Dieser Umstand ist in dem Briefe im Ham. vollständig verschwiegen. Die Red. A n z e Die löblichen Buchhandlungen Nt. Ellinger in Preß- Lurg und Mt. Poppelauer in Berlin, neue Friedrichsstraße Nr. 61, haben für unser Blatt Agentur übernommen. - Die Expedition des Israelit. Die Herren Mt. S. Jfaäe At Söhn, Herausgeber des Jewish Messenger in New-Bork, haben für unser Blatt! Die Expedition des Israelit. iS e n 250 ev. 300 Thlr. Pr. C. — Frankirte Offerten unter b'. S, die verehrt. Redaction d. Bl. erbeten. -