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Der Israelit · 1860-09-20 · Heft 17 (20.9.1860) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 17 (20.9.1860)
Date
1860-09-20
Page
– (sequence 2)
Language
German
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gerade das Verständnis;?des ^Geistes in der Ziatur, welcher aus ihren ewigem Gesetzen.'spricht,^. däs^'Zie^- der Naturforschung?^Und die Verfolgung dieses'Zieö les sollte unvereinbar sein mit einen; innern Leben im Sinne achter Religion? Wir würden der Frage, auszuweichen suchen müssen,.wenn der so, anspruchsvoll auftr8^eAÄä^älisUä)LinWHäd8:neü Schulewirklich die noch wendige Consequenz der Naturforschung wäre. Er versichert, daß dem so sei; obwohl, mit sehr wenigen Ausnahmen, die ausgezeichnetsten Forscher, die Männer der Wissenschaft namentlich, welche zugleich Forscher und - schöpferische Denker lind, in den Reihen seiner"Gegner stehen. Er versichert es, obwohl seine Lehren, in einer von ihren, heutigen nur wenig verschiedenen Gestalt, lange vor^ der Entwickelung unserer heutigen Naturwissenschaft aufgestellt worden sind. Unter diesen Umständet; erscheint es als eine würdige, dem Zwecke unserer Versammlung nahe liegende Aufgabe, uns die Frage zur Prüfung vorzulegen: ob wirklich ein unversöhnlicher Gegensatz zwischen Wissen und Glauben bestehe, und somit der Sieg des einen der Tod des andern sei? ob wirklich jene? dem Menschen eingeborne Sehnsucht, welche ihn hindrängt nach einem Höheren über der Natur, hindrängt nach der Quelle des Lebens, nur eine Täuschung? ob wirklich das gläubige Bewußtsein, welches uns erhebt und aufrecht erhalt im Schwanken alles Irdischen, mit der fortschreitenden Erkenntniß der Natur unvereinbar? ob wirklich, die heiligsten Güter des Herzens vor dem Lichte der Wissenschaft nicht mehr sind, als ein kindlicher Wahn? Hören wir die Stimmführer des Materialismus, so sind, diese Fragen zweifellos entschieden. Aber die Geschichte der Wissenschaft -lehrt, daß diejenigen ihrer Entwickelungsrichtungen^nicht die glücklichsten waren, in denen man meinen konnte, mit den höchsten Aufgaben derMissenjAaft fertig zu^-sein. Man glaubte, die Principien erMtTuyMestgestellt zu haben, aber die vermeinten PnncDen^waren nur — Worte, und während die Fragen auf der Hand zu sie, wie durch einen bösen Zauber, Ferne. - Auch man uns: „mit Leichtigkeit" ^seidie ^Enfftehnng der gesammten orga- . urschen Natur aNWem " Wirken physikalischer und chemischer Kräfte zu erklären. Eines Schöpfers erdiger Weisheit bedarf es ^-habest Aich't. N atur.no th- ^w endigkeit ist Alles. In der That, auch der" Verstand bat seine Schwärmereien, und indem er einen Aberglauben zu vernichtew sucht, kann er in der; Fall kommen, ÄnenmeüeMselbst zü. schaffen.indem '.epDespenster . verscheucht-Fann es ihm begegnen, däß'er ein l eeres Wort als lebendige, schaffende. Kraft verehrt! Schroff stehen die Gegensätze ^einander gegenüber, und unsere Zeit wird nicht bestimmt sein, sie auszugleichen. Glücklichgenug, wenn sie?E^iträge liefert zur Erhellung der Grenzgebiete, in-'welchen^, ^ünd um welche ^gestritten wird. Hoffen wir dabei) "daß. der. Streit um die: höchsten Fragen, welche die Menschheit berühren, niemals den Boden der Wissenschaft verlaffe,.. niemals in einer andern Weise geführt werdeals in einer der Würde des Gegenstandes angemessenen. Indem ich es versuchen will, - einige Gedanken über das Verhältniß der naturwissenschaftlichen Forschung gegenüber den letzten und höchsten Dingen auszusprechen, gegenüber den Fragen' über Sein und WeHZA, Schöpfung, Seele, Gott, gegenüber. den Fragen der Religion, werde ich kein Argument benutzen, das einem andern Gebiete als den; der streu-,, gen Wissenschaft selbst angehört. Schwerlich wird es mir dabei gelingen, Neues zu sagen; aber bester als nach Neuem zu suchen, ist es oft, das Bekannte in solchem Zusammenhänge vor die Seele zu führen, daß es in seiner vollen Bedeutung znm Bewußtseim komme. „Das Wahre war schon laugst gefunden — Das alte Wahre, fasst es an!" Pon . ebenso hohem, oft von höherem Werthe für die Wissenschaft als die Entdeckung einer neuen Tatsache, oder irgend ein positives Ergebniß der Forschung, kann die Aufdeckung eines Jrrthums, ja schon die Nachweisung einer Unklarheit in unfern; Misten sein, welche die Forschung aufhielt, deren Wegräumung ihr neue Bahnen eröffnet. Nichts bezeichnet mehr den ächten Mann der Wissenschaft, als das Streben nach klarer Einsicht in die Gründe, auf welchen unser Wissen beruht. Wenn der Forscher eine Methode der Unter-

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