Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 16 (12.9.1860)
- Date
- 1860-09-12
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2446951-2446952-2446969--00219-2455383- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
198 Denn ach, zerklüftet sind wir nun, zerrissen, Und Ueberinnth hebt frech das Haupt enrpor, Verhöhnt wird Gottes Lehre ohn' Gewissen, Und falscher Glaube dringt anmaßend vor. Verblendet und verwaist sind Jakobs Schaaren, Unindisch ist die Zeit und ihr Gebühren! D'rum tauche unser Herz in Reinheits-Fluchen Und läutre unsere Sinne vom Zeiten-Rost. Entzünd' des Glaubens lang erloschne Gluthen, Wie Himmelskerzen an dem lichten Ost: Und lernen von uns werden alle Zonen, Und auf der Erde wird nur Wahrheit wohnen. Daun wird der langersehnte Freiheitsmorgen Erstehen aus der Knechtschaft finstern Nacht! Erlöst wird sein die Welt und woblgeborgen. Gerettet von der Sünde Riesenmacht, Und jeder Odem wird Gott anerkennen, Ihn nur allein als Gott des Weltalls nennen! Und sie hört der Mann voll Bangen, Den eitles, sinnliches Verlangen Gottes Dienst vergessen ließ, —' r.i Wirft vor Gott sich reuig nieder; Es erhebt ihn gnädig wieder. Der den Reu'gen nie verstieß. Jüngling! an der Leidenschaften Kette bleibe doch nicht haften, Heb' dein Ang' zu Gott empor. Ohne Gottesfurcht und Tugend, Wild vergeudest du die Jugend, Triumphirest — armer Thor! Sieh, dein schwaches Herz erbebet, Wenn sich Schofars Ton erhebet, Aufgefchreckt von innerer Furcht, Die kein Sterblicher ergründet, Die in dir den Ursprung findet, Die dein weiches Herz durchfurcht. Dnm wird auch Zion frei das Haupt erheben. Und Salem wieder aus dem Schutt ersteh'n, Und gnädig wird Gott über Jsra'l schweben. Erhörend seines Volkes heißes Fleh'n; Verschwunden werden sein der Erde Flüche, Erfüllt der Zukunft goldne Segenssprüche! — Di-. Aron Hirschscld.*) -ArIv'kÄ.x'kNN'. Am 1. blul. Stark erdröhnt des Tempels Halle Von dein ungewohnten Schalle, Von des Schofars mächt'gcm Ton. Ein geheimnißvolles Ahnen Weckt er und ein ernstes Mahnen: Zeit zur Reue ist es schon! Und der schwache Greis erzittert Von des Schofars Ton erschüttert, Denkt der Sund' vergangner Zeit — Hoffet Gnade bald zu finden, Denn des Schofars Töne künden Gnade dem, der jetzt bereut. —. Streu das Körnelein der Reue In die Furche; — doch das scheue Pflänzchen fürchtet vor dem Licht; Wenn's kein guter Boden beget, Wcnn's kein treuer Gärtner pfleget, Sprosst r es und blüht es nicht. Laß es nicht, o Jüngling? sterben; Laß das Keimchen nicht verderben In der Zeiten Strömung Schlamm; Air der Maubcnsgnrlle. Rande Zieh' es auf im guten Lande Zum erstarkten Glaubensstamm. Diese gottbefohl'nen Schrecken, Die des Schofars Töne wecken. Jüngling, die ersticke nicht! — Sie erheben in die Sphäre Gottes dich, — drum Jüngling! höre Was des Schofars Stimme spricht. Stark erdröhnt des Tempels Halle Von dem ungewohnten Schalle, Von des Schofars mächt'gem Ton, Ein geheimnißvolles Ahnen Weckt er und ein ernstes Mahnen: Zeit zur Reue ist es schon! LI. dl. 8.