Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 15 (5.9.1860)
- Date
- 1860-09-05
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2446952-2446968--00202-2455365- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
182 Werks 2wn 'o und OV.1 riwv 'v in wöchentlich 6 Stunden gelehrt; für einzelne Bücher aus O'Iimi sind wöchentlich 2 besondere Stunden bestimmt. — Für die fähigen Schüler schreibt unsere obrigkeitlich bestätigte Schulordnung auch den Talmud als ordentlichen Lehrgegenstand vor. Unsere erst seit dem 1. Nov. v. I. ins Leben gerufene Anstalt, welche bereits gegen 90 Zöglinge zählt, wird 7i"'x bald einige für dieses wichtige Lehrobject fähige Knaben besitzen, das dann i"cQ mit Freude begonnen, und mit Eifer fortgesetzt werden soll. In der unteren Klaffe werden die Kinder beiderlei Geschlechts noch vereint, von der Mittelklasse an in getrennten Localen unterrichtet. Außer den wöchentlich 34 ordentlichen Lehrstunden, welche für Schüler und Schülerinnen auf den Neligions- und deutschen Unterricht (Lesen, Schreiben, Rechnen, Gesch., Geogr., Gramm. Stil, Naturkunde) und für Mädchen noch auf weibliche Handarbeit vertheilt sind, wird die fr. und engl. Sprache noch in besonderen 6 Stunden unterrichtet. — So wird denn seit der Entstehung unserer Gesammtschule Unterricht in ^->8 verbunden, und, von der nächsten Prüfung erwarten wir die ersten Beweise ihres allseitigen Gedeihens. Die hiesige Gemeinde, die sich erst seit 1848 organisirt hat, bethätigt große Opferwilligkeit zu diesem heiligen Zwecke, und in dem Maaße, wie sich der Segen des Wohlstandes durch die Liebe der Vorsehung über die Mtglieder verbreiten wird, wird sich unsere Anstalt verbessern und erweitern. — Breslau, Ende August. In einer Schrift, betitelt: „Geschichte der Juden in Danzig von vr. A. Stein, Nabb.," ist S. 54 in unangemessener Weise eines Talmud-Werkes erwähnt, das den Nestor der Rabbinen, Israel Lüpschütz in Danzig — einen der bedeutensten und anerkanntesten Talmudgelehrten der Jetztzeit — zum Verfasser hat. Es ist unseres Berufes nicht auf etwaige Jnvectiven, viel weniger ans deren möglichen Hintergrund, die etwaigen Ursachen und Motive dazu, weiter einzugehen. Doch soviel müssen wir, der Oeffentlichkeit und dem Laien gegenüber, an seinem öffentlich ausgesprochenen Urtheil hier berichtigen: daß, fast Jeder,, der nur die Anfänge des Talmudstudiums hinter sich hat, jenen Mann als einen der hervorragendsten der jetzigen Autoritäten' auf dem Gebiete der talmudischen Literatur kennt und ebenso weiß; daß dessen großes Werk, ein in größerem Styl angelegter und trefflich ausgeführter Commentar zu dem sechsbändigen Mischnah-Werk, sich einer hohen Auszeichnung unter den Talmudisten erfreut. Selbst Männern der Wissenschaft war es sehr willkommen, und ist ihnen sehr werth geworden. Männer wie Sachs, Prediger und Rabbiner in Berlin, Prof. Or. Saalschütz in Königsberg, der dieses Werk in seinem mosaischen Recht mit besonderer Auszeichnung anführt, vr. Adler, Oberrabbiner in London, gewiß Männer von Autorität, haben ihr Urtheil über das genannte Werk in auszeichnend anerkennender Weise ausgesprochen. Auch ist eine ganze Abhandlung. aus seinem Commentar, die Zeitrechnung der Juden, bereits im Jahre 1845 ins Deutsche übersetzt und von dem gelehrten Danziger Chronisten Dir. vr. Löschin, einem rühmlichst bekannten christl. Gelehrten, dessen selbst - der Vers. Stein in gen. Schrift S. 7 rühmlichst erwähnt, als eine gründliche Arbeit sehr empfohlen worden. Das erwähnte Werk des Herrn Lüpschütz wird übrigens nächstens in zweiter Auflage, stereotypirt, bei Sittenfeld in Berlin erscheinen. Ein Auszug dieses Commentars ist vor wenigen Jahren in Wilna erschienen. Ders. vorerwähnte Commentar wird ebenfalls einer Uebersetzung der Mischna, die in Königsberg erscheint, beigedruckt werden. Das Urtheil des Herrn Stein ist also, wenn man nicht seine Unfähigkeit über dergleichen Dinge zu urtheilen sollte annehmen müssen, mindestens sehr unbesonnen und compromittirend für ihn. ck. k. Posen, 15. August. Wenn ich die Absicht habe, in nachstehenden Zeilen ein Bild von den religiösen Zuständen der jüdischen Gemeinden unserer Provinz zu entwerfen, so geschieht dies, weil mir daran liegt, den geschätzten Lesern des auch hier sehr beifällig aufgenommenen „Israeliten", den unglücklichen Eindruck zu benehmen, den der Artikel in Nr. 11 Ihres; Blattes, aus der Provinz Posen überschrieben, etwa ausgeübt haben könnte. — Ich zweifle nicht, daß Sie/ zur Ehre der Wahrheit und Genugthuung unserer.