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Der Israelit · 1860-08-22 · Heft 13 (22.8.1860) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 13 (22.8.1860)
Date
1860-08-22
Page
– (sequence 10)
Language
German
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um nachher die Vertreter der Orthodoxie für den Fanatismus der Menge verantwortlich machen zu können. Die Beffergesinnteu fühlen das auch , und schon haben sich Mehrere? zurückgezogen. Die ganze oiärouigne seauäaleuos^.wird uns als ein todtgeborenes Kind bezeichnttHwAagewesen, um Scandal zu machen. — 'Spareien.? Wir entnehmen'hem^Univ. isr.. Folgendes: ' Herr Albert Kohn,Fünfer berühmter Glaubensbruder, dessen fromme und^ hochherzige Hingebung für das Judenthum bei jedenrEreigNiß zu wachsen scheint, und der so eben eine/hochst. anstrengende, mit großen Opfern verbuydene'Mserunternommen hat, um den Marokkanischen Israeliten Hilfe zu bringen, ihre gegenwärtige Lage ^u. erleichtern und Mr) sie eine bessere Zukunft vorzuLereiten, hat uns'-die Ehre erwiesen, von Spanien aus den nachfolgenden Brief zu senden: Sevilla. Mein lieber Herr Bloch! Des heute Abend eintretenden Sabbaths wegen hier aufgehalten, benutze ich diesen Augenblick, um ihnen die Resultate mitzutheilen, welche ich unter Gottes Beistand so glücklich war, für unsere unglücklichen Brüder von Tetuan zu erlangen. Nachdem ich dem Marschall O'Donell den Brief zugestellt, in welchem ihm das Central - Eonsistorium seinen Dank ausspricht für die menschenfreundliche Art, womit er unsere Brüder behandelt, hat dieser Staatsmann mich und Hrn. Weisweiler, dessen wirksame Vermittlung mir allenthalben von großem Nutzen war, sehr huldreich und herzlich empfangen. Er hat 'mir versprochen, dem General Rios, der in Tetuan commandirt, hinreichend ernste Instructionen zu geben, um sobald als die Vertragsbedingungen zum Vollzug gekommen, die Israeliten aufs Wärmste der Marokkanischen Regierung zu empfehlen; er hätte sogar aus diesen Bedingungen einen Vertragsartikel gemacht, wenn das Völkerrecht es gestattet hätte; denn die Juden von Tetuan sind Marokkanische Unterthanen. Aber der Geschäftsträger, welchem Spanien nach Fez und Tanger geschickt hat, und mit welchem der Minister der auswärtigen Angelegenheiten mich unmittelbar in persönliche Verbindung setzte, wird in Gemeinschaft mit den Eonsuln der verschiedenen Städte die Bürgschaft für Maßregeln übernehmen. Ueberdies wurde ich von Seiten des den Juden geneigten Generals Prim mit Briefen für den General Rios versehen, und man hat mich nach erfolgter Kenntnißnahme um Berichterstattung und Vorschläge gebeten. Es werden unentgeltlich allen Personen, Männern, Frauen und Kindern Pässe verabreicht, daß sie sich nach jedem beliebigen Orte, sogar nach spanischen Städten in Europa, wie nach solchen in,Afrika, begeben, wo sie in ihren Häusern nach Beliebenileben und beten können. Zur Ausübung eines öffentlichen Cultus können sie jedoch nur durch eine gesetzliche Autorisation, um welche bei den betreffenden städtischen Behörden Gesuche einzureichen sind, gelangen. Nach meinem Dafürhalten wird dies im Laufe der Zeit erreicht werden. Die einflußreichsten Persönlichkeiten des Landes sind dieser Ansicht; die einen halten einen Zeitraum von etwa zwei, die andern von fünf Jahren für erforderlich. Begräbnißplätze werden ihnen auf ihr Ansuchen ebenfalls eingeräumt. Ich habe sogar die Einsicht gewonnen, daß wir weit leichter zugelassen würden, wenn die englischen Missionäre sich nicht bestrebten dort Proselyten zu machen. Der Marschall O'Donell sagte lächelnd zu mir: „Bewirken Sie, daß von Marokko ein jüdischer. Geschäftsträger in Madrid ernannt werde. Dieser könnte dann.-nach Art der englischen Gesandtschaft einen Betsaal errichten, den Jedermann besuchen könnte. Von unserer Seite wird nicht das geringste Hinderniß entgegengestellt werden." Aber ich habe mich mit diesen Maßregeln nicht begnügt. Kräftig unterstützt durch unseren Gesandten, an welchen ich ein Schreiben von Herrn Thouvenel Hatte, und durch den englischen Minister, Herrn Edwards, der mir ein warmes Empfehlungsschreiben an Sir Drumord Tray einhändigte, hoffe ich durch die Geschäftsträger Frankreichs, England und Spaniens ein beschützendes Corps zu bilden, welches zunächst in officiöser, später aber in osficieller Weise, als die Vermittler unserer Brüder auftreten werden, wie dies allmählich in der Türkei geschah. Aber ich muß eilen, weiter zu kommen, denn die Verhältnisse von Tetuan sind sehr traurig. Vielleicht wird nachstehende Thatsache Interesse für Sie haben. Als ich am Sabbat den General Prim sah, sagte

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