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Der Israelit · 1860-08-15 · Heft 12 (15.8.1860) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 12 (15.8.1860)
Date
1860-08-15
Page
– (sequence 9)
Language
German
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149 Ler gesetzestreuenJsraeliten entspricht, zu gründen. Es ist dies bei der so bedeutenden Frequenz dieses Platzesbesonders während des so sehr besuchten Marktes, von der größten Wichtigkeit, nicht nur Gr unsre Gemeinde selbst, sondern für die-Nähe und Ferne. Dank, tausend Dank den edlen Gründern! Palota. So eben erfahre ich, daß Hr. Oberrabbiner vr. Guggenheim in Stuhlweißenburg den Vorstand der ' dortigen Gemeinde wegen deren Veröffentlichung der sogenannten Klagen gegen ihn wegen nachweislicher Beleidigung der Religion, seines Amtes und seiner Person zur Verantwortung gezogen. Jeder Redlichdenkende muß die Angelegenheit dieses in so seltener Weise gesinnungstüchtigen Herrn Rabbiners mit größtem Interesse verfolgen und sowohl seinen Schmerz, nothgedrungen zu solchen Mitteln greifen zu müssen, aber auch seine gerechte Hoffnung, bei hoher Behörde gegen Brutalität Recht zu finden, .theilen. , . „ .., , Bonyhad, im August, Die hierorts seit mehreren Jahren bestehende isr. Gemeindeschule ist in Folge h. Statthalterei-Erlasses zu einer öffentlichen Massigen Hauptschule erhoben worden. Die feierliche Eröffnung derselben ist für den Beginn des kommenden Schuljahres bestimmt, und wird der Konkurs zur theilweisen Neubesetzung der Lehrerstellen demnächst verlautbart werden. — Wie wir aus glaubwürdiger Quelle erfahren, geht der Vorstand mit dem Plane um, gleichzeitig eine zweiklassige Mädchenschule in's Leben zu rufen. Das Bedürfniß einer solchen Anstalt ist hier, um so fühlbarer, als.sämmtliche Klassen in dem Grade überfüllt sind, daß ein fruchtbarer, nutzbringender Unterricht kaum mehr erzielbar ist. In der Schule vielfacher Enttäuschungen sattsam belehrt, wird die Gemeinde bei der bevorstehenden Lehrerwahl gewiß mit - erforderlicher Vorsicht zu Werke gehen. Möge es derselben gelingen zum Heil und Wohl ihrer Jugend Männer zu finden, welche die Schule nicht bloß auf der Höhe der Zeit zu erhalten wissen, sondern, ihren heil. Beruf allseitig erfassend, den guten Willen mitbringen, in die ihnen anverträute Schule echt jüdischen Geist und jüdisches Leben zu verpflanzen: Unsre Kanzel ist seit mehr als einem DecenniUm gänzlich verwaist. Ist es in unfern Tagen schon sehr (Beilage zudtro. problematisch,, einen Mann zu finden, der die Stelle eines Hirsch Heller, Wolf Boskowitz- Moses Pereles und sonstiger namhafter Koryphäen, die -ihrer Zeit hier ,-^in 'L'27>2i 'nvIrin MLQ gewesen, würdig einzunehmen im Stande wäre r, so erscheint dies um so unerreichbarer, wenn wir auch die anderweitigen Ansprüche in Erwägung ziehen, die man heute an einen Rabbiner allenthalben stellt. Ein nicht geringer Grad profaner Bildung, gediegene Kanzelberedtsamkeit und gründliche rabbinische Studien sind die stereotypen Anforderungen selbst der geringsten, unbedeutendsten Gemeinden, nicht eingedenk, daß lii->2 's eben nicht jedem Sterblichen zu Theil wurde*). Dies der Umstand, in Folge dessen so mancher Rabbinatsstuhl in Ungarn seit Jahren vergebens einer Wiederbesetzung entgegenharrt. Bei der Ende v. M. im nahen Fünfkirchen stattgehabten Präparandenprüfung sind auch neue israelit. Lehramtszöglinge approbirt worden. Nicht uninteressant dürfte Ihnen die Mittheilung sein, daß sechs derselben die Hauptschullehrer-, und nur drei die Volksschullehrerbefähigung erhielten — gewiß das beste Zeugniß für die Strebsamkeit unsrer Glaubensgenoffen in diesem Kronlande. Die k. k. isr. Musterhauptschule zu Fünfkirchen gedeiht vortrefflich. Leider ist ihr Wirkungskreis gar zu beschränkt. Im Schooße einer größern isr. Gemeinde würde sie unfehlbar mehr des Heils und Segens stiften. Doch dürfen wir hier nicht unerwähnt lassen, daß die kleine isr. Cultusgemeinde daselbst sich dieser Begünstigung der h. Regierung vollkommen würdig erweist. Dieselbe führt jetzt eben ein prachtvolles Schulgebäude auf, dessen Baukosten sich auf mindestens 15,000 fl. österr. Währung belaufen. NoritL Ldrsrttksil. Sch w e i z. Aargau, im Juli. Die aargauisch e n I sr aelit en haben, wie die Aarg. Nachr. melden, gegen die im Kanton Baselland noch bestehenden, an das Mittelalter erinnernden Gesetze, die den Juden daselbst jede Gewerbsausübung untersagen , Beschwerde beim Bundesrath erhoben. Die Regierung, von Basel- *) Anm. der Redactton: Und doch sind diese Anforderungen durchaus berechtigt. 12 -es Israelit.)

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