Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 10 (1.8.1860)
- Date
- 1860-08-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2446952-2446963--00132-2455290- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
1. Jahrgang. HZ W. E i n LSr. Lehmann in Mainz. Mainz, den 1. August 5620. (1860.) bandet 2 Thlr. p. C. oder fl. 3. 30. kr. rh. Halbjährig 1 Tblr. p. C. oder fl. 1. 45. kr. rh. Vierteljährig 15 ägr. p. C. oder 53 kr. rh. Bei der Post: 3 st. 36 kr. rh. Halbjährig 1 fl. 46 kr. rb. Vierteljährig 54 kr. rh. Im Königreich Preußen ist durch Stempelgebühr -c. der Preis des Jahrgangs um 2-4 Egr. erbebt werden. Inserate werden mit 1 Sgr. für die Petitzeile oder Die5d. .K. östcrr. Postämter sind nunmehr durch den vierten Nachtrag;nr österr. Zeit,»,,gS- -LA QDL" Preis-Liste angewiescil^worden Bcstellnttacn^anf den Israelit eutgegen;nnelrnren. Bei künftigen Inhalt. Leitender Artikel? Zur Schulfrage. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Kassel. Kassel. Von der Elbe. Aus Vaiern. Preußen: Berlin Berlin. Königs- Leitender Artikel. ^ur Icsiulfrage. I. Aus Krrrhessen. Sie haben, hochgeehrter Herr Nedacteur, in Ihrem Prospectus versprochen, auch für Angelegenheiten der Schule die Spalten Ihres, auch in unserm Lande vielgelesenen Blattes zu öffnen, und mir müssen gestehen, daß es sich schon der Mühe verlohnte, wenn auch nur in dieser Absicht ein Blatt für das orthodoxe Judenthum gegründet morden wäre. Ja, mir halten dieses Moment für so dringend, von so vorwiegender Wichtigkeit, daß es in den Vordergrund vor alle andern Angelegenheiten gestellt werden sollte, denn mehr als je ist die Jugenderziehung eine übergeordnete, ja, eine brennende Frage geworden. Wer einen Zeitraum von 30—40 Jahre zurücksehen kann, wer die damalige Jugend mit der jetzigen, die damalige Erziehung mit der heutigen vergleicht; wer sich der Klagen noch er- ' innert, die in unsrer Kindheit unsre Alten schon gej führt, im Vergleiche ihrer Zeit mit der, vor nochz mals 30—40 Jahren: der wird der stillen Besorgnis; sich nicht entheben können, .-nn. — Unsre Alten legten Einer nach dem Andern sich zur Nuhe, mit Wehmuth sahen wir die gediegensten Männer von uns scheiden, wir kennen, wir verstehen, wir bewundern noch die Größe ihrer Charaktere, ihre stille, ihre erhabene Tugend, — unsre Söhne und Töchter haben kaum eine Ahnung mehr davon! Soll! die jüdische Selbstverleugnung, die jüdische Mäßigkeit, die jüdische Selbstüberwindung, ja, die jüdische . Sillenreinheit zu einem verschollenen Mührchen werden? Soll sie es? Nein, gewiß nicht! Allein, dann dürfen wir uns nicht mit dem tröstlichen Worte einwiegen rS'2, dürfen nicht sprechen, Gott werde sein Judenthum nicht untergehen lassen. Denn die Fortpflanzung seiner Wahrheit hat Gott selbst in! unsre Hände gelegt; dann müssen wir uns täglich! Vorhalten ^.-iv p ."irn und so dafür j arbeiten, wie wir für unser eignes Interesse thätig sein würden. Und da wäre es denn von dem Ge- ' setze und der Vernunft zunächst geboten, für unsre