Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 9 (25.7.1860)
- Date
- 1860-07-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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es fühlte, es hatle^ das"goldne Kalb gemacht und. alle diese Sünden hätten/für die "Zukunft: nicht so - verderbliche Folgen nach sich gezogem Die'verderbte - Gesinnung war's, die sich in dem Mangel an Vertrauen bekundete; sie war's, die die Vertrauenslosen in der Wüft^/terben. ließ und-jenen, Tag zu einem Tage der Trauer noch'für' spate Geschlechter machte; Ist es in unserer Zeit nicht ein ähnlicher Mangel an Vertrauen, der uns so traurige, religiöse Zustände, gebracht hat? Warum ist in unserer Zeit die Entweihung des Sabbats so häufig? .Schauen wir uns , um ^mter..,Denen,^dLe..Mm..-.GytteZgesetz. abgefallen sind. Jener sogenannten philosophischen Reformjuden, die aus vermeintlichem Grundsatz Gott und seine Gebote mißachten, gibt es G. s. D. sehr wenige. Ehedem war es manchmal das Studium philosophischer Schriftsteller, das Einzelne zum Abfall brachte. Wer aber unter der großen Menge der heutigen Sabbatentweiher beschäftigt sich mit der Philosophie oder kann nur den Grund angeben, warum er Gottes Gebot verletzt? Es ist einzig jener hassenswerthe Leichtsinn, dessen Urgrund in Mangel an Vertrauen zu Gott zu finden ist, jene ängstliche Sorge um die Beschaffung der Lebensbedürfnisse, welche die geschäftige Hand am Sabbat nicht ruhen läßt, jene Furcht, die Gesundheit zu gefährden , welche den Reisenden verbotene Kost genießen läßt , pw- und die Gewohnheit kömmt dazu und gestaltet das ganze Leben zu einem unjüdischen. Die Galuth-Zeit ist eine Prüfungszeit. Wir sollen in der Zerstreuung unsre unzerstörbare Anhänglichkeit an Gott bewähren , die wir im heiligen Lande nicht zu bewahren verstanden haben. Siebzehn Jahrhunderte haben uns durch schreckliche Noth und unsägliche Leiden von unserm Gotte nicht zu entfernen vermocht. Man hat uns um der Anhänglichkeit willen, mit der wir am Gotte unsrer Väter festgehalten, gehetzt wie das Thier des Waldes, man hat Scheiterhaufen errichtet für unsre edelsten Männer und Frauen, man hat uns gejagt von Land zu Land , mau hat entehrende Abzeichen geheftet an unser Kleid , man hat uns in Ghettis gepfercht., mit Ausnahmsgesetzen zu Boderr gedrückt, von jedem ehrenvollen Erwerb uns -ausgeschloffen undan unfern Namen das - Mal der- Schande geheftet; und wie haben Israels Söhne diese Prüfung bestanden? Sie haben? sich glänzend bewährt inmitten. all dieser Lei-/ /den,^ haben GottHie Treue bewahrt Und sein heilig:. 'Gesetz hoch gehalten als^ den.höchsten Schatz — die§ Ursache'der Leiden und zugleich das Mittel, .sie zu/ ertragen. Wie leicht konnte der Jude in den der-/ stoffenen Jahrhunderten sein traurig Loos-mit einem schöneren vertauschend Das" einzige^ Wort-. des Abfalls hätte ihn aus dem schmutzigen Ghetto in den .Palast der Fürsten geführt, er sprach das'Wort nicht und bewahrte die Treue, er zog das Elend der Sünde vor. 12mW rin bbIi! .Jetzt, ist,.eine andere Zeit der Prüfung gekommen. Dank dem milden Geiste der Menschlichkeit, welcher seit einem Jahrhundert Fürsten und Völker beseelt, lebt Israel geehrt und geachtet unter edlen Nationen, gegen die es von einem Geiste der Brüderlichkeit durchdrungen, und von denen es im Geiste der Brüderlichkeit behandelt wird. Mehr Versuchungen als das Unglück bringt das Glück; das Unglück führt zur Verzweiflung und -Empörung; das Glück führet zum Hochmuth, zum Ueberdruß, zur unersättlichen Habgier, zur gottvergessenen Ueberhebuug. Wie bewähren wir uns im Glücke, widerstehen wir den Versuchungen der Gegenwart, bewahren wir auch in der Jetztzeit die alte Treue? — Ach, statt dankbar uns zu zeigen in verdoppelter Hingebung an Gott und sein Gebot, haben wir vom Sonnenstrahls des Glücks die Quelle des Vertrauens austrocknen lasten: Es gab eine Zeit, in der es den Israeliten von tyrannischen Gewalthabern verboten ward, am Sabbat zu ruhen, und sie gaben freudig ihr Leben hin, um Gottes Gebot nicht zu verletzen. Freiwillig opfert heutzutage der Israelit fein höchstes Gut, das ihm doch Niemand rauben will. — Lasset uns das alte Vertrauen wieder gewinnen! II. Die Ursachen, dieden Untergang des salomonischen Tempels cherbeiführten, waren, die bösen Sitten, die damals in Israel herrschten und die schlechten Thaten, die zu jener Zeit verübt wurden — fip. Woher kam es, daß diese bösen Sitten und -diese schlechten Thaten so hatten überhand nehmen können? .m nx xv ..ppisQ Qi'22 Jerusalem ist - nur: deßhalb der