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Der Israelit · 1860-07-18 · Heft 8 (18.7.1860) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 8 (18.7.1860)
Date
1860-07-18
Page
– (sequence 6)
Language
German
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des H. V. zwei Werke, das vorliegende und „lak'vi! ä'lsrael^ von H. S. Bloch, Red. des nviv isr., die! es sich Beide zur Aufgabe machen die Verleumdungen des H. V. gebührend zurückzuweisen. Der Verfasser weist nach, daß V., welcher eingestandenermaßen die hebräische Literatur nicht kennt, nur den Auslastungen berüchtigter Judenfeinde, wie Eisenmenger, Chiarini u. s. w. gefolgt sei, mit un-? verzeihlichem Leichtsinne die Entstellungen, Verdrehungen und Verleumdungen dieser Judenfeinde als echte, volle Wahrheit ausgenommen-und wicdergege- ^ben habe. H. V. hätte sich beklagt, daß man nie sicher sei, die Ansicht eines Juden über das gefährliche Buch (den Talmud) zu haben; um ihm allen Zweifel zu benehmen, erklärt der Verfasser offen, daß er die vollkommne Autorität des Talmuds, so wie dieser sie immer inIsrael gehabt, anerkenne, und alle orthodoxen Juden werden dieser Erklärung beipflichten. Der Verfasser erklärt dann das Wesen und den 'Ursprung, sowie den Umfang dieser Autorität; er definirt den Talmud als den Inbegriff der mündlichen Ueberlieferung, setzt auseinander, welche Gründe .nach menschlichem Ermessen der Allmächtige wohl gehabt haben mag, daß er neben der schriftlichen Lehre noch , eine Tradition gegeben; , er erklärt ferner, wie es unmöglich sei, die Authencität dieser Ueberlieferung zu bezweifeln, und bringt für dieselbe auch aus den Werken nichtjüdischer Schriftsteller Beweise bei; er setzt ferner auseinander, daß ohne die mündliche Lehre die schriftliche unvollkommen nnd unverständlich sei. „Durch die Ueberlieferung werden alle Schwierigkeiten, welche die heilige Schrift bietet, beseitigt; sie ergänzt das, was darin ausgelassen ist; sie erläutert die Widersprüche und scheinbaren Pleonasmen, verleiht dem Worte der heiligen Schrift die wahre Bedeutung und den Gesetzen, die zu ihrer Anwendung erforderliche Entwickelung." — Nach einigen historischen Notizen über Zeit und Ort der Niederschreibung des Talmuds betrachtet der Verfasser den agadischen und halachischen Theil desselben jeden besonders. In der Betrachtung der Halachah constatirt er, daß, wie allbekannt, neben denjenigen Vorschriften, welche Autorität haben, viele Meinungen der Rabbinen im Talmud aufbewahrt sind, denen nie gesetzmäßige Bestätigung zu Theil geworden. Diese seien dennoch der Nachwelt-über^ liefert worden, Lheils aus großer Hochachtung für die Freiheit der Verhandlung, eine Hochachtung; die sa weit ging, daß die Talmudisten erklärten, alle aufrichtige Meinungen, welche sich hinsichtlich eines religiösen Lehrpunktes äußern, seien als die Worte des lebendigen Gottes anzusehen '-Qn idx in dem Sinne, daß sie nicht die eitle Befriedigung der Eigenliebe, sondern das Erforschen der-- selben und die Liebe zu ihr als Quelle und Zweck haben; theils um einen Jrrthum zu vermeiden, falls Jemand in der Folge erklären würde, er wisse durch Ueberlieferung, daß diese oder jene religiöse Vorschrift einst eine andere Lösung gefunden habe; denn, da man den Ursprung dieser Lösung kannte, so brauchte man nur zu erwiedern, daß sie aus einer solchen Meinung hervorgegangen sei, der nie Gesetzeskraft zu Theil geworden. In der Betrachtung über den agadischen Theil des Talmuds constatirt der Verfasser, daß die Agada niemals eine religiöse Vorschrift sei, noch nach ihrem Wesen sein könne, da sie nicht religiöse Vorschriften, sondern vielmehr alle Gebiete des menschlichen Wissens in ihren Bereich gezogen hat. (Talm. Jcr. Pecch. Cap. 2. S. 4). Bekanntlich haben die Judenfeinde, Eisenmenger und Genosterl, Ungereimtheiten, Albernheiten rc. im Talmud gefunden zu haben geglaubt. Der Verfasser weist nun mit großem Scharfsinne den Ursprung der esoterischen Lehre, der Israeliten, der Kabbala, im Talmud nach und beweist, daß jene angeblichen Ungereimtheiten Nichts Anderes als eine dein Uneingeweihten unverständliche Geheimsprache sei. Nachdem nun der Verfasser Würdigungen der Agada von israelitischen, und nichtisraelitischen Gelehrter: beigebracht hat, gibt er Beispiele von' dem unermeßlichen Misten der Talmudisten auf allen Gebieten der Wissenschaft , der - Philosophie, der Mathematik, der Astronomie, der Physik, der Naturgeschichte, der Anatomie, der Arzneikunde, auf welchen Gebieten von ihnen bereits Dinge gelehrt wurden , die heute als das Ergebniß der modernen Wissenschaft gelten. Sodann wirft der Verfasser einen Blick auf die Ethik des Talmuds-jene reine und erhabene Moraldie nicht blos die Thäten und Worte/ sondern auch die Gedanken und Meinungen der Menschen zu läutern und M

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