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Der Israelit · 1860-07-11 · Heft 7 (11.7.1860) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
1 (1860)
Issue
Heft 7 (11.7.1860)
Date
1860-07-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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U ualität die^ GesHicke/dev Völker' ürbnenE und' Ihr solltet nach mehr als 2000jährigem, I sonst beispiellosen Widerstande einfach -darum Euch selbst aufgeben, weil nian eben anfängt auch dem. Menschenhais- Menschern ein wenig Rechnung zu tragen? Prüfet Euch doch ernstlich! 'AnL-HnWJHr es vor Eurem Dewifsen gar irgend wie entschuldigen,' wenn. Ihr in!,Euren Küldern' großenteils auch gar keine Ahnung" von Dem aufkomm en lastet, was Euren Vorfahren das Heiligste^WHMHr- Eüre V äter r aus 1000 Wunden aeblutet^MM^HÄMutter' Alles geduldet. Alles geopfert es Euch nicht, daß der Jude, der die Weise"seiner Väter.verläßt,. für^die menschliche Gesellschaft sich gerade so ächtet,.;als .wenn ein Mann seine Ehre, eine Frau das Schamgefühl verleugnet, trotzdemleider^wiees -jazu gut bekannt,- gegen das Eine, wie gegen das-Andere nicht wenig geklügelt, nicht wenig gesündigt wird? und gefällt es Euch denn auch wirklich? 7 . - - -II. Von jeher sind die Menschen nur bedeckten Hauptes einhergegangen, wozu sie wahrscheinlich die stechenden Sonnenstrahlen bewogen, und wohl dürfen wir darin, daß sie unter freiem oder unter der Sonne doch allenfalls nicht gewagt das Haupt-zu entblößen, den Grund besten suchen, daß es ihnen ganz im allgemeinen als unehrerbietig geschienen. So haben es alle Völker der alten Zeit gehalten, auch Griechen und Römer und'soalle,' aber auch alle Völker des Mittelalters und der Neuzeit bis auf die Christen und einen kleinen Bruchtheil der — Juden. Bei den Christen hat wohl dieses ihr Abweichen von aller bisherigen Sitte und.Weise der Menschen seinen guten Grund. — Es war einst die Zeit, daß die Juden, nachdem sie von den Römern längst unterworfen und aller Selbstständigkeit b eraubt waren, sich unter Bar-Chocheba nochmals aufgelehnt und 22 Jahre lang für ihre Freiheit gekämpft haben, — die schwachen Reste des kleinen Völkchens gegen die Weltmacht der Römer. Endlich aber sind sie doch wieder unterlegen, und da erst haben die NömyZgegen sie recht zu wüthen angefangen und hättenMier Alles ausrotten mögen, was -nur den Namen Jude (B eLlage zu Rro« getragen.' Darunter?-Über waren in den' damaligen Zeiten-dre wenigen i Christen ^ddch auch zÜMist verfiäüden- ' daPe fa'nsich/ArL ihres Lehrers ündlM größtenteils " strenge nach - ^jüdischer - Metftz'? Wtern Empört gegen die Römer^hatten sie sich freilich nicht; darum mochten sie^äüch nicht? die'Strafen der Juden theilen und suchten sich in jeder möglichen Weise von ihnen abzusondern und jeden Schein der Ähnlichkeit zu meiden. Sie.naHrsiesi'/Mo' damals 'den-.rSmischen Kalender . an, suchten ihre ursprünglich ganz jüdischen Feste,' ^Hut,!eS' gfng^ n,aK demselben zu ordnen, sie verlegten außerdem den Sabbat auf den Sonntag, und um sich, ja in recht abstechender Weise zu kennzeichnen, verrichteten sie ihren Gottesdienst barhaupt.- Weil sie aber nach der Weise der Juden damals auch jede-Mahlzeit als gottesdienstliche-Handlung, als Ersatz der sonst in Jerusalem dargebrachten Opfer betrachteten, und weil sie überhaupt jede Mahlzeit nach echt /jüdischer Wesse und, wie es auch ihr Meister nicht.. anders gethan, mit einem Gebete begonnen und mit einem Gebete beschlossen haben: so mußten sie natürlich auch beim Speisen barhaupt bleiben, was noch bis zum heutigen Tage ganz allgemein von ihnen beobachtet wird, mit Ausnahme Derjenigen, die nicht einmal durch das Hutabnehmen mehr ihrem eigenthümlichen Cultus Rechnung tragen. Diese ihre Weise haben sie aberauch, kleine Neckereien etwa ausgenommen, keinem Andern aufgedrängt, und wäre es geradezu lächerlich von Mohamedanern zu fordern, daß sie in Gesellschaft von Christen barhaupt erscheinen; daher sind auch in Schulen, wie an. sonstigen öffentlichen Orten jeder europäischen Hauptstadt, die Mohamedaner nur mit ihrer eigenthümlichen Kopfbedeckung znfinden. , Nur die Juden machen es großenteils anders und nehmen meist die Kappen ab, wenn sie zur Tafel gehen, oder auch nur eine Erfrischung nehmen, was sie aberwahrscheinlich für die Berachah gelten lassen; und wie gefällt es dir lieber Leser? Wenn ich. dir aber dann gar noch erzähle, daß hierzulande . fast in allM.. . israelitischen Schulen die sogenannte Religion und das Bischen Thora sogar barhaupt vorgetragen wird, wie lächerlich, muß dir dann, um das Komische nur zu berühren, das Streben der Ungarn und der Deutschen, der Polen, 7 -es Israelit.)

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