Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 7 (11.7.1860)
- Date
- 1860-07-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2446952-2446960--00089-2455244- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Żory 1× ep/1048188
OCR text
77 daß daher:: Meine Regierung' durch idie: angeordnete: Zulassungen derjüdischen Staatsangehörigen zur Währ-? nehmung ständischer' Rechte und zur- Verwaltung der ihnenverfassungsmäßig nicht verschlossenen Uemter nur die Bestimmungen der Verfassungs-Urkunde'undder: in Gemäßheit derselben: ergangenen- Gesetze^ in? Vollzug gesetzt hat. Die. Aufhebung der dieserhalb > getroffene Anordnungen ist deshalb eben so wenig zulässig, wie eine mit der Verfassung nicht im Einklangestehende anderweitige gesetzliche Regelung; vielmehr nmß es bei den auf Grund: der bestehenden Gesetze erlassenen. Verfügungen und insbesondere bei der erfolgten Zulassung - der Juden: zur -Persönlichen: Verwaltung der gutsobrigkeitlichen Polizei und des Dorsschulzen- Amtes um sä mehr sein Bewenden-behalten, als jüdische Grundbesitzer diesen Aemtern seit dem Jahre 1848 auf Grund der veränderten-Gesetzgebung bereits mehrfach mit schuldiger Pflichttreue zur Zufriedenheit ihrer Vorgesetzten sowohl,- wie der betheiligten Gemeindenvorgestanden haben. Berlin, den 23. Mai 1860. Im Namen Sr. Majestät des Königs, gez. Wilhelm, Prinz von Preußen, Regent, gez. Fürst zu Hohenzollern-Sigmaringen. An den Grafen Botho rn Stolbera-Werniqerode. : -?Oberfcylefien, un Mi. In Sohrau in Oberschlesien bestehen zur Zeit drei gesonderte Confessionsschulen, die katholische Stadtschule,-ferner eine evangelische und eine jüdische Schuld Da es üblich ist, daß die Schulkinder alljährlich in Begleitung ihrer Lehrer, einen Spaziergang vornehmen, so hat der Magistrat in gewohnter, humaner Weise auch dieses Jahr, wie im vorigen, einen gemeinschaftlichen Spaziergang für die Schulkinderaller Confessionen beliebt, und zu selbem, unter Bezeichnung eines bestimmten Tages, die verschiedene Schuldepntationen und Herren Lehrer per Surrende eingeladen, mit dem Bemerken, man wolle eine etwaige Erinnerung bei Unterzeichnung des Namens auf die Gurrende notiren. Niemand fand etwas , zu erinnern, mit Ausnahme des: katholischen. Herrn Stadtpsarrers, der sich nur-: einverstanden erklärte, in dem.Falle, wenn die -katholischen: Schulkinder den - Spaziergang-: für si ch all ein machen werden. - Der Herr: Pfar-r reruzu S.-Zist, also -noch katholischer,: als-der gewiß" katholische,: judenfreundliche. Erzbischof zu Przempsl/: der den, Christengestattet-, mit-der Hacke rund Sense' beim: Juden: zu arbetteu/» Dieses Kircheyfürst bsfürWr tet: also Dir die. : seiner - S e elsorge anvÄtraute Heerde keinen nSchadenrlin ^freier Luftwährend - Pfarrer — ein treuerer Seelenhirtt — vor?^S!^M der Akatholiken eine- Seelen-Jnsection >: - sogaMhnter Gottes.freiem- Himmel-und- ,in Gottes freier LuMz» befürchten scheint.' 'Der Protest des Herrn PfarrwS fand jedoch" keine "Beachtung. Der gemeinschaftliche Spaziergang fand, statt/ und ward: für di^Äinder^ ein-wahres Jubelfest, : dis sich bis in die Nacht im besten Einvernehmen erlustigten. b. O e st e.rr ei ch i sch e r K a ise r st aa t.. Wien-28. Juni. Der Erzbischof von Lem-' berg hat dieser Tage den Eid in die Hände des" Kaisers abgelegt; esist jener Kirchenfürst, der seine- Erhebung nicht besser und würdiger zu feiern wußte/ als durch den Erlaß des Hirtenbriefes gegen die Jud en und gegen den Umgang mit denselben. Die Excesse der Bevölkerung, die im tiefsten Schlamme des Aberglaubens und der Unwissenheit vegetirt und- Vcaiwer von den Kanzeln der Dorfkirchen aufgescheucht wird, ließen in Galizien nicht lange auf sich warten, und "bloßden energische Weisungen von Seite der Centralbehörden dürfte es zu verdanken seyn, daß sie localisiri bleiben.. Der Anstifter dieser Pöbelmanifeftationen konnte aber von den Civil- Autoritäten nicht znr Rechenschaft" gezogen werden; das Eonco-rd at stellt den Prälateiti über und: außerhalb des bürgerlichen Gesetzes. Privatbriefe haben ihm energisch sein Uebergreisen vorgeworfen, und bei der Präsentation hier mußte er manches herbe Wort' über' dieses mitte lallerlrcheGebahren anhöreU; man appellirte' än die gemeine Klugheit des geistlichen Würdenträgers wie an die - Pflicht des Unterthans,: dem» es am cherzenliegen: müßte, den Frieden der» Einwohner/und Bürger nicht -zü stören, und die "der katholischen--Kirche gewährte Freiheit nicht mit An-: dank zu lohiren. Die Antworten des Erzbischofs sind^ nicht bekannt:/- jedoch" soll er geäußert haben, dass „ihm die veränderte:Stimmung in der -Residenz nicht kund : gewordensei/? In - der entlegenen Provinz glaubte-man wahrscheinlich, daß Bach's Amovirung