Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- Heft 6 (4.7.1860)
- Date
- 1860-07-04
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2446952-2446959--00072-2455226- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jahrgang. 6» Der Israelit. - E i n Centralorgan für das orthodoxe Judenthum. Lehmann in Mainz. Mainz, den 4. Juli 5 620. (1 860.) Diese Zeitung erscheint wöchentlich' einmal, Mittwochs, in mindestens einem Bogen. Preis des Jahrgangs: Im Buchhandel 2 Thlr.. p. C. oder fl. 3. 30. kr-. rh. Halbjährig 1 Thlr. p. C. oder fl: 1. 45. kr. rh. Vierteljährig 15 Sgr. P. C. oder 53 kr. rh. Bei der Post: 3 fl 36 kr. rh. Halbjährig 1 fl. 48 kr. rh. Vierteljährig 54 kr. rl>. Im Königreich Preußen ist durch Stempelgebühr re. der . Preis des Jahrgangs um 24 Sgr.. erhöht worden. Inserate werden mit 1 Sgr. für dis. Petitzeile oder deren Raum berechnete Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. Oesterreichische Banknoten laut Eours. Sollte direkte FrankoMndung unter Streisöand gewünscht werden, so find an die Spedition pro Jahrgang 3 Thlr. p. 6. oder 5 ch 15 kr. rh. oder 6 fl. österreichisch franeo cinzuscnden. Inhalt. Leitender Artikel: Israels sittliche, religiöse und politische Größe.— Zeitungsnachrichten: D cut sch l a n d: Mainz. Kassel. —..-T^u»-tzinqen. .^_Preußen: Berlin-. OesterreichisLer . Ka^iserstaat: Bätorkeß/ Pesth. Stuhlweißenburg. Leidender Artikel. Isrsels Micke, religiöjse unil poMiftke Grösse. In dem Wochenabschnitte des konnnenden Sabbats wird uns erzählt', daß die Völker, deren Grenzen Israel auf seinem Zuge berührte, auch den Kampf mit geistigen Waffen versucht haben. Dem großen Führer der Israeliten wird der bedeutendste Mann der heidnischen Nationen gegenüber gestellt; Bileam soll Israel verfluchen; Israel/ dessen einzige Kraft eine geistige ist, soll durch Bileams Geisteskraft vernichtet werden. Wer ist dieser Bileam? - Ein Prophet unter den Heiden, so groß, wie Moscheh unter den Israeliten; aber mißgünstig, hochmüthig, habsüchtig; ist er das treueste Bild des Gegensatzes zwischen den großen Männern, die das Heidenthum hervorgebracht hat, und zwischen denen-, die aus Israels Schooße erwachsen sind. Jetzt gilts, daß Israel sich bewähre als das von Gott erwählte Volk; das Heidenthum hat-seine ganze geistige-Kraft ansgeboten, um Israel mit gleichen Waffen zu bekämpfen. Der Allgütige umwandelt Bileams Fluch in Segen, und so bedeutend erscheint diese Umwandlung, daß Gott selbst ihrer später noch erwähnt. Wozu aber sollte uns Bileams Segen? Konnten wir, von Gott gesegnet, nicht des Segens Bileams entrathen? Mein es sollte durch den Mund eines der größten und bedeutendsten Nichtjuden die erhabene Größe Israels anerkannt werden. Die Zeugnisse der Propheten, aus unsrer Mitte hervorgegangen, könnten vielleicht der Mehrheit der Erdenbewohner nicht vorurtheilsftei erscheinen, aber das Zeugniß eines Bileam, des größten Propheten der Heiden, der, von Haß gegen Israel beseelt, herbeigeeilt zu verfluchen und zu verwünschen, weil das ihm Lohn bringen soll, der mit spähendem Auge alle Schwächen und Fehler Israels zu erkunden sucht, um einen Anhaltspunkt, einen Anlaß zum Fluche, zu finden, das Zeugniß eines solchen Mannes, dem sich wider seinen Willen der Fluch in Segen, der Haß in Bewunderung verwandelt, muß aller Welt für alle Zeiten als vollgiltig erscheinen. Deßhalb hat der allgütige Gott