Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 14 (1920)
- Issue
- 25 (3.9.1920)
- Date
- 1920-09-03
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 25 2Seite 7 1U3MSCHE ZEITUNG i. Trost und günstigen Ausblick in die Zukunft. Auch Samuel bediente sich dar sephardischen Aussprache. Nach Verrichtung des Mussaph- Gebetes. verließ der Oberkommissär die Synagoge. der ganzen Gemeinde laut „Sabbath- Schalom“ wünschend. Auch auf dem Rückwege drängten sich die Juden selbst auf'die Dächer, um Samuel bejubeln zu können, der von dem ihm bereiteten Empfange äußerst gerührt war. Am Jaffaer Tore bildete eine Kompagnia der jüdischen Legion die Ehrenwache. Der „Sabbat-Nachmu" des Jahres 5680 wird in Jerusalem unvergeßlich bleiben. ' Kleine Nachrichten Palästina wird von der neuen Verwaltung in zwei Verwaltungsbezirke eingeteilt: Palästina mit Jerusalem und Phönizien mit Haifa als Zentrum! Die Lokalnegierung Jerusalems forderte alle Müller auf. ihr bis zum 5. August schriftlich zu berichten, um welchen Preis sie den in ihrem Besitz^ sich befindlichen Weizen emgekauft hätten und wie hoch sie ihn. verkauften. Infolge N ich tn i e de r 1 egung der geforderten Kaution in der festgesetzten Zeit wurde das Erscheinen einer Reibe von Zeitungen, darunter auch der „Jerusalem Gazette“ und „S u r iah-al-G-aai ub i ah" seit dem 29. J üli v e r b o t e n. Laut offiziellem, am 30. Juli in- Palästina eingetroffenen. telegraphischen Bericht, bleibt die jüdische Legion, der Gedud. bis zum 31. März 1921 bestehen. Betreffs einer neuen Mobilisierung sind noch keine Nachrichten eingeiangt, eine solche steht jedoch, nach den in informierten Kreisen vorliegenden Nachrichten, sidher zu erwarten. Die Zentrale der Lehrervereinigtmg veranstaltet in Jaffa Sommerkurse für Lehrer, die am 24. Ab. beginnen und drei Wochen dauern sollen. Nach Abschluß der Kurse soll eine allgemeine Konferenz der Lehrer Palästinas zusammentreten, deren Tagesordnung demnächst veröffentlicht werden wird. Die Plantegenbesitz-er von Petach-Tikwah ' haben von der I.A.C. ein langfristiges Darlehen haben von der 1CA ein langfristiges Darlehen zwecke und 11.000 Pfund für den Anbau von Luzernen (Ktee). Außerdem .hat der Waad der Kolonie ein Darlehen von 22.500 Pfund für Straßenbauten erhalten, än dem der Waad Hazir:m mit 15.00 und die!CA mit 7500 Pfund partizipieren. Spredisaal Zu unserem Parteitag. ■ Es war sehr richtig; das Datum des kommenden Parteitages schon früh bekamttzueeben. Den gegebenen Verhältnissen entsprechend, ist auch die Bestimmung der Zwischenzeit für die notwendigen Arbeiten, die unumgänglich sind zur Aufbringung des Beitrags der hiesigen Judenschaft zu den'riesigen Fonds der zionistischen Organisation. Allerdings fällt in dieselbe die Wahlkampagne für die Nationalversammlung, was schon in starkem Maße die •Anspannung aller Kräfte im Dienste der jüdischen Sache erheischt. Aber im Zusammenfällen der beiden Tätigkeiten ist keineswegs irgend welche Kollision zu befürchten. Im Gegenteil: eine wird die andere ergänzen: die Erfolge der einen werden für die Erfolge der andern verwertet werden können. Gewiß ist .es möglich, daß'einige Assimilauten wegen des zeitlichen Zusammeufaiiens der Sammlungsaktion für Palästinazwecke "mit dem Kampf .gegew ihre Anmaßung, die jüdische Wählerschaft iiir ihre' Ziele in Anspruch zu nehmen, der Palästlhaaktion ihr ..Wohlwollen“ vorenthaiten wer- , den Soweit .dieses ihr Wohlwollen sieh in Ziffern ausdrücken würde, könnte man ganz ruhig von ihnen absehen. ohne daß sich die Aussichten auf das Gelingen der Aktion verringern. Ich gehe sogar noch weiter. Meines Erachtens müßte auch die lange fällig gewordene Arbeit zugunsten des Ausbaues der Wiener zionistischen Organisation den bevorstehenden Arbeiten ungegliedert werden. Denn wenn wir nicht zum Parteitag kommen wollen, ohne hiebei auf faktische Resultate geleisteter Arbeit hmweisen zu können, so darf auch nicht außer-Acht gelassen werden, daß der Parteitag rechtlich gar nicht - zustande kom-. 'men wird, wenn nicht vorher die noch derzeit fehlende Basis für seine Zusammenstellung geschaffen ist. Die vorhandenen Möglichkeiten, die Organisation zu festigen, wurden nicht völlig aüsgenützt. Erst jetzt sie nachholen, heißt; wohl die- Kräfte allzustark belastete jedoch nicht die anderen Arbeiten beeinträchtigen, weit ohne Zählung unserer eng gegliederten Reihen' alle Arbeiten weit mehr Abbruch erleiden müßten, als durch die gleichzeitige Durchführung dieser Organisationsarheit. Sind wir uns aber dieser kolossalen Lasten bewußt, so ergibt sich für uns eine ganz neue Notwendigkeit, nämlich die Kräfte zu rekrutieren. Denn soll das Resultat der Sammlungen. für den Aufbau Palästinas hierzulande in irgend ein zufriedenstellendem Verhältnis zum Erforderlichen gebracht werden können, so müssen an der Agitation für dieselben hunderte organisierter Zionisten intensiv teilnehmen. Die Vorbedingung hiefiir ist die' Erfassung sämtlicher vorhandenen Kräfte. Es würde sich demnach empfehlen, sofort eine Konferenz von Vorstehern sämtlicher in Betracht kommenden Körperschaften einzuberufen, um ellebaldigst die Organisierung der Kräfte in Angriff zu nehmen. Die Wiener zionistische Organisation als Einleitung der Palästinakampagne — etwa in der ersten Naujabrswoche — eine einheitliche Agitation, für den Mitliedsbeitrag entfalten und dieselbe in Form eines .großangetegtevi S c h e k e 11 a ff-e s abschließen. Ueberdics ist rechtzeitig eine andere, nicht minder wichtige organisatorische Frage zu bereinigen. die, bliebe sic ungelöst, ebenfalls hemmend auf dem Parteitag und die Arbeiten, die ihnen vorungelien müssen, wirken müßte. Bekanntlich war geplant, daß der zionistische Landesverband sich ausschließlich in Ortsgruppen und die Wiener Gruppe sich in 'Bezirkssektionen gliedert. Ohne damit auf die Frage selbst einzugehen. ob diese ausschließlich territoriale Grundlage sich aui die Wiener Organisation bewährt hat. muß die Tatsache konstatiert werden, daß große Organisationsteile sich bis heute den Bezirkssektionen nicht angeschlnssen haben und auch künftighin nicht anschließen wollen: nicht •pur die Studentenschaft, welche die Parteisteuer nicht durch die ßezirkssektionen zahlt, sondern auch eine Menge neuentstandener Jugend vereine tuid die Parteisteuer einhebevider Turn- und Sportvereine Es fragt sich nun. inwiefern diesen Körperschaften die Beteiligung am Parteitage gesichert ist. Im provisorischen Verbandsstatut, nach welchem die Wahlen von Delegierten zum Parteitage vorgenommen w.erdetr sollen, ist für Sondergrupoett das Wahlrecht nicht vorgesehen. Danach wären die oberwähnten Gruppen vom Verbände nicht anerkannt und somit eine Beteiligung an den Wahlen zum Parteitage für deren Mitgliedschaft unzulässig Allein ob es auch bei den nun gegebenen Verhältnissen zweckdienlich wäre, diese Gruppen auszuschalten. in denen vielleicht nicht gerade die schlechtesten Parteigenossen organisiert sind, ohne daß sie zugleich Mitglieder der Bezirkssektionen geworden wären, ist eine Frage, über weiche man nicht leicht zur Tagesordnung übergehen kann. Dasselbe gilt auch für die Frage der oben liervorgehobenen Notwendigkeit, sämtliche Kräfte für die bevorstehenden Arbeiten organisatorisch zu erfasse-n. denn der Parteitag soll ein Bild der Organisation und zwar: der Organisation zur Arbeit abgeben. Es erscheint somit tunlich, daß die Sondergruppen den Sektionen, .gleichgestellt werden. Freilich bleibt nichtsdestoweniger dein Parteitag sein Recht unbenommen, die endgültigen Fermen der Organisation zu regulieren. Eine prinzipielle Frage ist in welchem Zusammenhang zionistische Organisationsgruppen zum Landesverbände zu bringen wären, welche Spnderfrakttonen "der Weltorganisation ar.ge-' hüten, um ein gemeinsames Arbeitet! für gemeinsame Interessen zu ermöglichen. Wurde bei der Londoner Konferenz’ das Fraktionssysterh für Sondergruppen endgültig und uneingeschränkt gutgeheißen, so wurde hiebei auch die Tendenz "laut, daß die Landesparteien einen Modus für gemeinsame Arbeit mit den Fraktionsparteien zu suchen haben. Anläßlich des bevorstehenden Parteitages, und der demselben vorangehenden Arbeiten, welch letztere alle gleich interessieren, erscheint es notwendig, die Beziehungen zu klären. Es empfiehlt sich m. E.. diese Parteien, wie Misrachi. Hapoel Hazair u. a. einzuladen. Vertreter in die wichtigsten bestimmenden Parteiorgane zu entsenden, insofern sie nicht durch Entrichtung von Parteisteuer dem Verbände überhaupt als Fraktionen beitreten. S. Picke r. Anzeigen Zionistische Jugendsruppe X1H. Bei der konstituierende'!! Versammlung der Jugendgruppe der zionistischen Sektion Hietzing, am 17. August wurden in dem Ausschuß cand. iur. Franz S c li ii ß als Obmann, cand. phil. P. Haller und cand. ined. Judith L e w in als Obmannstellvertreter. Herr Adolf Fried und» Frl. Erna F r ä n k I als Schriftführer, die Herren Siegfried L ö t f. Leopold .1 :t s 1 o w i t z. Felix Lederer. Moritz Perl in >::? r. Frl. Rescrl K o r a n v und rri. Putzi S i e i n h e r z gewählt. „Der Jude*'. Eine Monatsschrift, herausgegeben von Or. Martin Bube r. Heft 3. ist soeben erschienen und hat' folgenden Inhalt: Arnold Zweig. ..Der heutige deutsche Antisemitismus": Paul A in a n n. ...Assimilation in Frankreich": Samuel R u P o a p o r t. ..Aus dem religiösen Leben der Ostitiden (Kranker,fiir.sorge)“: Martin B u b e r. ..Zwei WtiiiJergesrinchten": Jacob Rabinow i t z. „Von w-estitidisehcYi Schriftstellern“: Helene Hanna Colin. ..Arthur Ruonin". — Umschau: Dr. Nathan beti Nathan. ..Kolonisa-;im": Markus Kturcr. ..Sozialismus". — Ber i c h t e v o m i ii d i s c h e n Leben: Hans Kohn ..Die Juden in Sibirien“. Jüdischer Verlag. Berlin NW. 7, Domtlieenstraße 35. Vierteljährlich Mk.!5.Einzeiheft Mk 5.50. Austritte aus dem Judentum Puch n e r Olga. gcb. 23. Februar 1874. Wien, verheiratet. Wien XIII.. Parkhofstraße 6: Pekcl Alired. geh 4. Juni 1875. Wien, verheiratet. Wien ii.. Kaiser Josefstraße 4: Pfeifer flan la. gcb. 30. November 1895. Nvitra. Witwe. Wicir XI1L Fithteffusse 13: Poilak Fritz, geh. 24. Mai 1857. Wien, ledig. Wien IX-, Berggasse 30: Reiuitz Hugo. geh. 7. Mai 1S9S. Wien, iedig. Wien II..- Cendngasse 3: Rosenberg Walther, geb. 4. März 1892. Wien, ledig. Wien XIX.. Bjllrothstraße .4: So rinzel Friedrich, geb. Ii’. November ls79. Wien, verheiratet. Wien X11L La Rochegasre 15: Steinbach Arnold. Dr.. geb. 28. Juni i.s9i. Suszawa ledig. Wien 111.. Huinburgerstraße 32. _ EmpSsMeäiswerte Eirmsn: (iedes Wort 40 Heller, fett gedruckt So Heller) Isidor Trebitsch, Schneiderzugehör, 9. Bezirk, Servitengasse 12. Löw & Weinmann. Seiden- und Wollstoffe. 1. Bezirk, Tuchlauben 12. Adolf Gans, Bettfedern, 1. Bezirk. Tuchiauben 7a. F. Istinger & Co„ Brennholz. 17. Bezirk, Hastingergasse 4L Richter & Donnebaum. Wäfsclibla.innbr.k. Brat:-, slava. Schöredorfersasse 4o. „Ada“ Dampfwaschanstati. XU.. Murlinsengasse Nte 54. Teleion 82.078. Liefert in verschließbaren Kisten. Wilb. Kohn. Herrenkleiderkonfektion. I.. Salvatorgasse 10. Ant. Bfsenz, Schnellschuh-Reparaturanstalt, IV., Schleifmühlgasse 12. 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JübifcQe Zeitung Diesen Bestellschein ausschneiden und im Kuvert übersenden: 71 n die „Jüöisdje Zeitung“, Wen II.. ZaöorStraße 7lr. 1 Text für die Ablösung der Neujahrwünsche Vor- und Zunahme genau und deutlich: Genaue und deutliche Adresse: gratuliert allen Gesinnungsgenossen, Freunden und Bekannten zum Neuen Jahre. Den Betrag von 25 Kronen für die Aufnahme wird gleichzeitig abgesandt. Herausgeber Alexander Qeäer. verantwortficher Redakteur David Nebenzsüd — Druck vom iawte Spitz & Söhne. Wien. IL. Koberigass» 2.