Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 14 (1920)
- Issue
- 22 (23.7.1920)
- Date
- 1920-07-23
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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flr. 22 Seite 7 Verfasser zieht dabei eine Reihe von Schlüssen über die 'Ausgestaltung der Erbpacht und des Erbbaurechtes in Palästina. Da die Bodenspekulation, sowohl die städtische als auch die auf dem Lande, :die größte Gefahr für die Entwicklung der jüdischen Kolonisation Palästinas bedeutet, da ohne eine weitgehende Nationalisierung des Bodens weder dieser Gefahr vorgebeugt, noch den großen Massen der mittellosen Einwanderer genügend Siedlungsböden zur Verfügung gestellt werden kann und da das Erbbaurecht wie die Erbpacht die unentbehrlichsten Mittel zur Durchführung der Nationalisierung des Bodens sind, so ist zu erwarten, daß die Frage der Erbpacht und des Erbbaurechtes, welche auch m den vorangegangenen Höften von „Erez Israel“ erörtert wurde, eine weitgehende Aufmerksamkeit der zionistischen Fachleute auf sich lenken wird. Der intensiven und billigen Errichtung von Wohnstätten ist der Aufsatz von Bärwald: „Voraussetzungen“ gewidmet. J. Treidel legt die kulturtechnischen Aufgaben auf dem Gebiete der Bodenentwässerung in Palästina dar. Eine Voraussetzung für den beschleunigten Eörtschritt. unserer Arbeit in Palästina bildet die Verwertung der auf den Gebieten der Technik und Kolonisation in anderen Ländern gesammelten Erfahrungen. Mit der Verwertung solcher Erfahrungen beschäftigt sich Ä. Werber in seinem Aufsatz: „Das landwirtschaftliche Bildungswesen in Bosnien-Herzegowina“. Die „Auszüge und Mitteilungen“ enthalten eine Reihe Von Erfahrungen und Tatsachen aus dem Gebiete der Kolonisation und landwirtschaftlichen Technik verschiedener Länder, die für die Kolonisätionsarbeit in Palästina von Wert sind. Ueber die „Saatzucht in Palästina“ schreibt J. D. Oppenheim. Das Heft enthält auch einen Bericht über den JNF. bei den Februartagungen des AC. in London. Aus demselben geht hervor, daß alle Parteien und Richtungen im Zionismus ebenso wie die Führer desselben sich über, die' hervorragende Rolle; die der JNF. bei der Kolonisation Palästinas zu spielen berufen ist, im klaren sind, daß sie alle von den jüdischen Massen erwarten, daß sie opferfreudig die nötigen Mittel aufbringen werden, welche der JNF. zur Durchführung seiner gewaltigen historischen Aufgabe, der Ueberführung des Bodens Palästinas in den Besitz des jüdischen Volkes, benötigt. ._ Aufruf! Im nächsten Herbste soll der Pflege des östjüdischen Volksliedes mehr Aufmerksamkeit als bisher zuteil werden. Die Beschaffung des Materials hat begonnen, stößt aber auf erhebliche Schwierigkeiten. Ich wende mich an die breite jüdische Oeffentlichkeit und insbesondere an die jüdischen Hochschüler, die in den Ferien nach Hause fahren, sie möchten uns bei unserem Vorhaben unterstützen, indem sie selbst Volkslieder aufzeichnen oder bereits gedrucktes Material für Solo- und Chorgesang sammeln. Diejenigen, welche der Notenschrift nicht mächtig sind, mögen keine Mühe scheuen und sich mit einem Musikkundigen zur Aufzeichnung verbinden. .Es gilt, die lebendigen, über alle Diskussionen erhabenen Kräfte unseres Volkstums frisch zu erhalten und ihnen einen neuen lebendigen Wirkungskreis zu schaffen. Alle Zuschriften sowie gesammeltes Material sind an Herrn Hermann Adler. Prag-Karolinenthal. Krälovskä 88. zu senden. Der Pflege des östjüdischen Volksliedes soll in Prag eine neuzugründende jüdische Singvereinigung dienen, für deren Mitarbeit wir alle interessierten Kreise in Anspruch nehmen werden. Max Brod. Helfet den Chaluzim! Der Beschluß von Saft Remo öffnet unserem Volke die Pforten des alt-neuen Vaterlandes» Erez IsraeL Die politischen Voraussetzungen sind; gegeben. daß unser Volk nach zweitausendjähriger Zerstreuung sich endlich ein neues Heim, eine nationale Heimstätte baut. Au uns, dem jüdischen VoLket, liegt es, die Arbeit in Erez Israel sofort auüzunehmen, und! uns durch Opfer und Mühe jener Entscheidung würdig zu zeigen, welche die Geschichte gefällt hat Unser Land ruft nach den Pionieren der Arbeit und1 alle müssen sich jetzt zusammenschließen. um die Einwanderung nach Palästina so zu gestalten, daß sie unserem Lande und Volke Ehre, Segen und1 Erlösung bringt Und wer eher als die jüdische Jugend, unsere arbeitsfrohen Chaluzim, ist dazu berufen, auszuziehen und. geleitet von hoher Begeisterung, ihre Kraft dem Wiederaufbau des Vaterlandes zu weihen? Zu diesem großen Moment müssen die Juden der ganzen Welt sich rüsten und alle nötigen Mittel bereitstellen» Voran fällt der Judenschaft Wiens die ehrenvolle Aufgabe zu, die Einwanderung nach Palästina tatkräftig zu unterstützen, denn der Auswandererstrom aus den Ländern Ost-Europas wird zweifellos unaufhaltsam über Wien gehen, als dem wichtigsten J udenzeotrum auf dem Wege zu dem einzig freien Hafen Triest. Unsere Chaluzim, mit Mühe und Not der Hölle der Pogromländer entronnen, sollen während der paar Tage ihres unausweichlichen Aufenthaltes in Wien, hier jede moralische und materielle Unterstützung finden, auf die sie eia begründetes Anrecht haben. Um ihre mitgebrachten Reisefonds zu schonen, müssen wir den Chaluzim unentgeltlich Unterkunft und Verpflegung bieten, und müssen wir sie mit Kleidern. Schuhen und .Arbeitswerkzeusen, wenn nötig mit einer Ergänzung ihrer Reisemlttel ausstatten. Um diese Aufgabe zu erfüllen, hat sich im Anschlüsse an das Palästina-Amt Wien das gefertigte Fürsorgekomitee gebildet. Es tritt an die breite jüdische Oeffentiichkeit mit der dringenden Aufforderung heran, an diesem herrlichen nationalen Werke mitzuwirken. Wir bitten um Spenden, regelmäßige Besteuerung nach Perscnenzahl der von Wien abbeförderten Chaluzim, öder nach Transporten, oder nach Monaten, und nicht ziiletzt um die persönliche ML tu r b e i t aller Willigen. Gebet nach euren Kräften und dabei hinaus, gebet und sammelt und meldet euch zur Mitabeitl Soeben haben wir ein Chaluzheim begründet. Ebenso sind wir im Begriffe, eine Chaiuzküche zu errichten. Es fehlen uns die Chewra Kadisnba Baden I ist zu besetzen. Nur orthodoxe Bewerber mögen ihre schriftlichen Offerte, an die Israelitische. Kultusgemeinde Baden übersenden. IM iMM Mli-MMllSif In Ausführung der in der fünfundfünfzigsten ordentlichen Generalversammlung vom 3. Juli 1920 gefaßten Beschlüsse gelangen 100.000 Aktien der Allgemeinen österreichischen Boden-Credit-Anstalt mit Dividendenberechtigimg ab 1. Jänner 1920 neu zur Ausgabe. Den Inhabern der derzeit in Umlauf befindlichen Aktien wird das Bezugsrecht auf diese neuen Aktien zum Preise von K 1400.— pro Aktie zuzüglich 5 Prozent Zinsen von diesem Betrage vom 1. Jänner 1920 bis zum Zahlungstage in der Weise eingeräumt, daß auf ie fünf alte Aktien zwei neue Aktien entfallen. Auf weniger als ie fünf Aktien wird kein Bezugsrecht gewährt. Behufs Geltendmachung des Bezugsrechtes sind die alten Aktien (ohne Kuponbogen) in der Zeit vom 8. bis-einschließlich 21. Juli 1920 bei sonstigem Verluste des Bezugsrechtes bei der Allgemeinen österreichischen Boden-Credi-Anstalt in Wien, bei der Schweizerischen Kreditanstalt Zürich und deren Filialen, bei der Basler Handelsbank. Basel und deren Filialen und bei der Zivnostenskä banka v Praze. Prag und deren Filialen zur Abstempelung einzureichen. Gegen gleichzeitigen Erlag von K 1400.— nebst 5 Prozent Zinsen von diesem Betrage ab l-oJänner 1920 erhalten die Einreicher ein Bestätigigigsschreiben, gegen dessen Rückstellung von einem noch kundzumachenden späteren Zeitpunkte an die entfallenden neuen Aktien bei der beireffenden Anmeldestelle behoben werden können. Nähere Mitteilungen, welch» bei den obigen Stellen kostenlos'erhältlich sind. Wien. Juli 1920. KONKURS! An der vierklaasigen israelitischen Volksschule mit ffeniiichkeitsrechi in Graz gelangt mit Beginn des Schuljahres 1920/21 eine Volksschullehrerstelle zur Besetzung, welche mit den Bezügen der Lehrer an den öffentlichen Volksschulen in Graz (Gehaltssebema der Staatsbeamten der XI. bis VIII. Rangsklasse, aber gegenwärtig mindestens K 1500.— monatlich an Grundgehalt samt Teuerungszulagen) verbunden t»t. Bewerber mit Lehrbefähigungsprüfung wollen ihre mit Dokumenten und mit dem Nachweis ihrer bisherigen Verwendung ordentlich belegten Gesuche bis 15. lull d. J. an den Vorstand|der Israelitischen Kultusgemeinde in Graz einrelehen. Die Befähigung! zur Qrteilung des Religionsunterrichtes ist Bedingung. a; ~™ Dr. meö. 71. Czaczfces TtutQ Czaczfces, ged. 'Beine oermäQtt t 7jam0urg, Juni 1920, TWi/jfendamni 70 Cafe Marienbpflclie ll. Obere Donaustraße 99. Inhabar: Wolf Spritzer Stanuncafe sämtlicher Zionisten. BBunannnaBB Mittel Dqr Chaluz ist obdachlos und hungrig. Wir dürfen nicht dulden, daß unsere Pioniere sich als verlässea von der jüdischen Gesellschaft fühlen. Auf zur Arbeit! Wir bitten um keine Almosen. Erfüllen wir unsere menschliche, nationale, gastfreundliche Pflicht! - Spenden sind zu richten an die Allgemein« Depositenbank Wien. Filiale II.. Taborstraße IO. mit dem ausdrücklichen Vermerk: Palästina-Amt,.' Fürsorgekomitee. Zuschriften und Parteienverkehr bis aut weiteres II., Pratersüraße 9. Palästina-Amt-FürSorgekomitee für jüdische Emigranten. n. Praterstraße 9/4. S p e n d e n a u s w e i s vom 1. Juni bis 15. Juli 1920. Passweg Salomon K 1260. Sandler Lazar K 2080. Preis Ire K 2080. Löw Israel K 2080, Stand Josef K 2080. Tisch Jakob K 1040. Engelsberff M. K 1260. Unger Chaim K 1040. Uebersield Saul K 520. Klappholz Chaim K 2000. Wenig Hermann K 205, Seinield Oskar K 315. Zwiebel Moses K 315. Lübschütz Nathan K 1040. Banner Dawid K 315. Wolf Ignatz K 1040. Podzamcze Josef K 315. Merentinski S. K 205. Kornblüh Josef K 630. Schenker & Com. K 2000, Freudenberg K 315. Finkei Markus K 315. Knoll Osyas K 300. Rosenrauch M. K 280. Gottfried Wilhelm K 630. Neufeld-Fell er K 402. Nathan Lübschütz K 500. Löw Israel K 1000. M. G. Goldmann K 250, Weisser Leon K 250. Kohn & Comp. K 250. Seinfeld Oskar K 250. Banner David K 250. Müller M. K 70. Preiss Ire K 1000 Knoll Osyas K 300. Max Rosenrauch K 1000. Passweg Salomon K 1000, Wolf Ignatz K 500. Singer M. K 500. Mendel Horowitz K 100. Heinrich Weis.» K 100. Josef Behr K 40. Spindel- Spiegel K 500. zusammen 31.922 Kronen. Anzeigen Vereinigung der Lehrwerkstätten und Kurse des jüdischen Gewerbelörderungsamtes „Hapoel Haiwri“. Die Kursteilnehmer des jüdischen Gewerbeförderungsamtes werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Samstag, den 24 d. M. im Lokale des jüdischen Nationalrates, II., Taborstraße Nr. 20 a, zwischen 2 und 4 Uhr nachmittags Zeitungen von zionistischer Tendenz in verschiedenen Sprachen aufliegen. Außerdem einige kaufmännische und fachliche Zeitungen. Am Samstag, den 31. d. M. findet im selben Lokale um halb 4 Uhr nachmittags ein Vortrag statt, und zwar wird Herr Siegfried Abeies über das altjüdische Märchen in Talmud und Midrasch und anschließend jüdische Märchen zur Vorlesung bringen. Es wird um zahlreiches Erscheinen ersucht, da bei sämtlichen Zusammenkünften nach den Vorträgen Besprechungen, die für die Kursteilnehmer von Wichtigkeit sind, geführt werden. Gäste willkommen! Promotion. Am 9. Juli wurde Herr Arnulph Gelbhaus, Sohn des Wiener Gemeinderabbiners Dr. Gelbhaus an der Wiener Universität zum Doktor der Philosophie Promoviert. Empfehlenswerte Firmen: _(Jedem Wort 40 Heller» fett gedruckt 6Q HmJlcr) Isidor Trefeitsch, SciMeidon«cafc»r. 9. Bcoirfc, Semtengoose 12. Löw & Welnmann. Seiden- und Wollstoffe. L Bezirk, Tuciüauben 12. Adolf Gans. Bottfedem. 1. Bezäric. Tuchtaube* 7«, F. Istlnger & Co„ Brennholz, 17. Bezirk, Hwüneengasse 41. Richter &. Douetouua, Wascbbkkuiabnk. Brett» slaiva. Schöiukmergasse 40. Nr. 54. Telefon 82.078. Liefert in vorschllett» „Ada“ Damoiwaschanstalt, X1L. MurUneenxuso baren Kisten. Wilh. Kohn. Herreukleiderkonfekdoo. I„ Salvatorgasse 10. Moses Rath's Ithlltta to MiMtn a) „Sefath Amenu“ Lehrbuch der hebr. Sprache (Ur Schul- und SEtBST- UHTERRICHT m t Schlüssel u. Wörterverzeichnis. Es Ist das einzige praktische Lehrbuch mit DEUTSCHER Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache inWort und Schritt. Einführung in dieLiteratur. Saaten arsakienen vierte verbesserte Auflage. Die .Histudruth Ibrith“ In Berlin und Lemberg, wie auch die gesamte Fach- und Tagespresse hat das Buch als bestes und fUr den Selbstunterricht als geeignetstes anerkannt. Preis eines schön ausgestatteten. 400 Seiten starken, gebundenen Exemplare» K 45.—, Porto K 2.—, Nachnahme K 2.80. b) SAHOUCZEK POLSKO-HEBRAJSKI Es ist dasselbe Buch mir polnieofter Unterrichtssprache Preis und Porto wie oben. FUrdasgesamfeAusiand Preis 15 deutsche Reichsmark. 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