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Jüdische Zeitung · 1920-07-09 · 21 (9.7.1920) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
14 (1920)
Issue
21 (9.7.1920)
Date
1920-07-09
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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iMEZm raren, auszuztehen und. geleitet von. hoher Begeisterung. ahne Kraft dem Wiederaufbau des Vaterlanid'es zu weihen!'Für diesen großen. Moment müssen die Juden der ganzen Welt sich rüsten und alte, nötigen Mittel bereitstellen. Voran aber, fällt der Judenschaft Wiens die ehrenvolle Aufgabe zu, die Einwanderung .nach Palästina tatkräftigst zu unterstützen., denn der Auswandererstrom aus den Ländern Osteuropas wird zweifellos unaufhaltsam über Wien gehen, als dem wichtigsten Judenzentrum auf dem Wege zu dem ■einzig freien Hafen Triest. Unsere Chaluzim, mit Not der Hölle der Pogromländer entronnen, sollen während der paar Tage ihres unausweichlichen Aufenthaltes in Wien hier jede moralische und materielle Unterstützung finden, auf die sie ein begründetes Anrecht haben. Um Ihre mitgebrachten Reiselands zu s' müssen wir den Chaluzim unentgeltliche Unterkunft- und Verpflegung bieten, müssen wir sie mit Kleidern, Schuhen und Arbeitswerkzeug ausrüsteji. wenn nötig, mit einer Ergänzung ihrer Reisemittel ’ ausstatten. Um diese Aufgaben zu erfüllen, hat sich im Anschluß an das Palästinaamt Wien das gefertigte Fürsorgekomitee gebildet. Es tritt an die breite jüdische Oeffentlichkeit mit der dringlichen Aufforderung heran, an diesem herrlichen nationalen Werke mitzuwirken. Wir bitten um Spenden, um regelmäßige Besteuerung (nach Personenzahl der von Wien abbeförderten Chaluzim oder nach Transporten oder nach Monaten) und nicht zuletzt um die persönliche Mitarbeit aller Willigen. Gehet nach euren Kräften und darüber hinaus, werbet und sammelt und meldet euch zur Mitarbeit! Spenden sind zu richten an die „Allgemeine Depositenbank, Wien, Filiale II., Taborstraße 10" mit dem ausdrücklichen Vermerk „Palästinaamt, Fürsorgekomitee“. Zuschriften und Par.teienverkehr bis auf weiteres II., Praterstraße 9/4. Für das Palästinaamt, Wien, „Fürsorgekomitee für jüdische Emigranten“: Dr. Egon Zweig. Dr. Israel Waldmann. Die Palästina-Föderation Notwendigkeit einer Sonderorganisation. Viele halten es für sinnlos, daß innerhalb der zionistischen Bewegung mit ihrem ausgesprochenen Palästinacharakter eine besondere Föderation zur Pflege und zum Schutze der Palä- .täna-interessen gebildet wird. Diese Meinung wäre auch zutreffend, wenn ■tatsächlich diie Palästinainteressen im Rahmen der zionistischen ■ Organisation Pflege und Schutz fänden. In Wirklichkeit aber hat sich von jeher innerhalb der zionistischen Bewegung — abgesehen von einem nur ganz allgemein gehaltenen, programmatischen Palästinainteresse — die mehr -oder weniger konkrete Arbeit den anderen Interessengebieten innerhalb des zionistischen Gesamtfeldes zugewandt, wie z. B. den Organisationsfragen, der Politik, der Kultur, den Finanzen; dar Pflege des Hebräischen, den sozialen Problemen, dem Nationalfonds usw. ■ Einem aktiven Paiiästinainteresse und: besonders den kolonisatorischen Dingen stand die Leitung von Anfang an geradezu feindselig und später interesse- und verständlmislos gegenüber. Gelegentliche Anläufe zu einer vernünftigeren Auffassung konnten nur wenig bessern und auch im zionistischen Publikum bildeten .die an der Palästinäärbeit' interessierten Parteigenossen den kleinsten Kreis, der. sich — mangels besonderer Organisationsiorm — auch am.wenigsten in der Oeffentlichkeit durchsetzte. Selbst die Kongresse sind allen Diskussionen von Palästinafragea nach Möglichkeit ausgewichea Der unwiderlegliche Beweis für diese Haltung der zionistischen Leitung ist leider, darin gegeben. daß heute — im Augenblick der großen politischen Ergebnisse und ihrer unmittelbar, bevorstehenden kolonisatorischen Verwirklichung — der Leitung jeder Plan und sogar schon jede klare Grundauffassung fehlt. Damit nicht genug, stützt sie sich auf Fachleute und Unterlagen von unglaublicher Mangelhaftigkeit, auf Grundanschauungen von phantastischer Mutlosigkeit und Unkenntnis. Wenn diese Maßstäbe gelten sollen, so hört die Palästiuaarbeit auf. die volksmäßige Lösung der jüdischen Frage zu sein, so stehen wir vor der Gefahr, daß unser neues Recht auf Palästina durch uitere eigene Untätigkeit und Unfähigkeit verfällt, wie unser Werk schon d/urch die bisherigen Widerstände der früheren Leitungen gegen die Einwanderung und1 Kolonisation in die schwersten Gefahren geraten ist. Wenn die uns . von den bisher, maßgebenden Instanzen gebotenen Wege zur Durchführung unserer Kolonisation eingeschlagen werden sollen, so kann dieses Unternehmen nicht anders enden als in einem 'Fehlschlag. sondergleichen. Nur die völlige Abkehr vorn diesen Fach- teufen und ihren Unterlagen kann hier Rettung ' bringen. Nur völlig andere Wege können zum Ziel führen. Diese müssen in der zionistischen Leitung und 'Organisation zur, Geltung gebracht werden. Hiefür genügt es aber nicht, daß einzelne die so notwendige Kritik an den bisherigen Wegen der Leitung üben und bessere Methoden propagieren; es gehört dazu notwendigerweise eine Zusammenfassung aller in dieser Richtung strebenden Kräfte innerhalb der Organisation. Diese Zusammenfassung will die Balästioaföderation schaffen, und wir Sind der Ansicht, daß bei der schon oben gezeigten Zersplitterung der zionistischen Interessen auf allerlei Nebenfragen es endlich an. der Zeit ist. auch dem zur iVerwirklichuug des Zionismus wichtigsten Arbeitskreise eine Organisationsiorm zu geben, die nicht nur für die gegenwärtigen Konflikte, sondern darüber hinaus sich d'ie Autorität verschaffen soll um jederzeit diie bedrohten Interessen der kolonisatorischen! Arbeit in Schutz zu nehmen. In dfaasem Sinne fordern wir alle diejenigen, die Verständnis für unsere Ansichten und: Besorgnisse haben, auf, der Palästinaföderation beizutreten und -ihr zu Arbeitsmöglichkeiten sm vollsten und größten .Umfange zu verhelfen. Zn unseren ersten Aufgaben gehört der in aller Schärfe geführte Nachweis der Unzulänglichkeit und Absurdität der bisher von der Leitung aasgegebenen oder gebilligten Unterlagen sowie die Aufstellung und Propagierung von Plänen, die unsere Emigration und Kolonisation mit den vorherrschenden Tatsachen und. Möglichkeiten unseres Volkselementes und unseres Landbereiches in Uebereinsiimrmmg bringen. Nur auf solchen Wegen wird die Verwirklichung des Zionismus auf koionisatiorischem Gebiete zu erreichen sein. Als ersten praktischen Schritt begründet die Palästinaiöderation ein eigenes Palästinaamt. das — im Gegensatz zu manchen offiziellen Einrichtungen gleichen Namens — ayi Bejahung des zionistischen Gedankens basiert, das im Gegensatz zu der noch heute im offiziellen Zionismus herrschenden Mutlosigkeit und Unkenntnis über ■ein reiches Material und ernsthafte, arbeitsfreud'ige, in vielen Berufen erfahrene Berater verfügt. Wir werden auf den Defegiertentagen und Kongressen dahin streben, eine zusummenf,assende Organisation aller Paiästinaämter zu schaffen, die bestehenden Aemter im Sinne des aktiven, kolomsatorichen Paiästinazionismus umzugestalten. wo dies nicht möglich .ist. dten unzulänglichen Aemtern eigene Beratungsstellen entgegenzusetzen. Wir wollen für einen umfassenden Informationsdienst, für eine lebendige' Verbindung mit Palästina und iür den Austausch der Erfahrungen und Materialien aller Stellen Sorge tragen. Hierzu sind .uns. Anregungen dringend erwünscht. Auch auf Beiträge sind wir angewiesen, da ohne die entsprechenden Mittel ein solcher Diensi nicht, geschälten und auf rechterhalten werden kann Gefällige Zuschriften :an: Palästinaf ö d e r a t.i o n, vorbereitender Ausschuß, Berlin W 50, Niirnbergerplatz 5. Geldsendungen auf das Konto „Fonds der Palästinaiöderation“ bei der Kommerzurrd Diskontobank. Bcrlin-Kalensee. Kuriiirstendamm 130. Anzeigen Jüdisches Religionslehrerseminar in Wien. Mit Beginn des Schuljahres 1920/21 wird das Jüdische Religionslehrerseminar in Wien mit je einem Jahrgänge eines vierjährigen und eines zweijährigen Lehrkurses erötinet. Auinahmswerber (beiderlei Geschlechtes) für den ersten Jahrgang des vierjährigen Kurses müssen das 15. Lebensjahr zurükgelegt und eine Untermittelschule oder die vierte Bürgerschulklasse mit gutem Erfolg absolviert haben. Für die Aufnahme in den ersten Jahrgang des zweijährigen Lehrkurses wird die Beibringung eines Zeugnisses der Reife zum Besuche einer Universität oder eines Reifezeugnisses einer Lehrerbildungsanstalt gefordert. Dem Ansuchen um Aufnahme ist beizulegen: I. der Geburtsschein. ,2. das zuletzt erworbene Schulzeugnis, 3. ein von einem Amtsärzte ausgestelltes Gesundheitszeugnis. Eine Aufnahmsprüfung findet nicht statt. Gesuche um Aufnahme sind an den Seminarleiter Professor Dr. M. Rosenfeld. XX.. Brigittenaueriände 46, zu adressieren. Bezüglich etwaiger in Aussicht genommener Stipendien und der aus der Absolvierung des Jüdischen Religionslehrerseminars sich ergebenden Anstellungsmöglichkeiten erteilt die Seminarleitung Auskunft. Die Aufnahme erfolgt Sonntag, den 11. und 18. Juli 1920, 10 bis 12 Uhr vormittags, und Mittwoch, den 15. September 1920, 10 bis 12 Uhr vormittags, in der Seminarkanzlei. II., TempelgasseS. Für das Kuratorium des Jüdischen Relrgionsiehrerseminars in Wien: Oberrabbiner Dr. H. P. Chajes. . Bar-Kochba, Prag. AH-Tagung. Am 31. Juli und 1. August 1920 findet in Prag die-Tagung des AH-Verbandes des Vereines jüdischer Hoch- . schiiler „Bar-Kochba“ statt. . Jene AH, AH. die vom Vereine keine schriftliche Einladung er- . halten haben, weil uns ihre Adressen unbekannt . sind, werden ersucht, dem Vereine sofort mitzuieilen, ob sie sich an der Tagung beteiligen wollen, damit rechtzeitig für Unterkunft gesorgt werden kann. Verband zionistischer Studentenverbindungen. Am 21. Juni 1. J. fand auf der Bude der V. Z. St. „Veritas“ die Gründung des „Verbandes zionistischer Studentenverbindungen" (V. Z. St. V.) statt. Den Verband betreffende Zuschriften sind an das Sekretariat des Verbandes, VIII.. Josefstädterstraße 5S, zu richten. Jüd. akad. Kulturverband „Jabne“. Sonnt ag, 9'A Uhr vormittags, versammeln sich alle Mitglieder bei der vorletzten Station des 40er- Wagen. Gemeinsamer Gang zum Grabe Herzls. Herzlfeier. Die von der zionistischen Bezirkssektiou Brigittenau am letzten Montag veranstaltete Herzlfeier erireute sich eines zahlreichen Zuspruches und nahm einen würdigen Verlauf. Professor Boris S c h a t z erörfnete den Abend mit einer hebräischen Ansprache und überbrachie den Wiener Zionisten die Grüße des palästinensischen Judentums anläßlich der sechzehnten Wiederkehr, des Todestages des Mannes, der in Wien gelebt* und das jüdische Volk zu neuem Leben in Palästina erweckt hat. Dann hielt Dr. Isidor Schall t eine formvollendete Festrede, worauf’ 60 Kinder der Brigittenauer Blau-weißsektion hebräische Chorlieder zum Vortrage brachten. Nachdem noch in liebenswürdiger Weise Frl. Liesel Geber und Fräulein Pia Mieses künstlerische Vorträge zum besten gegeben, hatten, schloß die Feier mit Absingung der Slatikvvah. Freie Jüd. Volksbühne. Samstag, den 10. Juli-, 3 Uhr nachmittags, findet im Wiener Bürgertheater eine Aufführung von Jakob Gordins Lebensbild „Der jüdische König Lear“ statt. In der Titelrolle gastiert der Schauspieler L. Jungwirth vom Jiidikchcn Theater in Krakau. Mittwoch, den 14. Juli um 7 Uhr abends findet im Bayerischen Hot eine Wiederholung von „Der indische König Lear“ statt. Austritte aus dem Judentum Arsr Piile. geh. 31, August 1895, Pacieczna, Galizien, ledig. Wien II.. Schüttelstraße 31. B e r a n Edith, geb. 14. März 1894. Wien, ledig, Wien IX „Grüne Torgasse 16. Chalfen recte Marbach Alfred, geb. 23. April 1893. Wien, ledig. Wien XU., ttauschkagasse 3. David Margarete. geb. 27. Februar 1896. Wien, ledig, Wien XVII.. Horneckgasse 5. Deutsch Adolf, geb. 15. August 1S74. Budapest, verheiratet. Wen II., Praterstraße 69. Drucker Marta. geb. 7. Dezember 1896. Olmürz. ledig. Wien XV., Karmeliterhotgasse 11. Eckstein Anna, geb. 17. Apnii 1900, Wien. ledig, Wien XIX., Dittesgassei 4L Glas e r Auguste, geb. 1. November 1987. Wien, ledig. Wien II.. Schüttelstraße 95. Goldmanu LiHL. geb. 18. Dezember 1887. Craiova, verheiratet. Wien XIX.. Hardtgasse 29. Gold mann Leopold. geb. 27. September 1875. Wien, verheiratet, Wien IX., Hardtgasse 29. J e 11 i n e k Leopold, geb. 22. April 1874. Wien, ledig. Wien II., Am Tabor 22. Klein Renee. geb. 17. September •1903, Wien, ledig, Wien XVII!.. Bastiengjasse 56. Krornbert Ernst, geb. 13. März 1898. Wien, ledig. Wien VII.. Neubaugasse 25. L ö w - B e e r Ernst, geb. 29. Juni 1,879, Wien, verheiratet, Wien XII., Arndtstraße 89. Mayer Oskar, geb. 2. Dezember 1889, Groß-Kanrsza. ledig. Wien II., Obere Donustraße 74. Empfdtawepte Einen: (Jedes Wort -10 Heller, fett gedruckt 60 Heller) Isidor Trebitscb, Schneiderzugehör. 9. Bezirk. Servitengaisse 12. Löw &. W'einmann. Seiden- und Wollstoffe. L Be- ’zirk, Tuchiauben 12. Adolf Gans. Bettfedern, I. Bezirk. Tuchiauben 7au F. Istinger & Co„ Brennholz, 17. Bezirk, Hasiingergasse 41. Richter & Donnebaum, Waschblauiabrik. Bratislava. SchöndJoriergasse 40. „Ada“ Damoiwaschanstalt, XII.. Murlinzenzasse Nr. 54. Telefon 82.078. Liefert in verschlief!- baren Kisten. Wilh. Kobn, Herrenkleiderkonfektion. I.. Salvatorgasse 10. Cafe Marienfarnciie 11. Obere Donaustraße 99. Inhaber: Wolf Spritzer Stammcafe sämtlicher Zionisten. Moses Rath’ Midi in ms Spttti a) „Sefath Amenu“ Lehrbuch der hebr. Sprache fUr Schul- und SELBST¬ UNTERRICHT m<t Schiassel u. Wörterverzeichnis. Es isl das einzige praktische Lehrbuch mit DEUTSCHER Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache inWort und Schrift. Einführung in dieLiteratur. Soeben ortohlanan vierte verbessert* Auflage. Die .Hisfudruth Ibrith“ in Berlin und Lemberg, wie auch die gesamte Fach- und Tagespresse hat das Buch als bestes und für den Selbstunterricht als geeignetstes anerkannt. Preis eines schön ausgestatteten, 400 Seiten starken, gebundenen Exemplares K 45.—, Porto K 2.—, Nachnahme K 2.80. b) SASQUCZEft PQLSKQ-HEBRAJSKl Es ist dasselbe Buch mit polnisobsr Unterrichtssprache Preis und Porto wie oben. Für das gesamteAusland Preis 15 deutsche Reichsmark. FUr die Sukzessionsstaaten 45 Kronen des betreffenden Staates. 1= Zu bestellen bei Moses Rath, Bien«., nw. ai und in allen Buchhandlungen. f?' -■ l r. i ■ .t ■ } r. . Hmatsgftber Alexawför Qefiar. v«ratttwect3cb«r Redakteur David Nafoenzafal — Draek van käste Seit* & Stet* Wien, JL. Bobertem Z

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