Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 14 (1920)
- Issue
- 20 (25.6.1920)
- Date
- 1920-06-25
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Ar. 20 JÜDISCHE ZEITUNG 7 Oeue Palästinaverkehr. Man schreibt uns aus Triesti Mit dem am 13. d. abgegansrenen Dampfer „Karlsbad“ sind 60 Passagiere nach Palästina äbgerei-t. Hievon waren 40 Chaluzim und Chaluzoth. während die übrigen 20 aus palästinensischen Heimkehrern. Handwerkern usw. sich rekrutierten. Das Triester Palästina-Amt ging den Passagieren bei Beschaffung von Lebensmitteln für die Reise tatkräftigst an die sHand. Die Versorgung mit Brot in Triest ist seit einigen Wochen mit Schwierigkeiten verbündet Die Passagiere werden gut daran tun. von draußen soviel Brot als möglich mitzubringen. Die „Maar.wirim“ Palästina Reise- und Transportgesellschaft verschiffte viel Umzugsgut. ferner die ersten größeren Schnittholz- und Möbelsendungen der neu gegründeten Palästina Handelsundi Industriegeseltschaft. welche sich vornimrat. Palästina mit billigen Möbel zu versorgen. Sprechsaal Zum jetzigen Stande der Jugendbewegung In den letzten Nummern dieser Zeitung gab es zahlreiche Artikel und wohlgemeinte Anregungen, dem angeblichen „Chaos“ im Lager der Zionistischen Jugend abzuhelfen. Bemerkenswert ist in dieser Artikelreihe der in Nummer 19 erschienene Auftsatz, betitelt „Organisationsfragen“ von S. Picker, der, sich in seinem Inhalte mit der Zionistischen Jugend beschäftigt. Das zionistische Jugendleben Wiens läßt wahrlich in den letzten Monaten viel zu wünschen übrig. Unzählige Vereine sind in Wien vorhanden, welche mit den größten Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Schwierigkeiten materieller wie sachlicher Art. Daß diese Jugendvereinie nicht vollständig ihrem Zwecke dienen und der Zionistischen Organisation angeblich nur Schwierigkeiten. nicht aber Unterstützung bereiten, daran haben wohl nicht die Vereine selbst schuld. Es wäre nötig gewesen, sofort nach der Auflösung der Zentralstelle jüdischer Jugendgruppen irgend eme andere zu schaffen, welche die Form des Weiterbestehens der Jngendgnuppen unter Oberaufsicht eines vorn Landeskomitee gewählten Referenten, respektive einer Kommission bestimmt. Nur auf diese Weise wäre es möglich, den heutigen Zustand'1 2 3 * * * der zionistischen Jugend voraussichtlich zu bessern! Ich will hier von den akademischen Vereinen, und Korporationen nicht sprechen. Denn diese hat der Autor, des vorerwähnten Aufsatzes sicherlich nicht gemeint Gemeint sind wohl jene Vereine, die in sich Mitglieder alter Art, wie Schüler, Beamte usw.. umfassen. Solche Vereine existieren viele, und in der letzten Zeit sind sogar einige neue Rinzugetreten. Der Vorwurf, daß -Vereine jetzt - wie Pilze nach dem Regen emporschießen, ist allerdings etwas zu scharf. Man hat es verabsäumt, irgendwelche praktische Vorschläge zur Zentralisierung sämtlicher Jugendvereina in den Bezirken, die als Jugendsektionen den Bezirkssektionen unterstehen sollen, zu machen. Ein aufrichtiger Versuch hiefür wurde bis jetzt nicht gemacht. Daß aber hiebei die Gründer nur zionistische Betätigung verfolgen, steht außer Zweifel. Der Vorwurf des Dilettantismus und der Zufälligkeit ist unbegründet. Die Vereine verfolgen nur die Ziele, die die Zionistische Organisation zu verwirklichen hat Noch immer müssen hebräische Sprachkurse nur im Rahmen von Vereinen, noch immer Vorträge für die wissensdurstige jüdische Jugend von Vereinen veranstaltet werden. Sogar Sammlungen für den Nationalfomfs usw. werden mit bestem Erfolge nur von' diesen Jugendvereinen durchgeführt Diese zahlreichen Vereine bringen also der Zionistischen Organisation; wahrscheinlich keinen Schaden. Nichts ist jetzt wichtiger als die Erziehung und Vorbereitung der Jugend für Palästina. Und doch geschieht auch das im Rahmen dieser verschmähten IJugendve reines. Von einem Vereine sogar ist es mir bekannt, daß zehn seiner Mitglieder aus Chaluzim sich ausbilden. Der Einfluß auf diese Jugendlichen ist also doch nur vom dem lokalen Vereine ausgegangen. Den richtigen Wert der organisatorischen Arbeit einschätzend, wird die zionistische Jugend sicher jeden Vorschlag, der zum Zweck hat die bisher zersplitterten arbeitsfähigen Kräfte unter einen Hut zu bringen, mit vollem Verständnis aufnehmen, da sie weiß, daß sie damit sich am besten dient. Der nächsten Landeskonferenz sollen diesbezügliche Vorschläge ■ vorgelegt werden. Im Interesse der raschesten Durchführung dieser Vorschläge gilt es schon fetzt, eine Enquete eiazubernfeni, an der sich Vertreter sämtlicher Jugendorganisationen Wiens beteiligen sollen, um festzustellen. was am zionistischen Jugendleben Wiens schon einer organisatorischen Verbindung bedarf. Daß aber diese Vorschläge nur im Einvernehmen mit den Vertretern der zionistischen Jugend gemacht werden, ist unbedingte Voraussetzung für die praktische Verwirklichung derselben. Josef Lanczener. Anzeigen Bethausverein „Sanzer Klaus“. Seit 54 Jahren besteht in Wien I., ein Bethausverein „Sanzer Klaus“, in welcher hervorragende Talmudisten ihre religiöse Andacht verrichten. Dieser Verein war infolge fortwährender Kündigung gezwungen, oft seine Bethausstätte zu wechseln, und vor kurzem war er sogar der gänzlichen Ausmietung preisgegeben. Dadurch 'wäre eine altehrwürdige, allgemeine Einrichtung zugrundgegangen. Die Bethausbesucher. sowie die Einrichtungsgegenstände. Sifreh Thoras. und heilig gehaltene Bücher wären nach allen Windrichtungen zerstreut. Der Vorstand des Vereines setzte seine ganz* Hoffnung darauf, an Herrn S. Komet heranzutreten. der für die Juden in Wien schon verschiedene humane Institutionen und ein Bethaus gegründet hat und diesbezüglich einen besonderen Ruf genießt. Trotz aller bekannten Schwierigkeiten der Wohnungsverhältmsse ist es Herrn Komet mit Aufwand aller Energie gelungen. Räumlichkeiten im eigenen Hause. Floßgasse Nr. 9. freizumachen, diese sogar noch zu erweitern und so dem Verein, der knaoo vor der Auflösung stand, in geeignete Lokalitäten unterzubringen. Um den Bestand des Vereines für künftighin zu schützen und zu sichern, vermachte Herr Komet diese Räumlichkeiten testamentarisch und grundbücherlich dem .Vereine. Auch erließ er dem Bethausverein für immerwährende Zeiten dis Mietbezahlung mit der Bestimmung, daß eine der Lebensaufgaben des Vereines bleibt, alljährlich aus den Einkünften und Spenden eine arme jüdische Tochter zu verheiraten, aus dem Vereinsvermögen die Auslagen des Hochzeitsfestes zu bestreiten und brüderlich an demselben teilzunehmen. Der Verein hat einstimmig den Beschluß gefaßt, nach Ableben des Herrn Komet, dieses alljährliche Hochzeitsfest, an seinem Jahrestage zu feiern. Bei den Mitgliedern des Vereines, und auch dem auswärtigen Juden, hat diese Neueinrichtung des Bethausvereines „Sanzer Klaus“ ein großes Interesse hervorgebracht und es sind allselt» Spenden eingelaufen. Die iüd.-akad. Leseu_ Redeballe ln Brünn ersucht alle ihre alten Herren um Bekanntgabe ihrer neuen Adressen. Zuschriften: Brünn, Deutsche Technik. Verbindung zionistischer Studenten „Veritas“. Wien. Laut Conventsbeschluß vom 16. Juni wurde das Sommersemester mit diesem Tage geschlossen. Die Korporation betreffende Zuschriften sind an die Ferialleitung zu Händen des7 Herrn Paul Peter Winter. I.. Gonzagagasse 14. zu richten. ..Hechaluz“-Organisat!on für Oesterreich. Für die „Hechaluz“-Organisation in Oesterreich gesammelt bei der Hochzeit des Fri. Sala Perlberger mit Herrn Osias Rotter: O. Perlberger 300. O. Rotter 100, J. Wittels 100, Hackl 100. Ch. H. Perlberger 100. J. Perlberger 100. Wittels 100. Rotter 100. S. Perlberger 100. E. D. Schlamm 50. Katz 50. Dr. K. 50. Wittels 40. N. P. 20. zusammen 1310 K. Ein jüdisches Preßbüro in Berlin. In Berlin (Rosenthalerstraße 43. Telefon: Norden 1982) ist ein jüdisches Preßbüro unter dem Namen „Ham'ewasser“ eröffnet worden, welche die Aufgabe hat, die jüdische Presse des Auslandes über die wichtigen Ereignisse und Ercheinungen im Leben der deutschen Judenheit fortlaufend zu informieren. sowie denjüdischen Zeitungen in Deutschland über das jüdische Leben' im Ausland: zu berichten. Das genannte Preßbüro steht in Verbindung mit dem „Jewish Correspondence Büro“ in London Gesa Preminger Jakob Bitter teilt allen ihren Bekannten und Verwandten mit, daß ihre Trauung Mittwoch, den 29. Juni in Kolomea stattfinden wird. Cafe Manbrüthe 11. Obere Donaustraße 99. Inhaber: Wolf Spritzer Stammcafe sämtlicher Zionisten. UNION-BANK. Die fünfzigste ordentlich^ Generalvers;»mml«n»• der Aktionäre der Union-Bank findet Mittwoch, den 30. Juni 1920. um 11 Uhr vormittags im Anstaltsgebäude, I., Renngasse Nr. 1, statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Verwaltungsrates. 2. Bericht des Revisionsausschusses über den Rechnungsabschluß des Jahres 1919 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinnes. _ 4. Antrag auf Erhöhung des Aktienkapitals und auf Abänderung der bezüglichen Statutenbestimmungen. 5. Wahlen in den Verwaltungsrat. 6. Wahl des Revisionsausschusses für das Jahr 1920. Die stimmberechtigten Herren Aktionäre, welche an der Generalversammlung teilzunehmen wünschen, wollen ihre Aktien in Gemäßheit des § 27 der Statuten*), spätestens am 22. Juni d. J. deponieren, und zwar: in Wien bei der Liquidatur der Union-Bank, in Berlin bei der Dresdner Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen EffeKten- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank in Frankfurt a. M., in München bei der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank oder bei der Dresdner Bank. Filiale München, in Nürnberg bei der Dresdner Bank, Filiale Nürnberg, ln Basel. Genf. St. Gallen und Zürich bei dem Schweizerischen Bankverein oder bei der Eidgenössischen Bank (A. G.). Die'. Aktien sind bei der Liquidatur der Union-Bank mittels einfacher, bei den anderen Erlagstellen mittels doppelter Konsignation einzureichen. Dem Einreicher wird hierüber eine Empfangsbestätigung erfolgt, gegen welche nach abgehaltener Generalversammlung die Aktien rückgestellt werden. Das Stimmrecht kann vom Aktionär oder von dessen gesetzlichem Vertreter persönlich oder durch Bevollmächtigung eines anderen stimmberechtigten Aktionärs ausgeübt werden. (§ 28 der Statuten.) Wien, am 14 Juni 1920. _ Union-Bank. *) § 27. Der Besitz von ie 20 Aktien gibt das Recht auf eine Stimme in der Generalversammlung. Zur Ausübung des Stimmrechtes ist erforderlich, daß die Aktien längstens acht Tage vor dem Zusammentritte der statutenmäßig berufenen Generalversammlung in die Gesellschaftskasse oder an einen anderen vom Verwaltungsrate zu bestimmenden Ort hinterlegt werden. Emplshlensuerfe Eirmen: (jedes Wort 40 Heller, fett gedruckt 60 Heller) Isidor Trefcltsch, Schnefderzugehör, 9. BoaMb Servitengasse 12. Löw & Weinmann, Seiden- und Wollstoffe. L Bezirk, Tuchlauben 12. Adolf Gans. Bettfedern, 1. Betrink. TuchlaUben 7bl F. Istinger & Co„ Brennholz, 17. Bezirk. Hasümgergasse 4L Richter & Doanebaum, Waschbläuiabrik, Bratislava. SchörodJorfergasse 40. „Ada“ Dampfwaschanstalt. X1I„ Murllnzenxasse Nr. 54. Teleion 82.078. Liefert in verschließbaren Kisten. Wüh. Kobn. Herrenkleiderkonfektion. I.. Salvatorgasse 10. Moses fiatii’s KMitls fer Mriistiü Spult a) „Sefath Amenu“ tehrbuch der hebr. Sprache für Schul- und 3ELBST- UHTERRICHT m't Schlüssel u. Wörterverzeichnis. Es Ist das einzige praktische Lehrbuch reit DEUTSCHER Unterrichtssprache zur völligen Erlernung der hebräischen Sprache inWort undSchrift. Einführung in die Literatur. Ssahan araehlaaan vlarta varbesaarta Auflage. 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