Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 14 (1920)
- Issue
- 14 (16.4.1920)
- Date
- 1920-04-16
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 14 / meinem kosmischen Gefühl Ich sehe nicht, daß •das Leben vollkommener wird. Man teilt das Leben ein in Materie und Geist, in Lehre und Leben. aber das ist nur verstandesmäßig Analyse, in Wirklichkeit gibt es nur ein einheitliches Leben, auch keinen „Unterbau“ und Ueberbau“. wie die Theoretiker sagen. Unsere Arbeit in Erez Israel ist eine Ouelle des wirklichen Lebens. Die Zelie des Lebens ist die Familie. Wir müssen zuerst eine neue Familie schaffen. Hier sind direkte Lebensbeziehungen z. B. zwischen Mann und Weib usw. Dies ist nicht aus der Doktrin hergeholt. wie Klassenkampf. Von der Familie kommen wir zum Volk. Das Volk ist nicht nur eine eigene Persönlichkeit, sondern ein schöpferischer Organismus. Wir müssen zurückkehren zur Natur und zum Leben. Das heißt nicht, daß wir die Errungenschaften der Zivilisation abiehr.en. aber die Hauptsache ist das Schaffen. Wir brauchen eine geistige Erneuerung und anfaneen muß es damit, daß man hinseht und arbeitet. Wenn heute die Menschen einen Wald pflanzen, fragen sie nicht nach seinem natürlichen Sinn und Mach seiner Schönheit, sondern nach dem Profit. Wir müssen anders arbeiten. Das Land wartet auf uns. Jeder Jude, der sich selbst sucht, der das Volk, das Leben sucht, muß nach Palästina gehen. Dort vollzieht sich die Vereinigung von Mensch. Natur und Arbeit. Israel M e r e m i n s k i setzt den Standpunkt der Zeire-Zion in Polen auseinander. Er verwahrt sich dagegen, daß man das Programm der Zeire-Zion ein poalezionistisches nannte. Es ist ein Unterschied zwischen Arbeitenden und Proletariern. Wir sind eine Arbeitendenbewegung, die sich auf die Kieinbürger stützt. Ludwig Strauß versucht die einigenden Punkte hervorzuheben, nämlich die stärkere Betonung des nationalen Moments im Programm der Zeire-Zion — im Gegensatz zu der Poale-Zion — und den Willen, dpn Sozialismus den besonderen Bedingungen des jüdischen Volkes anzupassen. Rawicz: Wir wollen nicht die Frage von Einzelnen lösen, sondern die Fragen der jüdischen Massen., Auch in der Kulturfrage können wir nicht den extrem hebräischen Standpunkt akzeptieren. Wir brauchen jüdische Schulen für die Kinder der kleinen Leute. Was uns mit dem Hapoel-Hazair vereinigt, ist der Wille, daß Erez- Israel auf sozialistischen Grundlagen gebaut werden soll. Wir können daher nur in praktischen Fragen gemeinsam Vorgehen. In der Vormittagssitzung am Donnerstag, den 1. April erstattet zunächst Zw i Je hu da das Referat über die „Arbeit für Palästina im Galuth“. Er fordert vor allem, daß die Vorbereitungsarbeit viel planmäßiger vor sich gehen muß. als es bisher der Fall war. Einzelnen Zweigen der Vorbereitung, führt der Redner aus. ist ■überhaupt keine Beachtung geschenkt worden, trotzdem sie von größter Bedeutung sind. Hieher gehört vor allem die Vorbereitung der Chaluzot für Palästina. Die Frau hat vor allem einen häuslichen Mittelpunkt im Leben zu schaffen. Aber auch ihre Bedeutung für das wirtschaftliche Leben kann bn der iandwirtschaftli che n Siedlung überhaupt nicht koch genug eingeschätzt werden. Gar nicht ausgenützt wurden bis jetzt auch die Ernährungsmöglicbkeiten. welche das Wasser bietet. Die Vorbereitung von Fischern. Schiffern und Leuten, die Kähne zu bauen verstehen. ist äußerst notwendig. Eine ungeheure Arbeit wird auf uns warten, sobald das Tote Meer in unseren Besitz kommt. Man braucht nur an die Gewinnung des Salzes zu denken. Alle Fachleute wissen aber, daß noch viel wichtigere Stoffe aus dem Wasser des Toten Meeres gewonnen werden können. Das bietet Ernährungsmöglichkeiten für Tausende. Aenßerst wichtig wird in nächster "Zeit das B a u n a n d w e r k. Das Handwerk der verschiedensten Art kann sofort reichlich Arbeit finden. Hier fällt auch noch die Notwendigkeit der beruflichen Vorbereitung weg. da wir geübte Handwerker im Osten in genügendem Ausmaße besitzen. Nur sollen sie sofort hinübergehen. Aber auch sonst muß das Land für eine Besiedlung erst hcrgerichret werden. Vor allem der Wegebau ist eine unaufschiebbare Arbeit. Es ist unmöglich, daß weiterhin ägyptische Araber diese Arbeit machen, wie es jetzt zum großen Teile geschieht. Nicht nur bei dieser primitiven Vorbereitung des Verkehres, sondern auch bei •der Abwicklung des Verkehrs selbst fehlen die jüdischen Kräfte. Wir müssen in genügender Zahl für das Postwesen, das Eisenhalmwesen, den Telegraphenverkehr Kräfte ausbilden. Doch mit nur •um die berufliche Vorbereitung handelt es sich, sondern auch eine seelische Vorbereitung ist notwendig. Die darauf folgenden Debatten brachten eine Einigung in den wichtigsten Punkten. Der Hauptsächliche Wert der Konferenz liegt in dem nunmehr erfolgten Zusammenschlüsse des Hapoel Hazair mit den Zeire Zion. (Einen abschließenden Bericht bringen wir in der nächsten Nummer.) Von Ost und West Gegen die ungarischen Pogrome. Am vergangenen Sonntag fand im Komödienhaus zu Wien eine jüdische Massenversammlung statt, um gegen die ungeheuerlichen Vorgänge in Ungarn vor der ganzen gesitteten Menschheit zu protestieren. Abgeordneter Stricker eröffnete die Versammlung mit einer Ansprache, in der er die Hoffnung ausdrückte, daß die einmütigen Kundgebungen unseres Volkes in allen Teilen der Erde endlich dazu führen werden, daß den Machthabern in Ungarn klargemacht wird, daß es nicht angeht, sich ständig, täglich und stündlich am Geiste der Menschlichkeit zu versündigen. Hierauf ergriff Oberrabbmer Dr. Ch aj e s das Wort und entrollte vor uns ein herzerschütterndes Bild von der furchtbaren Lage, in der sich unsere Brüder in Ungarn befinden. Es sei. unsere Pflicht, die Aufmerksamkeit der Welt auf die Zustände in Ungarn zu lenken, und zwar deswegen, weil es unseren Brüdern in Ungarn unmöglich ist, ihre Stimme zu erheben. Die Richtung, die jetzt in Ungarn herrscht, nenne sich christlichsozial. Wir stehen auf dem Standpunkt der Selbstbestimmung der Völker. Ist das ungarische Volk der Ansicht, daß seine Regierung christlich, national, nationalistisch sein soll, so ist das seine Sache. Wir wollen uns nicht darein mengen. Wir werden aber verlangen können, daß die Rechte der Minderheiten, die nicht christlich und nicht chauvinistisch sind, gewahrt werden. Es gibt Vertreter des Christentums, die die Nächstenliebe üben; es gibt Vertreter des Christentums, die Vertreter der Inquisition, der Hexenprozesse und der Rache sind. Es gibt ein Christentum des Genfer Roten Kreuzes und ein Christentum des mittelalterlichen Hexenaberglaubens. In den Verfassungen aller zivilisierten Völker ist ausgesprochen, daß das Glaubensbekenntnis frei ist, insolange die öifentliche Sittlichkeit nicht verletzt wird. Das Christentum, wie es jetzt durch die Machthaber in Ungarn vertreten wird, ist ein solches, das die öffentliche Sittlichkeit zerstört und der Moral ins Gesicht schlägt. Und da sich allmählich ein europäisches, ia ehi Weltgewissen herauszubilden beginnt, so ist es unsere Aufgabe, auf diese von Christentum die Aufmerksamkeit der Welt zu lenken. Die Entente muß eine Kommission schicken oder erklären, daß sie mit einer Regierung nicht verhandeln könne, die eine derartige Rechtsunsicherheit duldet. Es ist nicht allein im Interesse' der Juden, sondern auch im Interesse Ungarns gelegen, daß endlich einmal diese Räuberhöhle im Herzen Europas zu existieren aufhört! — Es sprachen ferner Dr. S c h a 1 i t, Gemeinderat Dr. Leopold P1 a s c h k e s und Rechtsanwalt Dr. K * e w e. Der Vorsitzende Abgeordneter Stricker verlas sodann eine Resolution, in der vor der gesamten gesitteten Welt und vor dem Forum des Völkerbundes Protest gegen die Judenverfolgungen erhoben wird. Die zivilisierte Menschheit däf nicht dulden, daß eine grauenvolle Feme zu einem Regierungssystem werde. Wer schweigend zusieht, wird mitschuldig. Im Namen unserer Brüder, deren Mund verschlossen ist, fondern wir von Europa, sie aus dieser Höhle zu befreien. Die Resolution wurde mit stürmischem Beifall angenommen. Die Wahlbewegung in der Tschecho-Slowakei. In Präg steht an erster Stelle der jüdischen Kandidatenliste Dr. Ludwig Singer. Präsident des Jüdischen Nationalrates, an zweiter Stelle Dr. Max Brod. Die deutschbürgerliche Partei hat als Listenfiihrer einen getauften Juden. Prof. B. Kafka, die deutsche sozialdemokratische Partei einen Konfessionslosen Juden. H. Gehorsam auf gestellt In der Slowakei sind bisher von den Kreiswahlkomitees der Vereinigten jüdischen Parteien folgende Kandidaten als Listenführer aufgestellt worden; Wahlkreis Nove Zamky: Oberrabbiner Samuel Reich. Vrbove (Abgeordnetenhaus): Richard Schlesinger. Presdany (Senat). — Wahlkreis Turc. Sv. Martin: Dr. Moritz Messtnger. Turc. Sv. Martin (Abgeordnetenhaus); Alexander Schlesinger, Trencin (Senat). — Wahlkreis T r na v a: Josef Müller. Irantak (Abgeordnetenhaus). — Wahlkreis Pres o v; Dr. Karl Ferbstein (Abgeordnetenhaus); Dr. Rosenberg (Senat). '— Wahlkreis Kosice: Dr. Josef Löwi (Abgeordnetenhaus). „Jüdische Aktion." In Prag hat sich eine Vereinigung deutscher Juden in der Tschecho-Slowakei gebildet. Die neue Organisation führt den Namen „Jüdische Aktion“! Die Leitung der „Aktion“ liegt in den Händen eines Ausschusses, ■dem der bekannte Schriftsteller Jakob Wassermann, Universitätsprofessor Dr. Egmont Münzer, Dr. Friedrich Kaufmann und andere angehören. Welche Zwecke diese Vereinigung jüdischer „Aktivisten“ verfolgt und nach welcher Richtung diese „deutschen“ Juden in der Tschecho-Slowakei aktiv sein wollen, ist bisher der 0Öffentlichkeit nicht bekannt geworden. Die Tschecho-Slowakei hat als erster der Sukzessionsstaaten die jüdische Nationalität anerkannt und wir können 'nicht annehmen, daß die „jüdische Aktion“ der tschecho-slowakischen ..deutschen“ Juden darin bestehen würde, freiwillig ihre Nichtzugehörigkeit zur jüdischen Nationalität zu dokumentieren. Kulturterror im Horthy-Ungarn. Es gibt wohl kein Gebiet der öffentlichen Betätigung im Hortv-Ungarn. das vor dem Eingreifen der weißen Terroristen verschont blieb. Wie das konservative Blatt „Budaoesti Hirlap“ berichtet, haben die Brachialtruppen an der Universität „ihre Stellungen bezogen“. Vor den Verlesungen mißliebiger oder aus irgend einem Grunde verdächtiger Professoren, wenn sie noch nicht verjagt sind, werden die Hörer einfach durch Wachposten zurückgehalten. So wird berichtet, daß der Internist und Klinikdirektor B a 1 i n t. dessen Vorlesungen gewöhnlich von 1500 Medizinern besucht waren, vor sieben Hörern lesen mußte. Der auch außenhalb Ungarns, besonders in England sehr bekannte Historiker M a r c z a 1 i. ein Jude, wurde von dem Rektor aufgefordert. wegen Herstellung der Ruhe an der Universität“ um einen Urlaub einzukommen und seine Vorlesungen einzustellen. Die „Säuberung“ der Theater wird von den Brachialoffizieren und Erwachenden Magyaren eifrig betrieben. Alle Schauspieler wurden einem Rechtfertigungsveriahren unterzogen. Oskar Beregn ein Pfleger der klassischen Traditionen, der längere Zeit in Berlin bei Reinhardt spielte und einer der ersten Kräfte des Nationaltheaters, war. wurde von den Erwachenden Magyaren aus dem Nationaltheater vertrieben; eine viel hundertköpfige, bewaffnete Gruppe belagerte das Theater an dem Abend, wo Bcregi auftreten wollte und erzwang . einem Repertoirwechsel. Beregi mußte darauf seinen Abschied nehmen und ist aus Ungarn ausgewandert. Am Ostersonntag brach eine Truppe der Brachialoifiziere und Erwachenden Magyaren in die Oper ein und verhinderte, daß der Bäritonist Ludwig Rozsa auf trete: obwohl das Publikum gegen die 'eingedrungenen Radaubrüder energisch Stellung nahm, wurde die Vorstellung unterbrochen uni Rozsa will nach den Vereinigten Staaten auswandem. Die Sünde des Rozsa ist. daß er ein Jude ist. das heißt war, denn er hat sich getauft. Es hat ihm aber anscheinend nichts genützt." An demselben Abend wurde in einem Unterhaltnngslokal die Aufführung eines Stückes eines mißliebigen Autors verhindert und der Komponist von abgeschmackten Gassenhauern, der zwar wegen seiner schlechten Musik schon eine Züchtigung längst verdient hätte. Bela Z e r k o v i t z. auf der offenen Straße durchgeprügelt. Die Tracht von'Prügeln galt aber nicht dem talentlosen Komponisten, sondern dem Juden Zerkowitz. Das militärische Hakenkreuz. Bei dem jüngsten reaktionären Putsch iji Berlin sah man plötzlich den! Stahlhelm mit dem Hakenkreuz, dem Abzeichen der Antisemiten, „geschmückt“. Manche hatten mit Kreide das Zeichen angebracht, andere sogar mit Oelfarbe Helme und Autos beschmiert. Es sah etwas „unmilitärisch“ aus, aber es schien doch von den Führern gern gesehen zu werden, denn der ganze Putsch war ja auch stark vom antisemitischen Geiste getragen — Das Hakenkreuz ist •■.ein uraltes indisches Glückskreuz (Svastika), das als Zierornament von vielen Völkern des Altertums gebraucht wurde. Der Antisemitismus hat ursprünglich mit dem Kreuz nichts zu tun. Wenn es für denkende Menschen heute noch einen Sinn haben soll, so könnte es höchstens in seiner uralten Bedeutung als Symbol für Erleuchtung gelten. Dann müßten aber die modernen Ritter mit dem Hakenkreuz-Helm ihre Ueberzeugung nicht durch ein Blech vor dem Kopf ausdrücken, sondern den freilich erheblich schwierigeren. Versuch machen, den Kopf selbst, und was darin ist, zu erleuchten. Trebitsch Lincoln und die Kapp-Regierung. Die reaktionäre Putschregierung Kapo-Lüttwdtz war den Juden entschieden feindlich gesinnt. Dagegen hat sie sich unbeeinflußt von ihren antisemitischen Vorurteilen eines jüdischen Renegaten, eines Jierrn T r e b i t sch Lincoln für ihre Zwecke gern bedient. Dieser Herr war nämlich einer der Direktoren des Presseamtes der Berliner Viertageregierung. In Budapest hat die Wiege dieses wunderlichen Abenteurers gestanden.- Damals hieß er freilich noch nicht Lincoln, sein Vater war der jüdische Händler Nathan Trebitsch. Von Budapest führte ihn sein Weg über Preßburg und Deutschland nach Kanada. Dann tauchte er in England auf. Inzwischen war er zur englisdihen Kirche üb ergetreten. sin der 'er es sogar bis zum Geistlichen brachte und 1910 brachte er es fertig, als liberaler Abgeordneter in das Unterhaus gewählt zu werden. Aber bei den nächsten Wahlen verlor er das Mandat schon wieder und "er kam in Zerwürfnisse mit seiner Partei, die erkannt hatte, daß um Trebitsch „etwas faul“ war. Ende 1915 aber tauchte er in Amerika auf und gab ein Buch unter dem Titel „Revelations oi an International Spv“ (Enthüllungen eines internationalen Spions) heraus, in dem er erklärte, er sei als deutscher Spionin England tätig gewesen und werde dort deswegen verfolgt. Das Buch war ein Schwindel: denn es stand gar nichts darin, was der Leser nicht auch schon vorher gewußt hatte. Lincoln wurde dann in England wegen Fälschungen in seiner Abwesenheit zu Gefängnis verurteilt. Nach dem Kriege tauchte er aber als Verfasser von Artikeln in den Spalten der alldeutsch-antisemitischen „Deutschen Zeitung“ auf. lind 'es ist nun bezeichnend für die Verranntheit der Alldeutschen und die Gottverlassenheit der Gegenrevolutionäre Kappscher Prägung, daß sie. die sonst alles, was nicht unmittelbar von Teut oder Odin abstammt, für einen Woli im Heiligtum erklären, sich sofort mit Herrn Trebitsch Lincoln anfreundeten, als er zur Abwechslung einmal versuchte. mit dieser Gesinnung Geschäfte zu machen, und ihm sogar ein wichtiges Amt anvertrauten. Waad Haarazoth. 'Das Komitee der Jüdischen Delegation in Paris beschloß, daß die baldige Verwirklichung des „Waad Haarazoth“ (Ständiger Länderrat) erstrebt werden soll. Der Einberufung einer „Hi-lfs konteren z“ stehen sich nur Alliance Israelite Universelle. Ica und American Jewish Relief Commitee ablehnend gegenüber. Der jüdische Handwerkerstand in'Warschau. Aus dem jetzt vorliegenden Ergebnis der vom polnischen Ministerium für Handel und Industrie durchgeführten Registrierung der handwerklichen Betriebe in der Stadt Warschau ist zu ersehen, daß die Zahl der jüdischen Werk- Stätten in Warschau (5616) größer ist als die der nichtiüdischen (5558). Die Zahl der Beschäftigten . ist aber bei den Juden kleiner als bei den Nichtjuden; in den 5558 nichtjüdischen Werkstätten arbeiteten zur Zeit der Registrierung 16.132 Personen. in den 5616 jüdischen Werkstätten jedoch nur 9507; die einzelnen nichtiüdischen gewerblichen Betriebe sind also fast doppelt so groß als