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Jüdische Zeitung · 1920-03-26 · 12 (26.3.1920) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
14 (1920)
Issue
12 (26.3.1920)
Date
1920-03-26
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12 JÜDISCHE ZEITUNG Seite 7 hältnis der Juden zu ihrer nichtjüdischen Umgebung wohltuend wirken wird. Für das Präsidium des Jüdischen Nationalrates: Dr. Adolf Brand. Abg. Robert Stricker. Für die Leitung des Gewerbeförderungsamtes: Regieningsrat Ing. Josef Löwy. Spenden sind an das Gewerbeförderungsamt des Jüdischen Nationalrates, Wien, 2. Bezirk, Taborstraße Nr. 20a, zu richten. Die Schlosserlehrwerkstätte des jüdischen Gewerbeförderungsamtes übernimmt alle Arten von Schlosserarbeiten (Neuanfertigungen und Reparaturen). Aufträge sind zu richten an das jüdische Gewerbeförderungsamt, Wien, 2. Bezirk, Tabörstraße Nr. 20a, Telephon 41-6-30. oder direkt an die Werkstätte. 3. Bezirk, Apostelgasse Nr. 39. Eine Reichskonferenz des jüdischen Nationalfonds Auf Veranlassung des Hauptbureaus des Jüdischen Nationalfonds in Haag, wird für Sonntag, den 28. ■ M ä r z 1. J„ präzise 9 Uhr vormittags eine Reichskonferenz der Vertrauensmänner und Kommissäre des Jüdischen Nationalfonds fiir Deutschösterreich einberufen. Die Konferenz wird im Sitzungssaale des JNF.- Bureaus, Wien, 2. Bezirk. Zirkusgasse 33, stattfinden. ' Tagesordnung: 1. Bericht über die Nationalfondsarbeit in Oesterreich im Jahre 1919. Generalsekretär Doktor Egon Zweig. 2. Die Aufgaben des JNF. in Palästina: Adolf Böhm. 3. Organisation und Propaganda.: Adolf Pollak, Sekretär des Hauptbureaus des JNF. in Haag. 4 Kontingentierung und Budget für 1920, Sekretär Ing. Samuel N u ß b a u m. -5. Eventualia. Die großen Aufgaben, welche dem JNF. unmittelbar bevorstehen, erfordern eine gründliche Um- und Ausgestaltung der gesamten Werbe- und Sammeltätigkeit. Diesem Zweck dienen nachfolgende Thesen, welche der Konferenz zur Beratung und Beschlußfassung vorgelegt werden sollen. Weitere Antärge sind bis zum 25. d hier einlangend, einzureichen. Die Wichtigkeit der Tagung erfordert unbedingt die Teilnahme aller maßgebenden Funktionäre des JNF. Orte, die im Jahre 1919 mehr als K 1000.— für den JNF. abgeführt haben, sind berechtigt, je zwei Vertreter zu entsenden. Das Direktorium, bzw. Hauptbureau des JNF.. hat einen eigenen Vertreter aus Haag zur Reichskonferenz delegiert. Unsere Gg. werden sich gewiß nicht entgehen lassen, an dieser für unseren Volksschatz so bedeutungsvollen Tagung teilzunehmen und durch ihre Mitwirkung zu einem neuen, mächtigen Aufschwung der NF.-Arbeit Oesterreich beizutragen. Anmeldungen zur Anteilnahme an dieser Reichskonferenz, insoferne nicht direkte Einladungen ergangen sind, nimmt die Zentrale des JNF. für Oesterreich, Wien, II.. Zirkusgasse 33, entgegen. Vorgelegte Resolutionen Die Reichskonferenz beschließt: A zu Referat III: 1. An jedem Orte, wo zumindest 30 Juden wohnen, muß ein eigenes Organ mit der Arbeit für den JNF. betraut werden. . Solche lokale Organe des JNF. sind: a) Vertrauenspersonen. b) NF.-Kommissäre. c) NF.-Kommissionen. ad a) In Orten, wo keine zionistische Organisation besteht, bestellt die Zentrale in Wien eine V e r t r aue ns p e rs o n. ad b) In Orten, wo zionistische Organisationen bestehen, muß deren Vollversammlung ein Vorstandsmitglied als Vereinskommissär ausschließlich mit den NF-Agenden betrauen. Die Vereinsstatuten sind bei der ersten Gelegenheit in diesem Sinne zu ergänzen, ln Orten, wo nur eine zionistische Organisation besteht, ist der Vereinskommissär zugleich Ortskommissär. ad c) ln zionistischen Organisationen mit mindestens 50 Mitgliedern wird vom Vereinsvorstand eine Vereinskommission von höchstens fünf Mitgliedern unter Vorsitz des Vereiuskommissärs gebildet. In Orten mit mehreren zionistischen Organisationen bilden die Vereinskommissäre, allenfalls nach' Zuwahl weiterer Mitglieder, die Ort skommission. In Wien hat jede zionistische Bezärkssektion durch ihre Vollversamlung einen Bezirkskommissär zu wählen. Welcher vom Vorstand zu einer Bez i r kskommission auszugestalten ist. ln diese sind die Vereinskommissäre der Studenten-, Sport-, Turn- und sonstigen Jugendvercine. soweit sie von der Zentrale dieser Bezirkssektion in NF-Sachen zugewiesen sind, einzubeziehen. Die Zentrale beruit alle Bezirkskommissäre Wiens ' zumindest allmonatlich za einer Ortskönterenz ein. 2. Alle Vertrauenspersonen, NF-Korror is-äre und Mitglieder einer NF-Kommission müssen dem Verein „Keren Kaiemeth Lejisroel“ in Wien angehören. 3. Jede NF-Kommission gliedert sich folgende Ressorts: a) Vorsitz (Organisation und Propaganda), b) Kassa (Geldverwaltung. Abrechnung mir der Zentrale. Statistik), c) Selbstbesteuerimg, d) Büchsen. e) sonstige Sammelmittel. Vertrieb der NF- Materialien und -Literatur. Jeder Ressortleiter kann und soll nach Bedarf ständige Mitarbeiter hcranziehen. B) zu Referat IV. 4. Die vom Hauptbureau für 1920 als Beitrag zur Jahresspendensumme von 1,000.000 Pf. St. aus Oesterreich erwarteten K 2,000.000.— können bei Ausnützung aller vorhandenen Möglichkeiten aufgebracht werden. Darum ist es Ehrenpflicht sämtlicher NF-Orgame, für die Erreichung dieses Zieles — gemäß der auf die einzelnen Orte, bzw. Bezirkssektionen von der Reichskonierenz vorgenommenen Aufteilung — alle Kraft einzusetzen. 5. Zur Erreichung dieses Zieles ist die restlose Durchführung der Selbstbest euerung auch hierzulande dringend notwendig. Jeder organisierte Zionist, und womöglich jeder an der Entwicklung Palästinas interessierte Jude, hat sich demnach unverzüglich mit einem festen Jahresbeitrag zugunsten des JNF. zu besteuern. deT auf mindestens K 200.— festgesetzt wird Wer außerstande ist, dies aus eigenem voll zu leisten, hat seinen Beitrag durch Sammlungen im Laufe des Jahres auf diese Mindestsumme zu ergänzen. 6. Die NF-Büchse hat sich als dlas volkstümlichste Sammelmittel des JNF. erwiesen. Es muß daher die Aufgabe aller NF-Organe sein, die Zahl der in Oesterreich ausgegebenen Büchsen noch heuer um ein Vielfaches zu steigern und unbedingt darauf zu halten, daß ihre Leerung mindestens dreimal im Jahre (zu Pessach, Sukkoth und Chanuka) restlos durchgeführt wird. Anzeigen Die Weltkonfereitz des Hapoel Hazair und der Zeire-Zion in Prag. Die Weltkonferenz des Hapoel- Kazair und der Zeire Zroni hat am 25. d. im Festsaale des jüdischen Rathauses in Prag begonnen. Die Tagesordnung der Weltkonferenz ist vom Organisationskomitee nachfolgend festgesetzt worden, vorbehaltlich der Aenderungem, die von der Konferenz selbst beschlossen werden. 1. Eröffnung und Wahl des Büros. 2. Programmrefer.at. 3. Arbeit in Palästina. 4 Arbeit für Palästina in der Galuth (Chaluzbewegung). 5. Politische und ökonomische Arbeit in der Galuth. 6. Kulturarbeit. 7. Organisationsfragen. 8. Die Frage der Arbeitsgemeinschaft aller Strömungen der zionistischen Arbeitsdemokratie. Das O rga.n i sa t ios konmi t ee : Doktor Hugo Bergmann. Josef Sprinzak, EJieser Kaplan. Palästina: Josef Aronowitsch. Israel Bloch. A. D. Gordon, Elieser Joffe, Jakob Rabinowitsch, Nahum TWerski, Zwi Jehuda. Adda Fischmann. Polen: Zeire Zion: Israel Mereminski, Isak Schweiger, Natan Schwalbe, Rawicz, Elijahu Musccik. Hapoel Hazair: Jehuda Eiges, Abraham Grawicki. Eliser Steinfeld. Abraham Kleinmann, Moscheh Gordoni Deutschland: Dr. Martin Buber. Ludwig Strauß, Alwin, Löwenthal, Viktor Arlosoroit, Robert Weltsch, Israel Reichert, Schabtei Rawidowitsch, Hersch Zupig. Litauen : Syrkin. Rudnicki. Berger. Kowno: Kronitz, Rosenson. Deutschösterreich: Dr. Chajm Tartakower, Meier Henisch, M. J. Leder. Außerdem werden Delegierte der Zeire Zionistischen Verbände in England, Belgien, Holland und Schweiz erwartet. Auch zahlreiche Gäste sind angemeidet Aus Anlaß der Anwesenheit der Delegierten finden im Laufe der Woche folgende Veranstaltungen statt: Jugendmeeting, veranstaltet von den Vereinen „Bar Kochba“ und ..Theodor Herzl". Redner: E. Munczik, Dr. Hugo Bergmann, A. D. Gordon u. a. Oeftentliche Propagandavers m m 1 u n g : Redner: Viktor Arlosoroff, Kurt Blumenield. Mereminski, Schwalbe, Sprinzak u. a. Palästina-Meeting: Referenten: Rabinowitsch. Aronowitsch, Twerski, Eliser Joffe, Adda Fischmann u. a. Lese- und Redehalle. Wegen der Pessachferien entfallen vom 27. März bis zum 10. April die Samstagsvorträge. Dessenungeachtet findet jeden Samstag 6 Uhr Mitgliederzusammenk u n f t statt. Jüdisch-akademischer Kulturverband „Jabne“ 9. Bezirk. Türkenstraße 9. Sonntag, den 28. d.. 10 Uhr vorm., Plenarversammlung, Referent Kol. Zimels. Demnächst wird ein neuer hebräisch er Antängerkurs eröifnet. Kollegen und Kolleginnen, die an diesem Kurse teilnehmen wollen, mögen sich Sonntag zwischen 10 und 12 Uhr vormittags melden. Pflanzenfett für Pessach. Der Verein „M a c ii s i k e H a d a t h" zur unentgeltlichen Ausspeisuing armer jüdischer Notbediirftiger. Wien II., Schiff amtsgasse 20, gibt hiemit bekannt, daß es ihr gelungen ist, Pflanzenfett streng koscher schel Pessah zu bekommen und wird dasselbe an jedem zum Preis v o n K 190.— per Kilogramm, und zwar täglich in den Amts stunden von 2 bis 7 Uhr nachmittags abgegeben. Diejenigen, die das Fett schon bezahlt haben, wollen sich dasselbe täglich in den A m t sstunden von 2 bis 7 Uhr nachmittags abholen. Jüdisch-akademischer Juristenverein. AiAtsstunden finden bis auf weiteres nur viermal wöchentlich, und zwar Montag, Dienstag. Donnerstag und Samstag von 11 bis 12 Uhr statt. Jüdisch-akademische Verbindung „Jordania“. Die jüdisch-akademische Verbindung „Jordania" teilt mit. daß die Trauung ihres i. a. B. Herrn M. U. C. Heinrich Lecker mit Fräulein Margit Schwarz am Sonntag, den 28. d. M.. um 3 Uhr nachmittags, im Müllner-Tempel stattfindet. Max Nordau: Die Tragödie der Assimilation. herausgegeben von D. Erdtracht, erscheint demnächst. Bestellungen an Buchhandlung Löwit. Wien. Preis K 4.—. Der Reingewinn ist für den inskriDtionsionds der jüdischen Hörer an der Hochschule für Welthandel bestimmt Bar Giora. Die am 12. d. M. stattgeiundenc Generalversammlung der „Bar Giora" (Vereinigung zionistischer Hochschüler aus Jugoslawien) hat für den Sommersemester folgenden Ausschuß gewählt: Präses: Donner Vladimir, stud. techn.. Vizepräses: Stark Adolf, cand. med., 1. Sekretär: Papo Avram iun.. stud. techn., 2. Sekretär: Gioss Hermann, cand. med.. Kassier: Löwv Juda. stud. med.. Bibliothekar: Finzi Josei. stud. med. Todesfall. Einen schweren Verlust hat der Jugendverein „Ahawath-Zion“ durch den plötzlichen Tod seines Mitgliedes Gusti Schönfeld erlitten. Eines der treuesten Mitglieder des Vereines und eine ideale Verfechterin des Zionismus, deren Taten immer zum Nacheifent veranlaßten, ist mit ihr dahingegangen. Die sie gekannt haben, werden ihr ein treues Andenken bewahren. Barzeichnunp auf diu Lasanieihe. Bei einer Besprechung mit Herren von der Presse beleuchtete der Gouverneur der Postsparkasse Dr. Schuster die Vorteile der jetzt zur Zeichnung aufgelegten Losanleihe. Durch das Festhalten an der Kriegsanleihe, die zum Umtausche gebracht werden soll, kann der Besitzer derselben sich keineswegs einen anderen Schuldner eintauschen. Er bleibt unter allen Verhältnissen ein Gläubiger der deutschösterreichischen Staatsregierung. Die Losanleihe bietet der Kriegsanleihe gegenüber die Aussicht auf einen Miüionentreifei bei einer nahezu öprozentigen Verzinsung gegen 5 'A Prozent, welche die Kriegsanleihe gebracht hat. Dabei erhält er bei der Tilgung der Prämienanleihe für 1000 Kronen 1200 Kronen ausbezahlt. Die Erfahrung lehrt überdies, daß Lose, zum Unterschied von anderen Anleihen, eine günstige Kursentwicklung nehmen, weil derjenige. welcher Lose gekauft hat. sich schwer von denselben trennt. Die Losanleihe ist regelmäßig besser klassiert, als jede andere Anleihe, so daß die Gefahr eines Kursverlustes kaum in Rechnung kommt. Die Frage, was kostet das Los? konnte bisher wegen der Kombination mit der Kriegsanleihe, die zum Austausch gebracht werden soll, nicht präzise beantwortet werden. Diesem Umstandcist dadurch Rechnung getragen worden, daß ein für allemal festgesetzt wurde, daß jedermann, gleichviel ob er Kriegsanleihe besitzt oder nicht, für 850 Kronen eine auf 1000 Kronen Nominale lautende Obligation erwerben kann. Man braucht nur diesen Betrag einzuzahlen und erhält später die Abrechnung, ln keinem Falle wird noch eine N a c h z a li 1 u u g zu leisten sein. Eine diesbezügliche Information ist von Seite des Postsparkassenamtes bereits au die Post- und Steuerämter hinausgegangen. Bei einem Preise von 850 Kronen verzinst sich das Los mit 59 Prozent. Fünftellose sind zu 170 Kronen gegen Bargeld erhältlich. Hinsichtlich der Nostriiizierung der alten Kriegsanleihe ist durch eine nachträgliche Gesetzvorlage manche Erleichterung geschallen worden. Ueberdies sind die Steuer- und Postämter mit Weisungen versehen worden, die Erleichterungen in komplizierten Fällen brin'-i. Ein günstiges Resultat der Prämienan’eiir väre um so dringender zu wünschen, als damit der erste entscheidende Schritt für den Abbau der Ncrieninflation gemacht wird. Der Gouverneur richtet an die Vertreter der Presse den eindringlichen Appell, ihre so oft bewährt: Propagandatätigkeit auch diesmal voll in Dienst dieser für die weitere Zukunft der Republik Oesterreich so wichtigen staatlichen Emission zu stellen.

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