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Jüdische Zeitung · 1920-01-30 · 4 (30.1.1920) · p. Seite 7

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
14 (1920)
Issue
4 (30.1.1920)
Date
1920-01-30
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 feite 7 JÜDISCHE ZEITUNG beiter, von denen -eimge erst vor kurzem in das Land kamen, immer mehr geschädigt und ihr Leben in Gefahr «Fracht werden. Das landwirtschaftliche Komitee des Handel Hazair hat eine zweite Afbeiterjrrunne zur Bearbeitung des unkultivierten Bodens von Daganfa zusamm engestellt. Diese zweite Gruppe wird aus fünf Frauen und dreizehn Männern bestehen, von denen fünf erfahrene Landarbeiter und die übrigen neue Immigranten sind. Die Kosten dieser zweiten Gruppe werden mit ungefähr 3,783 Pfd. Sterl. angesetzt, von denen 2,514 Pfd. Sterl. durch eine Anleihe bei der A. P. C. und dem Landwirtschafts- und Kolonisationsdepartement gedeckt sind. Rosch Pinah. Dr. Weizmann wurde anläßlich seines jüngsten. unangesagten Besuches in Rosch Pinah ein enthusiastischer Empfang dargebracht. Zu seinem Empfange versammelte sich in der Schule eine große Menschenmenge, die ihn mit Liedern und „Yechi Weizmann!“-R'Ufen feierten. Hierauf versammelten sich alle Einwohner im Beth Am, um einen Bericht des zionistischen Führers zu hören. Es wurde ihm ein Memorandum überreicht, welches genau die Verhältnisse der Kolonien Ober- Galiläas schildert Dr. Weizmann« legte die gegenwärtige politische Situation dar und erwähnte einige jener Arbeiten, die man sofort in Angriff nehmen konnte. Seine Rede machte einen tiefen Eindruck auf die Versammlung. Chedera. Das vergangene Jahr war für diese Kolonie kein gutes. Die Kolonisten haben deshalb die früher notwendige UWtatigkieit dSar> Pferde zit ihrem Vorteil ausgenützt indem sie neues Land pflügten, auf welchem man Oliven. Mandeln und Wein zu pflanzen plant Infolge der «im Weinhandel emgefcretenen Krise wurden viele Weingärten aufgelassen. Aber seit Chediera eine Station an der ägyptischen Eisenbahn geworden «ist besteht Aussicht daß seine Trauben einträglichen Absatz finden werden. Dieses Jahr erwartet man auch gute Ergebnisse der M and e 1kulturen. Einige der jüdischen Arbeiter, einschließlich Jemeniten, welche beim Einzug der britischen Truppen von der Kolonie in die Stadt zogen«, in der Hoffnung, dort eine einträglichere Beschäftigung zu finden, kehrten nun «nach Chedera zurück und nahmen Ihre frühere landwirtschaftliche Arbeit wieder auf. Ankunft Klausners und Glücksohns in Palästina. Der palästinensische Korrespondent der „Jüd Preßzentrale Zürich“ berichtet: Der Dampfer „Rußland“, der an Bord über öOü Juden aus Odessa mit sich führte, ist am Mitt-. woch abends, den 17. Dezeariben. in Jaffa angelangt Die Reisenden konnten jedoch bis zum Freitag morgens nicht an Land gehen, weil das Meer gerade in jenen Tagen sehr stürmisch war und dite kleinen Schiffe das Meer nicht befahren konn-, ten. (Bekanntlich können große Dampfer im Jaifaer Haien nicht landen, sondern werden weit vom Ufer verankert und die Passagiere und Waren« werden durch kleine Schiffe ausgeschifft.) Die Reisenden mußten daher 36 Stunden lang auf hoher See auf dem Schiffe bleiben. Freitag morgens, als die Wellen sich gelegt liatten, war das jüdische Schiff, auf dem die blau-weiße Fahne mit dem Magen David wehte, das erste;, «das sich dem „Rußland“ näherte, um die ungeduldig erwarteten Gäste aufzunehmen. Trotz des Unwetters wurden dte Ankommenden von einer großen' Menge am Ufer erwartet, die zu ihrer Begrüßung gekommen war. Die jüdischen Pfadfinder hatten es übernommen, dafür Sorge zu tragen«, daß bei der Ausschiffung und! Ausladung die Ordnung aufrecht erhalten bleibe. Unter den Angekommenen befinden sich der bekannte jüdische Gelehrte D r. Klausner und 'Frau und «das Mitglied des Odessaer Waads für Palästina, Dr. Glückssohn mit Familie. Der Ankunft Dr. Klausners und Glückssohns nach Palästina widmet der „Haaretz“ in Nr. 149 einen besonderen Artikel. Hausindustrie. Eine große jüdische Schweizerfimta hat letzthin an ihren Vertrauensmann« in Jerusalem eine größere Menge Stoff und Letawanri! gesandt und ihn beauftragt, den Versuch zu machen, in Jerusalem eine Kleiderunidl Wä.schefabrik zu errichten. Der betreffende Vertrauensmann hat sich dahin «geäußert, daß die Errichtung einer solchen Fabrik in Jerusalem sich wohl renüereen dürfte, da düet Arbeitslöhne in Palästina bedeutend niedriger sind als im Ausr lande «und die Fabrik dieshalb mit den ausländischen Waren konkurrieren könne. Außer der genannten Fabrik soll auch einte Stackereifabrik eingerichtet %verden. (J. P. Z.) . Vereinsnadiriditen Stockerau. Dfe durch den Krieg «tmterbrochete zionistische Tätigkeit begännt wieder aufzuleben. Nachdem mannigfache Versuche unseres Gg. Dr. Groß seit Kriegsende tehlKchhigen, hat rieh endlich «am 11. Jänner 1920 ein. jüdisches Arbeitskomitee „Jordarüa“ konstituiert, das in mehreren Ausschüssen «dfe hiesigen «nationalen und zionistischen Agenden zu verrichten übernommen hat. Aus Anlaß idfer Grüredlung wurde «ein geselliger Abend veranstaltet, «der überaus schönen Besuch aufwies. Die Gaste gaben «allgemein der Freude Ausdruck, «daß nach so langer Zeit wieder ein Zusammenschluß der hiesigen Juden vermerkt wird «und, äußerten d'en Wuasdh, vom esngesctoUageneti Wege nicht afoztfgehen«. Hoffentlich gelingt es uns, hier das natinnafe Leben wiedfer zu beleben und so die bisherige Stagnation zu beseitigen. Dfe p: t zionistischen Stellen und Gesinnungsgenossen wenden ersucht, von mm ah alle Stockerau betreffenden Korrespondenzen an Otto Greipl. für Jordiainia, Stockerau, Marihartsstraße, zu adressieren. Bitte um Spenden. Der Verband zur Unterstützung armer israelitischer Wöchnerinnen ün Wien, I., Seitenstettengasse 2,-bittte um Zuwendung von Spenden, um das Elend der armen israelitischen Wöchnerinnen lindem zu können. SteHenvennittlungsamt des Jüd. akad. Juristenvereines. Obiger Verein errichtet ein Steltenvermitttogsamt für seine Mitglieder. Wer dfe Lage des jüdischen Studenten kennt, «der zum großen Teil im Osten — aus bekannten Gründen — seine Studien weder beginnen, noch fortsetzen kann, gebe unseren mittellosen Kollegen und Kolleginnen «die Möglichkeit, auf ehrliche Weise «für ähr Auskommen zu arbeiten, indem freiwendetufe Stellen «dem obigen Vereine bekanntgegeben und Bureaukrätte, Lehrer, Gesellschafter und dergleichen von demselben «angefordert werden. Amtsstunden täglich «von 11 bis 12 Uhr vormittags. Zionistische Bezirkssektion Alsergrund. Anmeldungen für hebräische Kurse für Anfänger, Vorgeschrittene und Kander’ werden, «täglich, im Lokale, IX., Liechtensteinsträße 11/13 von 3 bis 6 Uhr nachmittags entgegengenörnmen. Verein „Freie jüdische Volksbühne“. Bei der am 6 d. M. stfattgetundfenen II. ordentlichen, Generalversammlung äst eine Erhöhung dies Monatsbeitrages von K 3.— auf K 6.— und eine Statutenänderung beschlossen worden, ln den Vorstand wurden «gewählt: Dr. Elias Wa Weinberg. Vorstandsmitglieder: Dr. Adolf Frisch, Jakob Mestel, Mendel Singer, Moses Okim, Jakob Baltuoh, Banuch Fuchs, David Salzmaen«. Leo Borgenicht, Josef Musoniznik, Abraham Weinstock, Norbert Bernzweig, Josef Gottlieb. Als Revisoren: Leo Malus, Ignatz Weinstock. Freie jüdische Volksbühne. Die tiir den 17. d. M. angekttndigte Erstaufführung von Weiters „Der Stimer“ mußte infolge der Theatersperre verschoben werden und findet am 31. cL M. im Wiener Büngertheater um 2 Uhr nachmittags statt. Dfe schon gelösten Karten behalten .ihre Gültigkeit. - Kulturamt des Jüd. Hochschulausschusses. IX., Alserstraße 28. 1. Montag, den 2. Februar 1920 rindet im Saale des Wissenschaftlichen Klubs, VI., Getreidemarkt 7 (Dreihiuressartgasse 3) ein Vortrag von Prot. Ehrlich über das Thema: „Gibt es eine jüdische Musik?“ statt. Karten im Sekretariat dies Jüd. Hochschiulaussebusses. bei R. Löwi«t, Rotenturmstraße 22, und in der Lese- und Redfetetöe jüdischer Hochschüler, IX., TürkenstraiBe 9. 2. Die liebräischkurse haben wieder begonnen und finden ohne Rücksicht auf die Verkehreverhältnisse statt. 3. Sämtliche Vereine, VerbinidhtngBn. Bezrrkssektionen Wiens, die Hebräischkurse führen, werden ersucht, ehestens die Zahlt dlersel ben dem Kidturamte dies J. H. A. bekanntzugeben. Palästinasektion des Jüd. Med. Vereines. Dfe erste Zusammenkunft der P. S. findet am Sams- «tag den 31. Jänner 1920 um 2 Uhr 30 Minuten ün Vereinslokalie statt „Der Kwali“. Unter diesem Namen wurde in Wien von jüdischen Schriftstellern und Fachmännern ein jüdischer Verlag gegründet In dter nächsten Zeit erscheinen in diesem Verlage vier Bücherserien: 1. Fm Mensch zi Mensch (Aufklärungsbücher aus der Weltliteratur): 2. Fin Volk zi Volk (Uebersetzungen aus der schönen Literatur); 3. Fin eigenem Kwall (Schriften jüdischer Autoren); 4. Jüdische Volksbibliothete. Im selben Verlage erscheint ab Jänner 1920 eme Monatsschrift „Kritik“ unter der Redaktion von M. Sr Iburg. Bis jetzt haben der Redaktion foägend'e Schriftsteller ihre Mitarbeit zugesagt: Ajmhonv Duwid, Birnbaum Urtel* Bergeisen Duwid. Chmfelnicki Meleck. Der Nistor. DiesemtDruck Zwi Fuchs A. AL* Gross .Molsche, Horowitz Ber. Juris A. S., Königsberg Duwid. Locker Berl, Manii Leib. Mestel Jankew. PnluzM N.. Priluzka P„ Rawicz Melech. Schoffmamn G.. Silburg M-. Singer MerideL Die Adresse des Verlages lautet: Verlag „Der Kwall“, Wien, II., Taborstraße Nr. 7. Austritte aus dem Judentum Adler* geb. Hirsch Paula, geh. 29. Dezember 1885. Ungarn, IX.. Nußdarferstraße 77; Adler Max, geb. 3. November 1881. Wien, IX.. Nußdorierstraße 77; Bardack Cäcäie. Sängerin* geh. 24. Mai 1890t Wien. XX.. Wolfsaugasse 9; Becker Ban, Kaufmann, geb. 21. Juli 1886t Odessa, XX., Wasnergasse 9; Benies Henriette, geb. 21. April 1857, Budoletz, IX.. Wäbrimgerstraße 2; David Olga,- geb. 2. Februar 1899, Klagenfurt, VIII., Lerchenfelderstr. 106; Fischer Emilie. Bedienerin, geb. 10. August 1866, Wien, V., Stollberggasse 55; Gröbel Fepi. geb. 22. Jänner 1892, Lemberg. IX.. Alserstraße 54; Heller Heinrich Student, geb. 7. März 1899. Wien. VIII., Josefstädterstraße 35; Hoffmans Friedrich Adolf, geb. 31. Dezember 1901, Wien, IX., Porzellangasse 11; Kraus Oskar. Generaldirektor. geb. 23. Oktober 1878. Wien, I., Opern.- ring 15; Löwi Malwine, Geschäftsfrau!, geb. 12. Mai 1872, I., Franz Josefskai 49; Neu mann Albert, geb. 15* Juli 1876, Ungarn IX„ Säulengasse 7; Pajor, geb. Herzl Louise, geb. 4. Oktober 1857, Budapest, IX., Alserstraße 38; Pick Stella, geb. 27. August 1898, Budapest IX., Hernalsergürtel 24; Pollak Gertrude. geb. 14. März 1897. Wien, IX., Pramergasse 2; Pollak Hans, geb. 23. Oktober 1899, Brünn. IX.. Frankgasse 6: Porges Rudolf, Beamter, geb. 19. März 1882, Spittal. VIII., Schönbomgasse 8; Reichmann Wolf Wilhelm, geb. 27. August 1888. Galizien. IX., Koüngasse 5; Schapi.ra Edmund. Bankbeamten, geb. 7. November 1893, Wien. VIII.. Breitenfelderstraße 14; Schnepp Paul, geb. 18. September 1895. Wien. IX.. Berggasse 11; Stein Moritz. Staatstechn., geb. 11. Mai 1879, Wien. VIII., Albertgasse 54; W e i ß Karofine, geb. 3. Februar 1885, Preßburg, VII., Burggasse 74; Willner Jakob. Hochschüler._geb. 5. Oktober 1900. Lemberg, VHL, Laudögasse 22. Redakteur gesucht Das zionistische Landeskoinrtee tiir die Bukowina benötigt zur Ausgabe einer Wochenschrift einen t ü c«h tage n R e d«a k te«u r und schreibt für diese Steile eine Konkurrenz aus. 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