Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 50 (19.12.1919)
- Date
- 1919-12-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Üiin. Jahrgug Kr. St Nalional-jüdifcfaes Oigan [- Sadaktio» and Adml»iitr»si*a: tfiau ll... TakarahnB« I Fwrn»pttob*r Nr. 44638 a. 43318 %>. fH? Beilage: »Der jfidisene NattonalfOfid** WMa Freitag den It. Duamhar Ult •saagaprria: ViactoljUri« 8 & gsaaj. 24 X, Bawliiaiaw U >■ Peatupwkuarakrata 133.4*4 Hammer unö Amboß Seitdem das jüdische Vqlk vor zweitausend Jahren seine staatliche Unabhängigkeit verloren, wandelte es sich völlig zum Volke des Geistes und formte sich seine nationale Sonderexistenz, Ms sie mehr und mehr jeglichen weltlichen Charakter verlor und nur noch als Ausdrucksform des Geistes bestand. Der Versuch,' ein Volkstum auf solche Weise zu sublimieren und dadurch vor dem Untergang zu reiten, steht einzigartig in der Weltgeschichte da. Sein Erfolg war nur dadurch möglich, daß das jüdische Volk sich systematisch - und gewaltsam dazu erzog, auch aus der Erinnerung alles zu streichen, was weltlichen Charakter trug oder aber, da es sich ja nicht darum handelte, den weltlich-nationalen Kern zu bekämpfen, sondern nur darum, ihn zu maskieren und zu retten, so mußten diese Erinnerungen gewandelt,, entstellt und vergeistigt werden. So hat sich das jüdische Volk gewöhnt, Dingen, die ursprünglich eine ganz Irdische Bedeutung besaßen. ' nachträglich einen extrem geistigen Siim unterzuschiebeji und insbesondere sind die meisten Fest- und Gedenktage diesem Uhrwandlungsprozeß ankeimgetallen. /ahrhundertelang hat man das Fest, welches wir hi diesen Tagen begehen, als Chanukah, als das Lichtfest, gefeiert. Man bat einen historischen Vorgang, der nicht Ausgangspunkt,. sondern nur Begleit- und Folgeerscheinung war, zum zentralen Punkt unigewertet Und Ihn symbolisiert. Die.tatsächlichen Vorgänge selbst und die ihnen zu- __ grundelicgende Bedeutung dagegen hat man völlig ^(.\/‘ Dinge, so klar'-wie;imr irgend' möglich lagen. Erst. . der' Zionismus^ welcher sich gegen das sMri-' fnalistische Judentum aufbäumte, um das weltliche fjationalprinzlp zum obersten Prinzip zu erheben, ' _ besann sich darauf, daß - auch hier eine entstellte Ueberiieferung Gemerationcmin völlig . falschen Vorstellungen; . vcin . jüdischer (Geschichte erzogen hatte.- Und -wie;' so' vieles ändere,'was die geist- Rehe f^scbichtsschreibimg ' d'en >späteren( Nach- , komriten des jüdischen.Heldetrvoikes vorenthalten. bat| hrächte der Zionismus aüd* dieses.Fest wieder als” das zu Ehren, was es'.ursprünglichwar-: als . fUe-Erinnerung. an die nationale Erhebung der von (( . den Makkabäern; geführten Juden, : " ■ .:;Makkabä£r/.uiuLaiichfc.Chanukalii.Man.kann diese--Bedeutung nicht eindringUch genug unterstreichen. ((Was ~ warder((.Stan . dieser. (großen; ’ - Epoche? 'MaWcabb der-Kammer — das. jüdischo .(((.-((.(i Volkbäumte. sich, (eiidlfch mit Urgewalt ' gegen ._ äeiniL .Unterdrücker. auf, * mit* elementarer' Kraft verkündete je*.' der' Weit, daß es nicht mehr wie ( bisherjiorK Amb.öß bleibrau daß ■ c». pridljcb selbst ' \ ( wieder', zorn -Hammferi werden'nnd daß(es sich aufausgeprägt entwickelt, in ihrem Wesen der Jüdischen aber durchaus entgegengesetzt war. Da gab es einen geistigen Zusammenprall von unerhörter und nie wieder erreichter Grandiosität. Als aber schließlich nach Alexanders Tode auch sein Weltreich zerfiel, so daß Palästina sich wieder etageschlossen sah von feindlichen Einzelmächten, da erwies sich, daß der im jüdischen Volke hochgezüchtete Geist Kraft genug besaß, sich nicht nur geistig zur Wehr zu setzen, sondern sich auch zur politischen Revolution zu wandeln. Aus der geänderten und günstiger gewordenen Situation heraus schuf sich das Volk in Kämpfen gegen zehnfache. Uebermacht eine neue Unabhängigkeit und Selbständigkeit Es hörte auf, sich als passives und duldendes Objekt in den Händen der Jeweiligen Machthaber zu empfinden, es aktivierte sich politisch, es schuf sich eigene nationale Organisationen; es proklamierte sein nationales Selbstbestimmungsrecht es verkündete seinen Anspruch auf sein Land und es nahm sein Schicksal selber in die Hand. Selbst Hammer sein und nicht nur Amboß, das Ist der Sinn jener Epoche, deren Gedenktag wir jetzt begehen! Gerade in diesem Jahre; wo uns nach mehriausendjähri-aem leidvollen Verharren'ln passiver Ohnmacht endlich wieder die Verheißung winkt, daß auch wir wieder zum Hammer werden und daß auch wir nicht mehr schutzlos den Schlägen ausgeliefert bleiben, die ununterbrochen auf uns herniederhämmern, gerade in diesem Jahre sollen wir uns zunächst der weltlichen Bedeutung erinnern, welche dem Feste ursprünglich innegewohnt hat Es ist das Fest der wölJte. iBis, -dahin - war: das Jüdische Volk .nur -ein Mifflbses Objekte -gewesen.. Äufgeteilt t zwischen ^Wei^^VläcRfeEfuppeif, -';die ' -änäiider :(maßlöst b®1 jfie(H%emonle ' Äf.'den-Fluren(Palästinas ausfochten.- Bildeten es ' den iSpielbalbdess -Scfilächteuäückfc>Seine Städte' wurdeH’,?$erwüstet; sSftife (Bevölkeraftg’dezimidrt,' die.’ Ileßerlebefiden:''.(unterlagen (einem. KulturV. Kainpii. dessen .verheerende Wirkungen auch den Schwächlichsten und Mutlosesten schließlich, zur verzweiflungsvriüenf Aufbäumung"führte; Seit 0er? Rückw.anderim^ aus; B4byidii'hätte^diese?iüdfe9H*( •emeinde.nurih^r;gejsügen(EnfwickIimg'gerebt.- •Abseite, wnälleti( weltwirtschaftlichen * tnäi weit-;; politischen; Geschfehmssen.jener Zeit die sich zwei , volle^lahrhurfderte hindurch'. dirf die' (n^fdHcJi fix--. Paläsffrltf,y6rbeiziefendi''StbßIinie(9üsa-^Bosponis' gnippi^te^^C Tratte sie (wie in etaem isbiferten g^yßnTrersöhnlichw SchrÖffffi^f*ä*otiigezüchtef.T^ Dann,^. ate*Alexander K s^^seit|;:^s>I^^tarttfpS z^^rigrift •führte',:( ias'(i)CT|i£^m^Weifreic^'^r^ fisjl.cidsche^er-, . Mtetes.ujid.(Palästina; uns:einerpersischen In? eine". ariec&tefctie^ProVfneJ-yerwähdeltC.^entbfännte der' Kjmivf{ ( dies«? ’Eif#tolt*r;' imd(;((tesignierten Vertrauens. Heute sprechen wir nicht die Worte tatenloser Hoffnung: „Nächstes Jahr, in Jerusalem“, heute beharren: wir nicht mehr geduldig ln der Erwartung, daß der Erlöser kommen wird, um uns wie einst aus dem Lande Mizrajim. herauszuführen — heute erinnern wiruns vielmehr daran. :daß der Jude die^Kraft besitzt sich auch äüs eigenem sein Schicksal zu schmieden.;: Der (Würde uns völlig verkennen, der ft» solcher Betrachtung eine Begrenzung .innerhalb raachtpolitischen Denkens spüren wollte-Die Kraft und die Macht sich sein Haus selbst zu zimmern, erhoffen, wir allerdings auch für unser Volk. Aber was als Gewaltpolitik so jämmerlich Schiffbruch gelitten hat liegt auf anderem^Gebiete. Unsinnig wäre es. auf Macht zu verzichten — wesentlich allerdings bleibt es, in den Dienst welcher Ssrnhe inan, die errungene Macht zu steilen geneigt ist . Und da muß gesagt werden, daß die Macht- und Gewaltpolitik als beutegierige Erweiterung eigener - Beherrschungssphäre und als Unterjochung' fremder Völker dem jüdischen Volke in allen, auch, ta jenen Zeiten fern gewesen ist ln welchen es dl» Möglichkeit dazu besaß. Und insofern ist das, was die geistliche Geschichtsschreibung als Wesen des Makkabäerfestes zu überliefernversucht hat tatsächlich* ein Symbol von historischer Größe: Als Jüda Mäkkabi seinem Volke die Unabhängigkeit wieder erworben hatte, verfiel er nicht in den Fehler.-die Waffe gegen die Fremden zu erheben. Er führte nicht Krieg um des Krieges willen. Mit dem Schwert© in der. Hand zog er hinauf in den Tempel, um zunächst ihn zu reinigen, tun Ihn, zu heiligen und um dje Flamm©.(des Judentunis" fi» >. neuem Glanze, wieder erstrahlen zu lassen. So uns wieder als Lebensziel vor Augen führe: da» neuerstandene, fest in eigener Kraft wurzelnde und mutig sich behauptende Volk der Juden als Volk der Makkabäer — als Volk des Hammers, überall dort, wo es gilt, Schicksal zu schmiede» — als Volk des Schwertes aber nur dort wo der Verrat am eigenen Volkstum von fremden Völkern aufgepreßt wird — und selbst dann nur. um nach vollbrachter Tat das Schwert auf den Altar c» legen. _ H. M. Die Bücher der Makkabäer Die Heldentaten; welche die Großen ib ihre» langen Kämpfen gegen die eroberungssüchtigen Perser vollbracht haben, stad unserer Jugend durch den Schulunterricht wohkvertraut Dta Bücher des Herodot weicher die schönsten diese« Taten und die denkwürdigsten Geheimnisse jener Zeit auigeschrieben und überliefert ‘hat bilden die Liebitagsfektiire des Gymnasiasten. Die wenigsten aber wissen etwas von den heroischen Gestalten, welche dos zweite Hekdeitvodk des Altertums, die Juden, aus sich fterausgestelit bat und nicht einmal von lenem erbitterten Kampfe ist ihnen etwas bekannt, den dieses Volk i» ebenso tanger Dauer und in nicht minderer Hartnäckigkeit gegen die von der griechischen Kultur getragenen Völker ihrer Umgebung geführt hat Und doah ist der Heldenmut •dort kein geringerer gewesen. Im Gegenteil — seitdem Jakob Burckttardt begonnen bat. der ihm so wohlvertrauten Geschichte der Griechen mit neuen Methoden wisse ns ahaftOc her Skepsis beizukommen, bat man allmählich begriffen, wie sehe man sich von den pomphaften Berichten Herodots, von den schönen Rekten, In welchen die Grieche« Meister waren, von dten auf Effekt berechneten und nur allzuoft eätet-veriogeneit Schriften der . zuTes&Lund nicht nur-’ auf das^zn ächten, was berichtet, sonder» auch auPdas^ was veschwiegeo wird. Seither ist ■die Glorie; deS- GrieChentums im VeriVassen imtd ötae spätere Generation ward sich, über 0» hervorragende- Rolle; die Europa Ums* bt seiner» Erziehüngssystem einräumte. nicht minder wun< dem‘Wie über-dfo VöBge lgnoranz mxt Verstand» mslosskeit -ctiesef Weifc dem Jukfentum gegenitaer. Denn; je mehrder BCck (die iteitendschen Scheuklappen überwindet, umso mehrt wird er frei für ifie geschiditlicihe^ Bedeutung, jenes zweiten Vbikes, das seine ungeheuer äusstfahtende Krafk Jährtausende - hindurch hinter* veralteten- Unscheäibarkeften verbarg. So--wendet-, sich heute erneute* Interesse jenen Schiffteriiunserer Bibefc wvftt dene« (nicht rmnder/nur :nüch; anderer Richtunfi^hln entstellt wie bei den: Griechen): metiti’ yon* de» Geschehnissen als von den Absichten, mehr vo* dem was war^als vo» dem was gewfiQsdhtiWuöfe^ berichtet wird.-Man Best,auch hter,zw^chentfe» Zeilen amdentdeckt:' so^-w9b ■ «Be -- grü^hssch» rakfier der Grtecften kunstvoff verktärte. so lat die jüdische GeschiAjEssdffraibubg. - uff^eV Ko(ttdeutiiehsten :!und : .pfachtyoß^teii zijin^ Aif^clrucif - brachten, die jüc^chejt »Bijcber des: Herodot1^ Makkabäerbüchcr. , au% (dfej».,''/meiste» .Bü^guS)»;- gaben eliminiert wurden —• borgenes Gascht ats (APokicvi>MMi»tt-yfN|ji^'%lr es gehört fest schon Spiintndigkeit &xnr, enhfeckenT. (( “ t BeMe Makkabäerbucfter sind voneinander fatabhäng-tg- Im ersten ist ein Anhaftspünk-L auf den,.Verfasser zn schließen,'nicht gegeben Da» zweste dagegen sst/ia. Ardefiffung än etn-sroße» fünfbandige^ Werk (des, J a,s o n. von Kyrenne ent-, «asj^en und; betont.- zum, Nutzen, derjenige» dienen.; dte ein «o-großes-Werfe recht , cju^charbeltei^ könnten, ' :will,(kähn..' man (als (ein. Fest1 äes -Lichtes das Fest auch weiterhin feiet» >'«k£ «twM,J^alebn."u»i».wa^TA.- aber man darf; nicht'('di^^ow«ühmfe'd«-; Altanfe: 'vefgesSeit daß uns noch bitterlich harte welffiMi« . Arbeit-bevörsteht, ehe "wir wieder zu Biener#.;»a(" (Licht werden, körnen. j? , r —WeHHche Arbeit — zum Glück nicht, wie;-önst,Arbeit vdfcs (Schwertes. ^Friedlich mit: dem (NachbjirlädtJerjt verknüpft und: im Schatten eines. : mächtigen, Reiches stellend, wird Palästina..zn( riächst-dec-,;Söfge^um,kriegerlsche Wehr enthoba»; (sein. Aber(J.uda; der^Sohn der.Mattathiäs, wurde •auch nicht nach dem Schwertev sondern nach (fern.. Hümmer benannt:(imd ln diesem Sinn* wollen wir uur die Erämirwe "****t$gt \ rerecir djArjKri^e' -j^gep -Antiodjus ,den firfmdtteat raad' %e himmfc^te». ErachejnungeHi Jüe dienen au-tal'wunfenj 'dfts löi ^tas^den^HnmaioCirweher Weis»- tapfea^staöfeite so daß sie trete ätrer geringen Land v«feder - taschen :B^rbateäi rverjagtew^deaH^ tlÄ Weit berühmten?, Teinpeh -witetfeg fäf ■ s^;h§freit»s uatjsKe- »p rehafteix wcüfte.'; >*35' Iterrut seaner größeri Gaite:rifahe»».8h»dt^ynr_ - w,A» Jäsontjvod-fCynnutelWfiiBr ßa^Kr»? * ^chneben hat wöileh' wir versuchen, auf dar Kürzeste acsantmenzuztahen. Denn - da wie 'dhü mm i