Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 43 (31.10.1919)
- Date
- 1919-10-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Schaft der Kolonisten. namentlich in Judäa. nicht imstande sind, eine Arbeifsanelle zu.bilden, solange die Arbeitslöhne dort so niedrig sind, nämlich nur 4 bis 5 Shilling pro Tag. was nicht einmal einem unverheirateten Manne ein Existeaznmimom gewährt Kein Wunder, daß die Arbeiter ans den Kolonien flöchten! Aber auch in den Arbeiterin-uppen ist die Lase eine schreckliche. Es gibt kein .Wasser, es gibt weder Wohnungen noch Betten. Es gibt fast keine Spur eines kulturell hygienischen Lebens, ln Hemara bei Metulah arbeitet eine Gruppe seit drei Jahren, ohne Wohnungen zu besitzen. In einer Baracke leben 24 Menschen mit kleinen'Kindern, zusammen mit dem Vieh und dem Geflügel. Können solche Bedingungen ein arbeitsfähiges Element im Lande heranziehen? Ist das nicht ein physischer und geistiger Niedergang? Leidet doch darunter nicht nur die Gesundheit der Arbeiter, sondern auch die Landwirtschaft! Wir haben zahlreiche hygienische Institute. Warum weisen die' Aerzte nicht aui diese Gefahren für die Zukunft hin und warum verlangen sie nicht radikale Aenderuugen? Es ist ehre ebenso traurige wie beschämende Tatsache, daß. während in Jerusalem beim Ausbruch des Krieges mehr als 400 Juden im Baugewerbe beschäftigt waren, letzt kaum 150 vornanden sind, von denen der größte Teil arbeitslos Ist Wen soll man dafür zur Verantwortung ziehen, daß der Rest, dem es gelungen ist. den Schrecknissen des Krieges zu entrinnen, jetzt aus Mangel an Arbeit zugrunde geht? Ist dies alles nur äußeren Bedingungen zuzutchreiben? Anscheinend hat doch jedes Institut auf diese oder andere Weise Beziehungen zur Arbeit und zu den Arbeitern. Aber es gibt kein Institut, das vor der zionistischen Organisation verantwortlich ist. vor der Arbeiteröffentlichkeit, ein Institut, das sämtliche Arbeiten konzentrieren und sie allseitig verteilen und ausbaucn könnte. Ein solches Institut. eine Zenf r alinstanz für sämtliche Arbeiten, muß sofort geschaffen werden. Ein solches Institut müßte dafür Sorge tragen, daß für sämtliche Arbeiten Budgets festgesetzt werden und daß die Arbeiterangelegenheiten den ihnen gebührenden Platz im jüdischen Leben eia- «lehmen. Daß an der Leitung eines solchen Instituts Vertreter der Arbeiter teilnehmen müssen. ist selbstverständlich. Ein.solches Institut das ganz der Arbeit und in keinerlei Form der Unterstützung gewidmet ist könnte auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen vieles leisten. Es könnte die Arbeitsmöglichkeiten erweitern, neue Stätten für landwirtschaftliche Arbeit gründet und auch den städtischen Arbeitern Arbeitsgelegenheit gewähren. Ein solches Institut könnte das Programm der Aufforstung des Landes verwirklichen. Wäre ein solches Institut vorhanden, so könnte es nicht passieren, daß die Trockenlegung der: Sümpfe in Kinereth-Dagania unterbrochen und daß die Brunnenarbeiten im Jemeniten viertel in Rechoboth hinausgeschoben werden. Es könnte nicht passieren, daß die Kanalisierungsarbeiten in Jerusalem, die mit dem Gelde* der zionistischen Palästinakommission unternommen werden, .nicht einer jüdischen Arbeitergruppe, sondern jüdischen Unternehmern übergeben werden, bei denen es sehr zweifelhaft ist ob sie ihrer formellen Verpflichtung, so weit es geht. Juden zu beschäftigen, nachkommen werden. Wäre ein solches Institut vorhanden, so gäbe es nicht derartig beschämende Zustände, daß unsere freiwilligen demobilisierten Soldaten angesichts der ungeheuren Anzahl vcn Arbeitslosen nicht den Willen und die Kraft haben, im Lande zu verbleiben.“ Die Misrachi-Konferenz in Palästina. Dem Kopenhagener zionistischen Büro wird aus Palästina berichtet: Die -soeben abgeschlossene Misrachi-Konferenz in Jerusalem bot schon äußerlich ein ungewöhnliches Bild. Noch vor zwei Jahren hätte man es für unmöglich gehalten, eine parlamentarische Konferenz mit der hauptsächlichen Beteiligung von Kaftan- und Peiesiuden. zumal in einer Synagoge, abziihaiten. Der ..Jeschiwa-Tempe!“ in Meah Schearim wurde für die Konferenz eigens hergerichtet und geschmackvoll ausgeschmückt. Der Weg zur Synagoge war mit 100 Bogen ausgeschmückt (Meah Schearim). die sämtlich mit wunderbaren Palmen versehen waren. Und überall hingen zionistische und religiöse Aufschriften. Zahlreiche Ordner aus den Reihen des ..Hazair Haarez Israeli“ (Palästinensischer Jugendbund) sorgten für die Ordnung der Tagung, die während der ganzen Konferenz eine mustergültige und allgemein anerkannte war. Nicht uninteressant war auch der Journalistentisch. Neben den Vertretern der streng konservativen Machasike Hadass saßen in gemütlicher Unterhaltung die Vertreter der modernen hebräischen freisinnigen Presse. An der rechten Seite der ultrakonservativen vom Schlage'des Hadwir saßen kollegial drei jüdische Legionäre. Poale- Zionisten. die die Berichterstattung für den ..Jüdischen Kämpfer“ zu besorgen hatten. Nachdem Herr Zobner die 70 Delegierten und die zahlreichen Gäste namens der nrisrachistischen Ortsgruppe Jerusalems begrüßt hat. hält Rabbiner H u r w i t z ’ die feierliche Eröffnungsrede. War seine Ansprache fast durchweg eine religiöse vom alten Schlage der jüdischen Maggids. so schlug der zum Vorsitzenden gewählte Rabbiner Fischmann eine ganz andere Note an. ..Jahrein. jahraus“ sagte Herr Fischmann. ..schlossen wir unsere Misrachikonferenzen mit dem stillen Gebet „Im nächsten Jahre in Jerusalem“. Lob und Preis dem Gott Israels.' der diesen unseren Wunsch nunmehr hat zur Tatsache werden lassen. Diese Konferenz ist die erstgStiational-religiöse Konferenz des Judentums auf'‘seinem eigenen Boden seit der Zerstörung Jerusalems. Die orthodoxen Juden waren die ersten, die zum Aufbau JÜDISCHE ZEITUNG des Jischnw nerbeigeeilt sind und sie werden auch nicht die letzten sein. Wir erblicken, -unsere Aufgabe darin: alte religiösen Juden in unserem Lande sollen sich um die-Fahne Misrachi scharen. Unser Programm ist: Religion und Nation! Auf diesem Wege wollen Wir unerschütterlich vorwärtsgehen.“ Die Reäe_ Fischmann; die schwungvoll und in einem glänzenden .Hebräisch gesprochen wurde, wurde von der ganzen Versammlung mit stürmischem Beifall aufgenommen. Zahlreich waren die eingelaufenen Begrüßungen. Mit. besonderer Begeisterung wurde die Begrüßung des Misrachiführers Rabbi Meir Berlin (New-York) aufjrenommen. Demonstrativen Beifall zollten die Delegierten den Begrüßungen der Zionistischen Palästinakommission. des Palästinaamtes, der Arbeitergruppe des palästinensischen Jugendbundes, der Anglo Palestine Company, der Redaktion von Chadaschoth .Mehaar-ez und des jüdischen Frauenverbandes. Einen stärken Eindruck machte insbesondere die Begrüßung des Chacbem Baschi von Jaffa« Rabbi Ben Zion Uusiel. der in lebhaften Ausführungen die Entwicklung des jüdischen Lebens ln Palästina in den letzten zwei Jahren schilderte. Sämtliche Reden waren in tadellosem, modernem Hebräisch gehalten. Auch die ausländischen Delegierten aus Kairo, aus Damaskus und Saloniki sprachen hebräisch und wurden von der Konferenz mit demonstrativer Begeisterung aufgenommen. '■ Die Berichte der Delegierten gaben ein charakteristisches Bild yor. der Tätigkeit des Misrachi nt Palästina. Der Vertreter Jerusalems berichtet daß die dortige Ortsgruppe 800 zahlende Mitglieder vereinigt. Rabbiner Sion im. der Delelierte aus Hebron, berichtete: „Die Ortsgruppe ist vor etwa einem'Jahre entstanden. Fast sämtliche Juden unserer ßtadi sind dem Misrachi beigetreten. Es ist uns-'gelungen, mehrere Juden in die Regierungsstellen...zu bringen. Wir haben uns hauptsächlich bemüht, die sozial-ökonomische Lage unserer Gemeinde , zu verbessern.“ Delegierter Kalirs aus Tiberias berichtet: „Sämtliche Gemeindeführer uni angesehene Persönlichkeiten gehören der Ortsgruppe, an. Der Vorsitzende der Ortsgruppe in Tiberias 'ist der Chacham-Baschl Abulafia. Der Misrachi in Tiberias gründete einen Rettungsfonds für die, Pogromoufer in Polen und der Ukraine, der. bereits ansehnliche Beträge auftreiben konnte. Wir gründeten in Tiberias den Handwerkerverein. Hauptsächlich aber sind wir stote darauf, daß es uns gelungen ist. die Herr- Schaft des Hebräischen in Tiberias in Schule und Gemeinde-durebzuführen.“ Der Vertreter der Ortsgruppe Saffed berichtete, daß der dortige Misrachi 150 Mitglieder zähle. Unter den Juden in Saffed herrscht eine starke Neigung für landwirtschaftliche Betätigung. Leider erweise man ihnen wenig Unterstützung auf diesem Gebiet. Nach, lebhaften Debatten über die Berichte wurde dem Zentralkomitee des Misrachi einstimmig Dank und Verti auen ausgesprochen. Hauptsächlich beschäftigte man sich mit der E r z i e h u n g s f r a‘g e. Die Sitzung, die der Behandlung dieser Frage gewidmet war. nahm die Gemüter derart in Anspruch, daß das Referat über das kolonisatiorische Programm, welches der bekannte .hebräische Schriftsteller Radler-Feldmann halten sollte, vertagt werden mußte. Später bei der Behandlung der kolonisatorischen Aufgaben bekundete die Konferenz ihr ernsthaftes Interesse dadurch, daß sie ein ziemlich großes Budget hiefür bewilligte. Unter den verschiedenen Resolutionen verdient der Beschluß hervorgehoben zu werden, mit der Herausgabe eines bebräischenWochenb 1 a 11 e s „Hazir“ (Der Bote) zu beginnen. Ferner wurde beschlossen, in allen Städten und Kolonien misrachistiscbe Frauenvereine nach dem Beispiel Jerusalems ins Leben zu rufen.. Allgemeine Befriedigung rief Resolution betreffs der hebräischen Sprache hervor. Sie lautet: „In Anbetracht _ der großen politischen Be-, deutung. die insbesondere im gegenwärtigen Moment der Wiedergeburt unserer nationalen Sprache als einer Umgangssprache einerseits und als einem Bollwerk gegen das Eindringen fremder Sprachen in das iüdische Palästina anderseits beizumessen ist. verpflichtet die Konferenz die Mitglieder des Misrachi. auch fernerhin alles zu Unternehmern um die hebräische Sprache sowohl in unseren kolonisatorischen als erzieherischen Anstalten, wie auch im täglichen Leben eines jeden Juden als lebendige Volkssprache durchzuführen.“ Stürmische und leidenschaftliche Debatten entstanden bei der Frage der Beteiligung der Misrachisten an den Wahlen zur allgemeinen Delegiertenkonferenz in Palästina. Bekanntlich ist diese Konferenz inzwischen vom provisorischen Exekutivkomitee der palästinensischen Juden mit Zustimmung aller Parteien. einschließlich des Misrachi. für den 18. November einberufen worden. In das engere Exekutivkomitee wurden folgende Personen gewählt: Rabbiner Usiel. Rabbiner Fischmann. S. Lew. Muasel und Liwai (Jaffa). Rabbiner J. Levy. S. Soloweitschik.’ Zobner. Weissenslem und Dr. Chacham (Jerusalem). In das Zentralkomitee wurden 13 Personen. Vertreter von Jerusalem. Tiberias. Hebron. Haifa, Rechoboth und Petach Tikwah. gewählt: in den Aufsichtsrat. dem die erzieherischen Aufgaben obliegen, folgende Herren: Dr. Lewin. Dr. Marschak.. Dr. Mirkiiu Radler- Feldmann. Prof. Dr. Han, Rabbiner Rabbi. Zitron. Ostrowski. Usiel. Fischmann und Kuck. Eine Handelsschule in Jaiia. ’ Die Gesellschaft der jüdischen Kaufleute in Jaffa berief vor kurzem eine Versammlung zur Beratung der Maßregeln, die notwendig sind, um die kommerzielle Ausbildung der jüdischen Jugend in Palästina zu heben. Vielfach hat es sich Nr. 45 gezeigt, daß infolge mangelnder kommerzieller Schulung die Söhne nicht fähig waren. . die Geschäfte! der Eltern zu übernehmen, und besonders fühlbar erwies sich der Mangel an kaufmännisch ausgebildeten jungen Leuten bei Einführung'r'des neuen Regimes, wo alle vakanten kauftniftwkschen Posten mit Nichtjuden besetzt werden mußten: Die Versammlung beschloß, um Lesern Uebdstande abzuhelfen, in Jaffa eine Handelsschule zu errichten, die aus 4 Klassen bestehen solL Von fremden Sprachen werden arabisch; englisch und französisch in der Handelsschule unterrichtet werden. Außerdem findet Unterricht I» Buchhaltung und Handelskorrespondenz. Maschi-, nenschrciben und Stenpgraphie statt. (In Palästina ist vor kurzem ein hebräisches Stenograph*-, System ausgearbeitet worden.) Marokkanische Juden. Ganz unerwartet erhielt Jaffa vor einige*: Wochen den Besuch von 126 Marokkanischen Juden. Die Wanderer stammen aus Casablanca, sind junge, kräftige Leute und wollten gerne in Jerusalem Arbeit annehmen. Alte ihre Versuche.- Arbeit zu bekommen, blieben aber erfolglos und sie mußten , von der Unterstützung der Hilfskommission leben. Gegenwärtig werden ihnen vom Komitee Gelder zur-Verfügung gestellt damit sie . nach Casablanca zurückkehren können. Die Konferenz der jüdischen Arbeiter In Mercharla. Dem Kopenhagener Zionistischen Bureau wird aus Palästina berichtet: Ende Ab wurde in Merchavia die Konferenz der landwirtschaftlichen Arbeiter abgehalten. Etwa 40 Delegierte waren versammelt fast durchwegs parteilose, nur 3 bis 4 Mitglieder ge/ hörten dem Hapoel Hazair oder der sozialistischen Achduth Haavodah an. Die Referate, die über dl©: Lage der Arbeiter von den Herren Goldberg und Tabenkin erstattet wurden, geben leider! ein trübes Bild von der gegenwärtigen Situation. Aus den Berichten geht hervor, daß es in- Jaffa zurzeit 100 landwirtsvhaftiiehe Arbeiter gibt von denen 45 stellenlos sind. In Petach Tikwah gibt .es 120 Arbeiter: von.diesen arbeiten 100 ineiner Kewuzah (Arbeitergruppe) auf den Ländereien des Barons und •einzelner Kolonisten. 20 sind arbeitslos. Von 80 landwirtschaftlichen Arbeitern in .Rischon Lezion sind 45 arbeitslos. In Rechoboth gibt es 170 Arbeiter, hiervon sind 50 arbeitslos. In Chederah gibt es 40 iüdische Arbeiter, von ihnen sind 25 arbeitslos. In Sichren. Jacob gibt es 50 Arbeiter, 10 von ihnen sind ohne Arbeit In Haifa gibt es 60 Landarbeiter, hievon sind 5 ohne Arbeit Von 550 jüdischen landwirtschaftlichen’ Arbeitern, die in den-KoIonien leben, sind zur Zeit 300 arbeitslos. ’ ,jiV In derselben Zeit aber sind in den Kolonie»,!' mehr als'4000 rii'chti üdisch e Arbei ter' , beschäftigt Die Löhne der jüdischen Arbeiter | sind sehr schlecht Auch der höchste Lohnsatz j reicht wegen der herrschenden Teuerung für die; Existenz der jüdischen Arbeiter nicht aus. Gewöhnlich beträgt der Arbeitslohn eines jüdische« ' Arbeiters 2 20 Frcs pro Tag In Chederah und! Sichron Jacob beträgt der Lohn 3.75 Frcs.. in Re- . choboth und Rischon Lezion 4.50 bis 5.— Frcs* in Jaffa und Petach Tikwab 6.25 Frcs. pro Tag: Daß diese Löhnung für verheiratete Arbeiter nicht die Möglichkeit bietet, auch nur die notwendigsten Lebensmittel zu erhalten, braucht nicht erst ge-! sagt zu werden.; Die Berichte besagen, daß die verschie- : densten Mittel, die angewendet wurden, um den . jüdischen Arbeitern Arbeitsmöglichkeiten zu ge- : ben, bis jetzt zu keinem befriedigenden Resultat geführt haben. Schließlich griff man zum letzten Versuch, zur Entsendung einer speziellen Delega- ' tion nach London, deren Resultate noch erwartet werden Die Delegierten aus Galiläa betonten, daß dla Lage der galiläischen Arbeiter ein wenig besser sei. Bedauerlicherweise haben die Wirtschaften dieses Jahr schlechte Resultate gezeigt. Die Ernte war im allgemeinen keine sehr günstige und der Preis des Getreides ist stark gesunken. Auch für das Gemüse gibt es keinen Markt Viel wurde zur landwirtschaftlichen Ausbildung des jüdischen Arbeiters getan. Guten Erfolg hatte die GruDDenbildung für Bewaldung und Bepflanzung. (Es wurden dieses Jahr etwa 700.000 Bäume gepflanzt) Diese Arbeit wird man zu würdigen wissen, wenn man die große Bedeutung kennt die die Bewaldung für die Verbesserung der Gesundheit im Lande hat. Im nächsten Jahre werden etwa 1J6 Millionen Bäume eingepflanzt sein, die etwa 60 Menschen beschäftigen werden. Weitere 100 Personen werden Arbeit finden bei der Entsumpfung in Kinereth und Daganiav Die Vorarbeiten für diese größeren Unternehmungen müssen sofort gemacht werden, da die Arbeitergruppen in Kerkur und Merchavia vor der Beendigung ihrer Arbeiten stehen. Die jüdischen Arbeiter benötigen unbedingt praktische wirtschaftliche Ausbildung. Dringend notwendig ist die Gründung von praktischen Kursen für die Milchwirtschaft, für die Geflügelzucht, für die Bienenzucht für die Hygiene der Haustiere usw. Diese Kurse sollen für die Arbeiter obligatorisch sein. Zur Erhaltung dieser Kurse sind 7000 Pfund notwendig. Ein Budget für eine große medizinische und kulturelle Hilfeleistung zugunsten der Arbeiter ist dem’ Zionistischen Aktionskomitee unterbreitet . worden. ■; Gegenwärtig sind die Aussichten der jüdischen Arbeiter folgende: Im Ganzen beträgt ihre Zahl imit.den ne« Hinzugekommenen etwa 875 Mann. Hiezu komme» noch folgende. 21 iüdische kurdische Arbeiter in Sedscherah. 60 Sefardim aus Tiberias. die in den Kolonien arbeiten. 240 Jemeniten und etwa 409