Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 41 (8.10.1919)
- Date
- 1919-10-08
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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JÜDISCHE ZEITUNG öeue 7 V Hx. 41 Sprechstunden der Ressortleiter Al bis 8 Uhr abends, und zwar: Montag Nationalfonds; Dienstag Bezirks- und Ortsschulräte, Präsidium; Mittwoch Agitation, Kassaverwaltung; Donnerstag Vortragssektion; Samstag Jugendfürsorge und Frauenorganisation. Die Gründung einer Lesehalle und einer Bibliothek ist im Zuge. V o r t r ä ge undDiskussionein finden (mangels anderweitiger Mitteilungen der .„Morgenzeitung“) regelmäßig jeden Donnerstag 8 Uhr abends, im.Bezirksheim.statt. Das. jeweilige Monatsprograinm wird in besonderen Zirkularen bekänntgegeben. Die Mitglieder werden ersucht, Zeitungen, Bücher, Bilder’ und Einrichtungsgegenstände aller Art für das Bezirksheim zu spenden. Die Gegenstände können im Bezirksheim, während der Amtsstunden, abgegeben werden oder werden auf Verlangen durch einen Boten abgeHolt. Sprechsaal Arbeitsteilung und Arbeitseinteilung '■ Wir erhalten folgende-Zuschrift: Eier Aufsatz von Horowitz: „Arbeitsteilung und- Arbeitseinteilung“, genügt seinem Titel nur unvollständig, da er in seinen scheinpositiven Vorschlägen nur die FragS der Teilung der zu bewältigenden Arbeit löst, ganz unabhängig von denen, die sie leisten sollen, eine Frage, die im-Verhältnis zu diesem letzteren.Problem unsere kleinste Sorge sein kann. Es ist darum auch falsch, die Schuld an der Verhinderung der Arbeitswilligen und an dem Ausbleiben positiver, wertbringender Tätigkeit der-Tat sache der ,Füllung und Mannigfaltigkeit der Aufgaben“ zuzuweisen. Der Fehler liegt auch nicht „in der Lust der Zionisten. Mandate zu häufen“," sondern vielmehr in dem System, das als Symptom eines kranken Organismus gerade bei uns Juden — auch wir Zionisten sind noch nicht „Gottes Volk“ — ein Stück Lebensinhalt bildet, nämlich in der Titel- und Prunksucht Welches ist das gewöhnliche Bild bei einer Wahl? „Das Komitee“ schlägt für verschiedene Arbeitsgebiete die Kandidaten vor, die. in den selteneren Fällen ihr Erscheinen auf der Seite ■ihrer Arbeitslust und Fähigkeit zu verdanken haben. Die Mitgiiederschaft, in der es auch manche arbeitslustige, aber stille Elemente gibt, sagt in Unkenntnis oder trotz Kenntnis der Personen „Amen“ und eine der bedeutungsvollsten Angelegenheiten ist zu aller Zufriedenheit erledigt. Der neugebackene Funktionär hat seinen Titel und „man hat ja nichts verloren, man hätte heute ohnehin nichts anderes zu tun gehabt“. Wir Zionisten haben es aber auf uns genommen, dem jüdischen Volke zur Gesundung, zu verhelfen und müssen daher auch diese Krankheit bekämpfen. Der Fehler desjenigen Teiles des Aufsatzes, der so ganz flüchtig die Personenfrage regelt, beseitigt diese Methode nicht und ist auch nur die Fortsetzung der vorhandenen Reihe von Uebeln, da die Arbeit wieder nur Einzelnen erlassen wird. Wir müssen eiinen andern Weg gehen. Gerade in einer sich entwickelnden Massenbewegung ist es wichtig, die Mitglieder an der Arbeit zu interessieren und alle arbeitswilligen Elemente zu erfassen. Dies konnte die bisherige Methode nicht erreichen. Daher geht mein Vorschlag bezüglich der Verteilung der Ressorts dahin: Vor der Konstituierung, des. Ausschusses haben sich alle Mitglieder, die auf irgendeinem der bestimmten Arbeitsgebiete mitarbeiten wollen, zu melden. Die so entstehenden Arbeitsgruppen wählen aus Ihrer Mitte einen Leiter, der für die Arbeit in seinem Gebiete der Mitgliederschaft verantwortlich ist Dadurch verhindert man die Ueberhäufung einzelner mit Arbeiten und erreicht anderseits eine größere Gewähr für die sichere Ausführung derselben. die Möglichkeit der Spezialisierung und intensive Arbeit. Also: Bildet sofort Arbeitsgruppen, denn Arbeit ist wahrlich genug vorhanden wobei aber ln erster Reihe Erziehungsarbeit jeder Art und soziale Arbeit stehen müssen. Ludwig Schwarz. Vereinsnach richten Jüdisch-akademiche Verbindung „Jordania“. Die Chargenwahlen für unser XXXIII. Semester hatten folgendes Ergebnis: cand. med. Stiryer Josef X (XX, XXX), cand. med. Herrschmaim Phöbus XX (XXX), absolv. med. Frucht Leopold ■ XXX. — Gleichzeitig teilenwir unseren Freunden mit, daß wir nicht mehr im Cafe Industrie verkehren. Unser Couleur-Cafö ist jetzt Cafe Palast Alserstraße. Ankündigungen Ritualmord in Ungarn. Für die bevorstehende Premiere von Arnold Zweigs Tragödie „Ritual mord in Ungarn“ („Die Sendung Semaels“) an der Neuen Wiener Bühne werden große Vorbereitungen getroffen. Direktor Geyer wird das bisher von der Zensur verbotene Stück; das den bekannten Tisza-Eszlarer-Prozeß zur stofflichen Grundlage nimmt aber mysterienartig zwischen Himmel und Erde spielt und deshalb die Regie vor schwere bühnentechnische Probleme stellt, persönlich inszenieren. Für die Darstellung des Volkes in den Massenszenen haben Studenten ihre Mitwirkung zugesichert Arnold Zweig trifft zur Aufführung, die für den 18. O ktober festgesetzt wurde, persönlich in Wien ein. Der Vorverkauf beginnt in den nächsten Tagen. Mäachen-Unterstützuags-Vereih. Um für Mädchen die infolge des Umschwunges der Verhältnisse stellenlos geworden sind, neue Erwerbsquellen zu erchließen, beabsichtigt der Verein einen sechsmonatlichen Kunstgewerbekurs (Kunstbuchbinderei, Battik-, Flecht-, Strick- und Perlarbeiten) zu eröffnen. Bei genügender Beteiligung beginnt der Kurs am 20. Oktober; der Unterricht wird wie an allen Anstalten dieses humanitären Vereines unentgeltlich erteilt Die Einschreibungen finden vom 6. bis 8. und 13. bis 15. Oktober zwischen 11 bis 1 Uhr vormittags in der Schulkanzlei, 9. Bezirk, Seegasse 16 a, statt Die Bewerberinnen (mittellose Mädchen) haben Geburts-, Entlassung»- und Impfzeugnis mitzubringen. Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“, Wien veranstaltet am Sonntag, den 12. Oktober d. J„ um A6 Uhr abends, im Saale des Ingenieur- und Architektenvereines einen Jungjüdischen Abend-. Zum Vortrag gelangen die für den Wanderbund charakteristischen Blau-Weiß-Lieder zur Laute durch Gyula Fisch und Rezitationen von Otto Schick. Sezninarien der Lese- und Redehäile jüdischer Hochschüler. Im Rahmen der zu errichtenden Hochschulkurse veranstaltet die Lese- und Redehalie folgende Semmarien; 1. Dr. Wachstein: „Anfänge des jüdischen Wien “ 2. Dr. Zacharias Schwatz: „Die jüdisch-arabische Epoche in der Philosophie“. 3. Doz. Dr. Kornfeld: ..Degeneration und Regeneration mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Volkes“. Die Kurse sind allgemein zugänglich auch für Nicht-Akademiker. Anmeldungen sind an d5« Halle zu richten, IX.. Türkenschanzstraße 9. Der Termin wird später bekannt gegeben. Vorträge David Trietsch. Veranstaltet von der „Lese- und Redehalle“ im Mittleren iKonzertiiaussaal mit Lichtbildern unter den Titeln: 1. Allgemeine Organisationspläne. 2. U eher den Aufbau Palästinas. Termin: Mitte November. Hebrälsch-Kurse. Die von der „Rede- und Lesehalle“ mit erfreulichem Erfolge veranstalteten Hebräisch-Kurse werden im kommenden Semester unter bewährter Leitung völlig neu um- . gestaltet, um das Studium der hebräischen Sprache möglichst weiten Kreisen, Anfängern und Vorgeschrittenen, zu ermöglichen. Anmeldungen sind an die Halle bis 18. Oktober zu richten. Notizen Eingehängte Briefe. Bern Zionistischen Landeskomitee für Deutschösterreich. 2. Bezirk. Zirkusgasse 33. sind folgende Briefe eingelangt: für S. Lerner, Wien, von Chaim Lerner cho Manes Saltzmann 222 Moore Str. Brooklyn, New-York, für Frl. Miijam Altheim Wien von Eisig Althe.'m, Jerusalem. Die Briefe sind im genannten Bureau in den Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vorm, und 3 bis 6 Uhr nachmittags zu beheben. 'Das Zionistische" Landeskomitee'für Deutsch- ' Österreich benötigt für die Provinz zwei hebräische Kindergärtnerinnen, von denen zumindest die eine auch englisch können soll. Da es sich um verantwortungsvolle und exponierte Posten handelt, wird nur auf erstklassige Kräfte reflektiert, ueeignete Bewerberinnen wollen sich umgehend schriftlich oder mündlich'im Büro des zionistischen" Landeskomitees. 2 Bez.. Zirkusgasse N r. 33. melde n. Kindergärtnerinnen und pädagogisch geschulte Kräfte, Herren- und Domen werden zur Leitung' von Tagesheimsiälten gesucht. Wennmüglich mit Kenntnis der hebr. Sprache. Ausführliche Angebote mit Angabe der bisherigen Tätigkeit u. Gehaltsansprüche erbeten unter j. K. an die Administration des Sla'tfes. smmmmmmmmmammmmmmmmmmmm Cafe MapienbrnchB BERNH.1FRANKL Wien II., Obere Donaustraße 99. Treffpunkt aller Zionisten. MOSES RATH’S Lehrbücher der hebr. Sprache «> 13ob nasr Lehrbuch der hebr. Sprache für Schul- und Salbst* unterricht mit Schlüssel und Wörterverzeichmx Es ist das einzige praktische Lehrbuch mit deutscher Unterrichtssprache zur völligen Eric man* der hebr jachen Sprache in Wort und Schrift. Einführung in die Literatur. Soeben erschienen dritte verbesserte Auflage. Die „Histadrultl Iwrith“ ht Berlin und Lemberg, wie auch die gesamte Facbtmd Tagespresse. haben das Buch als bestes und für den Selbstunterricht als geeignetstes anerkannt Preis eines schön ansgestatteten. 400 Selen starken, geh. ExempL K 17.60, Porto K L—• Nachnahme K 1.40 b) Saaouczek polsko-kebralsld. Es ist dasselbe Buch mit polnischer Unterricht», spräche. Press und Porto wie oben. c> ljoj? nsr nur hebräisch nach der Methode „Iwrith blwritb.* Preis gebd. K 1030, Porto 75 h. Nachnahme K 1.—■ UeberaR \%% Bnchhin<&er-Krie(Szascttac. Za bestellen bet Moses Rath, Wien I., Postg. it und ln allen Buchtumdtungen. Wer sich über das Wesen der jüdischnationalen Bewegung informieren will, lese die Broschüre Der jüMie Hationalismus von Sbg. Robert Stricker Preis.K 2.50. — Zu beziehen durch-die Administration der „Wiener Morgenzeitung“, Wien II., Taborstraße 1 bis 3 . . Kur gegen Voreinsendung des Betrages, gegen Nachnahme wird nichts versendet« Statt jeher besonderen Anzeige Wir haben das Kleinod unsere Lebens, verloren. Mittwoch, den 24. September ''.10 U Familienoberhaupt. Frau nser heißgeliebtes gutes Multerl vormittags schloß unser teures fl. os Bisenz Cafetierswitwe im 70. Lebensjahre,-für unser Sehnen und Bangen allzu früh nach kurzem Krankenlager sa entschlummernd für immer ihre treuen liebevollen Augen. Wir haben unsere teure Tote Sonntag den 28. September. 11 Uhr vormittags, ihrer letztwilligen Anordnung gemäß, auf dem jüdischen Friedhöfe zu Wien in aller Stille zur letzten Ruhe gebettet und geben hievon, wie sie es gewünscht, nachträglich Kunde. Wien-Brünn, 1. Oktober 1919- Rudolf Taussig Revisor im Stenographenamte der d.-ö. Nationalversammlung, im Namen sämtlicher Geschwister und der übrigen Verwandten. Htrsnaaabar 'Ajaxamler Golfer. «naftararttcfaar Redakteur David Ncfeennfal Brack Stets & Sfltoe. Wien. ft.