Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1919-09-24 · 38-39 (24.9.1919) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
38-39 (24.9.1919)
Date
1919-09-24
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2438141-2438727-2438765--6431-2446510
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Seife 10 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 3fe—59 fremden hervorgerufen, daß hach der großen Begeisterung, mit der man die Grundsteinlegung der Universität seiner Zeit gefeiert hatte, ein vollständiger Stillstand eingetreten ist Man fragt sich, warum nicht an den Bau der Universität geschritten wird, wo doch die Arbeitslosigkeit in unserem Lande so schmerzlich empfanden wird. Man glaubt daß es bei energischem Bemühen wohl möglich wäre, die für den Bau erforderlichen Rohmaterialien zu erhalten, uin das schöne Werk zu beginnen, das für viele Hunderte von Juden eine Quelle der Arbeit und der Verdienstmöglichkeit werden würde. Der Stillstand in der Ausführung des ganzen Universitätsplanes hat so merkwürdige Formen angenommen, daß in der jüdischen Presse Palästinas Stimmen laut wurden, die Zionistische Palästina- Kommission möge wenigstens dafür sorgen, daß der für die Universität bestimmte Platz vor Verunreinigung und anderem Mißbrauch geschützt werde. (!) Die Zionistische Palästina-Kommission hat sich daraufhin auch veranlaßt gesehen, eine Ueberwacinmgskommission für diesen Zweck zu ernennen. Jetzt geben ach viele der Hoffnung hin, daß durch die Verwirklichung des Projektes der Hochschulkurse auch der Universitätsgedanke eine wesentliche Förderung erfahren werde. Nette britische Beamte für Palästina. An Stelle von General Money ist General Watson zum Chef der britischen Administration in Palästina ernannt worden; an die Stelle von General Clayton tritt Colonel Meinertzhagen als Oberster politischer-Beamter für Palästina. if In den nächsten Tayen erscheint! Heinrich Margulies I 1. Teil; - Volk und Gemeinschaft Brosch. K I4.4O Gebund-, 19-20 Das. Buch stellt d«n ersten Versuch dar, das ganze jüdische Problem zusammenfassend einem einheitlichen philosophischen Leitgedanken unterzuordnen und es ln straffster Anordnung gr ndlich theoretisch und kritisch darzus eilen. Es enthält den Grundriß eines großzügigen zionischen Denk-ystems und entwickelt in Stu ermäßigen Aufbau neuartige Theorien der Geschichte, des sozialen Lebens und schließlich der Nation. Vorbestellungen sitid zu richten an R. L0W1T VERLAG Wien I , Fleischmarkt I- 4. ÖiejFFührettag dies Blati-Welß. Weiher teilt;, zur Information mit daß über ' Bitte dec;:Wiener .Leitung. Herr D.r. Zweig .sich ■ bereit erklärt hat die Leitung des Elternverbani- des des Blau-Weiß zu übernehmen, eine Stelle, .' die deshalb von größter Bedeutung ist, weil ja ' der Blau-Weiß als solcher unpolitisch ist . und bleiben muß, und nur der Elternverbäncf vom L. K. direkt beeinflußt werden kann. Dafür, daß Dr. Zweig die große Strapaze der Reise nach Linz ‘ nicht gescheut hat, tun dem dortigen Führertag bei-; wohnen und; sich über die herrschenden An schart- ' imgen orientieren zn körnten, sind wir fhm zu besonderem Danke verpflichtet Hierauf erstattet Dr. Zweig seinen.Bericht über den Führertäg und über die Eindrücke, die er in wiederholten Besprechungen' mit den leitenden. Führern gewonnen hat Aus dem Berichte geht hervor, daß die Krise des Blau-Weiß, die alle, die. ihm nahestanden, so schmerzlich berührt hat. überwunden ist wenngleich es noch keineswegs in allen Dingen zu der wünschenswerten Klärung der Meinungen gekommen ist. Es ist zu hoffen, daß es den alten und bewährten Führern und der . Unterstützung der Eltern gelingen wird, recht bald die Verhältnisse im Blau-Weiß in durchaus befriedigender. Weise zu konsolidieren. Dr. Zweig regt fer.ner, eine Verknüpfung aller Jügendgruppen am. Er wird mit allen Mitsiiedersi des L.: K-. die in Jugendgruppen tätig sind, im ständigen Kontakt bleiben. 5. Statutenkommission. Weiner berichtet, daß er ein Statut für den Landesverband auf Grundlage des beim letzten Parteitag vorgölegten. sowie der Statuten des deutschen und tschecho-slowakischen Landes- Sach verständige für Palästina, Die Zionistische Palästina-Kommission hat den Professor der Botanik an der Londoner U n i v e r s i tä t, Patrick G e d d e s als Sachverständigen für die Ausarbeitung der Pläne zum Aufbau des neuen Jerusalems und der hebräischen Universität engagiert. Professor Geddes reist demnächst nach Palästina ab. „Jewish Chronlcle” berichtet dazu, daß Professor Geddes als anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Städtebaues gilt, worüber er auch mehrere Arbeiten publiziert hat Die Zeitung schreibt: „Die Wahl von Professor Geddes ist eine sehr glückliche; sein Rat und seine Hilfe werden sicherlich von außerordentlichem Nutzen sein. Seine Ernennung beweist zugleich, daß ein neues Palästina — und ein jüdisches Palästina — jetzt erheblich mehr als ein Traum geworden ist. Die zionistische Bewegung ist -voll und ganz in das Stadium der praktischen Tätigkeit, eingetreten, und der Umstand, daß man die Hilfe solcher Männer wie Professor Geddes heranziehen kann, eröffnet die weitesten Möglichkeiten.” Kleine Nachrichten. ' Die Kolonie Rischon Je Zion hat den jüdischen Fischern in Saloniki Land für die Anlage eines Fischerdorfes bei Jabne zur Verfügung gestellt Die Bne Brith-Loge in Jerusalem beschloß, ihre Bibliothek der Zionistischen Organisation als Grundstock für die Jüdische National-Bibliothek zu übergeben. Seit der Okkupation Palästinas durch die englischen Behörden sind fast 3000 Jerusalemer Juden in die Stadt zurückgekehrt. Zionistische Bewegung Gesinnungsgenossen! Der jetzige Zeitpunkt ist für unsere Bewegung und daher für das Schicksal unseres Volkes entscheidend. Nur als starke Organisation mit entsprechend ausgestaiteien Bureaus und Aemtern können wir der Situation, gerecht werden. Wir müssen mcht nur die Agitations- und Prop a g a ndatätigkedt aufs höchste steigern und die Verbindung mit den Bru derorganisationen der ganzen Welt und unserer zionistischen Zentraüeitnng aufrechterhalten, sondern auch — im Sinne des Kopenhagener Manifestes und <fes Beschlusses unseres letzten Parteitages — die innerpolitische Arbeit besorgen und die Eroberung der Kultusgemeinden und ihre Umwandlung in Volksgemeinden vorbereiten. Dazu brauchen wir Geldmittel, deren Höhe zu den Eingängen an regulärer Parteisieuer in keinem Verhältnis stehen. W.iT schreiben daher eine außerordentliche Parteisteuer für das Jahr 1919 aus. die wir unter dem Titel eines Misch mar beitrag es bei allen Organisationen einheben. Jeder muß nach seinem Vermögen geben. Unsere Idee ist im siegreichen. Aufstieg begriffen, unsere politische Arbeit von Erfolg gekrönt. Gesinnungsgenossen; Ihr müßt Euer Aeußerstes tun, um uns die weitere Arbeit zu ermöglichen. Euch trifft die Verantwortung, ebenso wie die Leitiing! § Der. Mischniarbeitrag ist an das Zionistische Zionistisches Landeskomitee für Dentschösterreich; Sitzung vom 15. September 1919. Vorsitz: Dr. Emil Stein. Anwesend: Ludwig Bato, Dr. Jakob Ehrlich, Heinrich Margulies, Dr. Felix Mandl. Dr. Chaim Tartakower, Löbl Taubes, Jakob Weiner. ' T. Kooptierung. Ueber Antrag des Präsidiums werden in das L. K. einstimmig kooptiert: Frau Margulies für das Frauenreferat. Dr. Heinrich Schiffmann. 2. Der MöbilisieruiigsplaJi der Londoner Leitung. Weiner beantragt dazu, daß mit Rücksicht darauf, daß der Londoner Plan keineswegs allgemeine Billigung findet, das -L: K. nach einem Referat Dr. Steins zu diesem Plan Stellung nimmt ' und auch dafür Sorge trägt, daß sich alle unsere; Sektionen, Vereine usw. mit ihm ausednandersetzen. * 3. Die Arbeit der Bezirkssektionen. Weiner erstattet folgendes Referat: Mitte. September wird die zion. Tätigkeit in den Bezirkssektionen, sowie in den - akademischen Korporationen usw. wieder inintensiver Weise aufgenommen werden. Da die technisch-organisatorischen Schwierigkeiten nunmehr größtenteils überwunden sind, muß die innere Arbeit intensiv gefördert werden. Das Spiegelbild eines Landesverbandes ist jedesmal der Parteitag. Es dürfte daher am besten sein, die Arbeiten in den Sektionen unter dem Gesichtspunkt dier Vorbereitung des Parteitags einheitlich zusammenzufassen. Dabeiwird Rücksicht genommen werden müssen auf die große Zahl neuer Gesinnungsgenossen, dne sich unserer Organisation angeschlossen haben, da es nicht möglich ist. diese in Seminarien. usw. über die Geschichte und die Probleme unserer Bewegung zu informieren, muß inden allgemeinen Vorträgen auch für sie gesorgt werden. Es müssen daher alle Probleme unserer Bewegung zunächst nach ihrer entwicklungsgeschichtiichen Seite beleuchtet werden. Darauf hätte die theoretische Besprechung unter Darlegung der gegenwärtig herrschenden Meinung zu erfolgen, während’ den Abschluß "die Diskussion und die Fixierung der Meinungen bilden müßte. Auf diese Weise wird es möglich sein,, alle Gesinnungsgenossen zu informieren und ihr Verständnis für unsere Fragen zu heben. Gleichzeitig wird dadurch erreicht, daß auf dem Parteitag usw.’ die Mehrzahl der Delegierten über eine wohlfundierte, eigene Meinung verfügt. Ihr besonderes Augenmerk werden die Sektionen der Ausbildung und Erziehung der Jugendlichen sowie der Zusammenfassung Frauen zuwenden müssen. Ueber die Ausgestaltung des Hebräischunterfichtes ist in der letzte« Sitzung bereits gesprochen worden. Redner zeigt am Beispiel der Palästinafragen und der zionistischen Politik im Detail, in welcher Weise die Arbeit in den Bezirkssektionen' systematisch zu gestalten ist Die Dürfchführang wird! jedoch nur daun möglich sein, wenn jedes Landeskomitee-Mitglied seine ganze Kraft darauf verwendet und sich außerdem bemüht, für das ihm speziell zugewiesene Gebiet wenigstens eine geringe Anzahl' von Gesinnungsgenossen' zu seiner Unterstützung heranzuziehen. Die Verhältnisse des deutschösterreichischen Landesverbandes sind derzeit günstig, günstiger als die der benachbarten Föderationen; wenn alle Mann an Bord sind kann die Arbeit den schönsten Erfolg bringen. verbandes ausgearbeitet .bat und bittet zur Verhandlung dieses Statutes eine Kommission einzusetzen. In diese Kommission werden gewählt vom L. K die Herren Bato, Heinrich Margulies und Weiher, außerdem Dr. Isidor Margulies..Diese Kommission wird auch über ein Statut der Bezirkssektionen beraten und die vier vcm der Dele-- giertensitzung der Bezirkssektionen hiezu nominierten Herren heranzuziehen. 6. Dr. Ehrlich referiert über die Wohnungsfrage. Die amerikanische „Konvention“. Die 22. Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten; war für. den 14 September nach Chicago einberufen. Die in London weilenden zionistischen Führer, darunter Brandeis. haben sich dazu nach Amerika begeben. Nähere Berichte liegen bisher nicht vor. Das hebräische offizielle Organ. Wiedererscheinen des „Ha’OIam“. Das Kopenhagener Zionistische Bureau berichtet: Die Wochenschrift „Ha’OIam“ wird demnächst wieder als offizielles Organ der Leitung der Zionistischen Organisation in hebräischer Sprache in London erscheinen. Der „Ha'Olam“ erschien als offizielles Organ der Zionistischen Organisation zunächst 8 Jahre; in Köln, später in Wilna und zuletzt, bis zum Ausbruch des Krieges, in Odessa. In ihrer neuen Form wird die Zeitung außer der Information über zionistische Angelegenheiten sich mit allgemeinen'jüdischen Fragen beschäftigen. Chefredakteur der Zeitung wird Herr A. Idelsohn, Mitglied des Aktionskomitees und früherer Redakteur des „Raswiet“, sein. Das Redaktionskomitee wird aus den Herren N. Sokolow, Dr. Schmarja Levim Hillel Zlatopolsky und. Leon Simon bestehen. ' Der Abonnementspreis beträgt 30 sh. für ein Jahr, 15 sh. für 6 Monate und 7 sh. für 3 Monate. Bestellungen sind an folgende Adresse zu richten: Secretary at the Office of the „Ha'Olam“, 77, Great Russell Street, London W. C. 1. Sökolow's „Geschichte des Zionismus“. . Soeben ist der zweite Band von Nähum Sokolows „Geschichte des Zionismus“ erschienen, der von dem französischen Minister des Aeußeren Stephen Pichon eingeleitet wird Der eigentlichen Darstellung vorangestellt ist eine Würdigung des am 16. Februar 1019 verstorbenen Sir Mark Sykes. Dezernent für den Nahen Orient im Londoner Foreign Office, dessen Tod für die,, zionistische Sache einen schweren Verlust bedeutete. In gedrängter Kürze gibt der Verfasser sodann in fünf Kapiteln eine Uebersicht über die Geschichte des Zionismus vom zweiten Zionistenkongreß bis zum Ausbruch des Weltkrieges, während der Hauptteil dieses Bandes den Zi0nism u s währenddes Krieges behandelt. Damit schließt die historische Darstellung und es folgen auf 240 Seiten des Werkes 91 Appendizes, die außerordentlich interessante M aterialien über frühere jüdische und christliche Palästinabestrebungen, beginnend ums Jahr 1600, enthalten. Der vorzüglich ausvestattete Band bringt als Illustrationen die BMder von Baron Fdmond de Rothschild, Sir Mark Sykes, Balfour, Allenby, IJnycj George. Präsident Wilson, Cfemenceau. Pichon u. a. m. Landeskomitee II-, Zirkusgasse 33 abzuführeji. Die Eingänge an außerordentlicher Parteisteuer (Mischmarbeitrag) werden in der „Jüdischen Zeitung“ veröffentlicht werden. Zionistisches Landeskojnitee für Deutschösteireich Jakob Weiner. Ing. Robert Stricker. Dr. Stein unterstützt diese Ausführungen und betont, däß die Bezirkssektionen- Anspruch darauf haben, vom L. K. in jeder. Beziehung tatkräftig unterstützt zu werden. Margulies teilt mit daß er dem L. K. ein Statut varlegen wird, welches die Regelung der Stellung der Jugendbewegung zu den Bezirkssektionen enthält Palästinensische, Vertreter in Paris und London. Das Kooenhagener Zionistische Bureau berichtet aus Paris: Als Vertreter des Haschomer in Palä-, stina trafen die Herren B111 m e rif el d und Sch0chä t in Paris ein, wo sie mit Baron Rothschild über d'e Ansiedlung von 150 Haschomer- Famiiien Rücksprache nahmen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.