Jüdische Zeitung
- Journal
- Jüdische Zeitung
- Volume
- 13 (1919)
- Issue
- 37 (12.9.1919)
- Date
- 1919-09-12
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 JÜDISCHE ZEITUNG Nr. 37 Pfiff der Lokomotive Ubertfiat des aaschweUendea Afcschiedslärm; der Zoe rollt hinaus. nach- Süden zu und. ix; der lauen Sommernacht verhallt der von Sehnsucht und Hoffnung getragene Ruf: Xehitraot beerez jisraell“ Dr. Egon Zweie. Der am 19. <L abgegangene Palästina-Heimkehrertransport schwimmt bereits auf hoher See. Herr Jacques Brings, Direktor der jüdischen Palästina .Reise- und Transportgesellschaft, der den Iransport bis Triest: begleitet hat ist nach Wien zurückgekehrt. -Die bekannten Kohlen- und Lokomotfvkalamitäten bewirkten die jetzt ja unvermeidliche Verspätung, so daß der Transport schon in Amstetten den Anschluß versäumte. Dem energischen Einschreiten des Transportführers, Direktors Sriogs, ist es zuzuschreiben, daß unsere Separatwaggons, mit einer.. Erfordamislokomotive bis St. Michel nachgeschickt wurden, wo der Anschluß erreicht wurde. Sonst verlief die Reise ohne jeden Zwischenfall. Das Wetter war außerordentlich günstig. Die Einschiffung auf Dampfer „Carinthia“ erfolgte Sonntag früh. Die tadellose Abwicklung der Einschiffung machte einen ausgezeichneten Eindruck auf die italienischen Behörden sonwie auf das zahlreich erschienen Publikum. Den deutschösterreichischen sowie italienischen Behörden gebührt für' ihre Unterstützung unser Dank. Von der jüdischen Palästina Reise- und Transportgesellschaft wurde für die mehr als 12-täsäge Seereise betreffs ritueller Verköstigung Vorsorge getroffen und hiefür ein Komitee aus drei Frauen und drei Männern aus der Mitte der Passagiere gewählt-Das Palästina-Amt Jaffa ist vom Eintreffen des Transportes verständigt ' S. P. Warnung:! Wir täten hiemitalten Chalnzim ln affen Ländern mit,- daß vorlänfig gar keine Möglichkeit besteht, über Wien nach Palästina zu fahren und schon die Einreise hieher, und ein längerer als dreitägiger Aufenthalt sowie die Arbeitsbeschaffung hierorts ein Ding der Unmöglichkeit sind. Es kann weder Wohnung noch Beköstigung beschafft werden. Sogar für die Chaluzim, die seit Monaten in der Umgebung .Wiens arbeiten* ist es uns trotz vielfachen Bemühens nicht gelungen, die Weiterreise zu bewerkstelligen. Hechaluz-Organisation für Deutsch Österreich,' Wien, IL, Zirkusgasse 33. Zionistisch* iKJ Zionistische Tätigkeit in Canada. Das Kopenhagen» Zionistische Bureau berichtet: Die zionistische Bewegung hat auch in Canada in letzter Zeit bedeutende Fortschritte gemacht Das geht schon daraus hervor, daß Im Laufe der ersten sechs Monate des Jahres 1919 der Palästina-Kommission in London 168400 Dollar ans Canada überwiesen worden sind. Das Cxekntiv-Komitee der Zionistischen Organisation in Canada steht-zurzeit mit-146 zionistischen Ortsgruppen und Vereinen in 61 Städten in Korrespondenz. Die D:striktskomitees haben in der letzten Zeit eine'genaue Registrierung der gesamten jüdischen Bevölkerung,- soweit sie der Zionistischen Organisation angeschlossen ist oder die zionistische Bewegung unterstützt,“ durchge- führt. Die jüdische Bevölkerung Canadas ist während des Krieges, insbesondere durch Einwanderung aus den Vereinigten Staaten, stark Gewachsen «!•>« wird ieiy.i --.nf 12.~-.0fi0 bis •if-.O.Co:» Seelen geschätzt. Demnächst soll ein Delegiertentag der canadiseben Zionisten einberufen werden. Das neue Präsidium und die Ressortteiiung des polnischen Zentralkomitees. - ln der ersten Sitzung des neugewählten Zentralkomitees der zionistischen Organisation in Polen wurde der bisherige Präsident Dr. K1 u - mel wieder gewählt: Die Arbeit des; Zentralkomitees wurde nach Ressorts geteilt, und zwar für Palästina, Politik, Kultur, Wirtschaft, Finanzen, Organisation und Propaganda, Verlag und Presse. Ans dem Plenum des Zentralkomitees wurde ein Präsidium gewählt, bestehend aus den Ressortreferenten Lewite, Grünbaum, Braude* Hartalas, Kl um el, Hur wie z, 01schwanger, Schalkowicz, Qottlieb und Dr. Thon. Das;Budget ist mit drei Millionen Mark festgesetzt worden. Die einzelnen Kommissionen haben ihre Arbeiten bereits aufgenommen. Die Pressekommission befaßt sich ernstlich mit - der Vei wirklichung des Beschlusses der Landeskonferenz, das hebräische Wochenblatt „Hazfirah“ in ein Tagblatt zu verwandeln. Nordau an das österreichische Landeskomitee.; Das zionistische- Landeskomitee für Deutsch- Österreich hat von Max Nordau als Dank für die Glückwünsche zu seinem 70. Geburtstag folgendes Schreiben erhalten Mayor, Zaranz;, Guipuscca, 11. August 1919. - Hochgeehrte Herren.' liebe Gesinnungsgenossen! Tief bewegt von Ihren allzu gütigen Worten, die mich hier erreicht haben, danke ich Ihnen von ganzem Herzen und gebe ihnen die Versicherung, daß ich, wenn ich auf mein Leben zurückblicke, darin nichts finde, was annähernd .-ähnliche Befriedigung gewährt, als die Erinnerung' an mein Zusammenarbeiten mit unserem, unvergeßlichen Herzl und an meine Anstrengungen zum Nutzen und Ruhm unseres Volkes. In großen Bewegungen ist das Individuum nichts, die Gesamtheit alles. Der Einzelne verschwindet, das gemeinsame Werk bleibt. Ihre Gesinnungen zeugen beredt dafür, daß die von. einigen begeisterten Eisernen, zu denen Sie. wenn Sie: wollen, 'auch . imeh zählen . mögen,, ausgestreüie Saat , herrlich auf gegangen-ist." Möge es Ihnen beschiedeii sein, verwirklicht zu sehen, was der- Traum unseres * Lebens war. > - Mit zionistischem Gruße "bin ich Ihr ergebenster Dr . M.. Nordau. ij=l Saccharin mtjD “D?1? bD ,n5pn untsw .BN"B IN D2n D'PPBPTTB. MATUSAN & KAPLANSKI Chemische Fabrik „Speranza“ — - ZQrich 6 (Schweiz). Dr. Max Nordau an die Vereinigung jüdischer Exportakademiker. “ Das' Präsidium der Vereinigung jüdischer Exportakademik.er sandte anläßlich des 70. Geburtstages Dr. Max Nordaus Glückwünsche und teilte ihm mit. daß die Vereinigung beabsichtigt, im Laufe des Wintersemesters Vorträge (der Vortrag des Prof. Marmorek hat bereits stattgefunden) zu veranstalten wie auch ein Nordau-Symposion, an welchem die hervorragendsten Schriftsteller Europas teilnehmen dürften, herauszugeben. Nordau sandte an den Obmann der Vereinigung einen längeren Brief, aus dem folgender Auszug veröffentlicht wird: „Ihre Mitteilungen, für die ich Ihnen vom ganzen Herzen danke, haben mich tief gerührt. Daß Ihre Vereinigung auf den Gedanken der Vorträge und des Symposions gekommen ist, entspricht, der Großherzigkeit jugendlicher Gemüter. Es wird psychologisch sehr interessant sein, den Erfolg Ihi-er Initiative zu beobachten. Nochmals Dank und warme Grüße Ihnen und allen lieben Kommilitonen von Ihrem ergebensten Dr. E. Nordau.“ Nqtizen LebensmitteisendnHgen ans Amerika nach Deutsch- . - . : Österreich. : Jeder Jude, der Verwandte in Amerika hat, erbitte sich von denselben eine Lebensmittelkiste, welche durch Vermittlung der American European Service Company New-York, 309 Broadway, bzw. durch die J üdisph-Pälästin, Reise- und Transportgesellschaft m. b. H„ Wien, II., Praterstraße Nr. 9, nach Wien zur Verteilung gesandt werden. Sport Jüd. Turnverein ,;MäkltabI D.“ Am 9. d. M. um 6 Uhr abends findet im- Saale des Jüd. Jugendheimes, II., Obere Donaustraße 91, eine außerordentliche Generalversammlung statt. — Nach - zweimonatlicher Unterbrechung wurde der Turnbetrieb wieder aufgenommen. Das Turnen findet Für Mädchen bis 14 Jahre am Mittwoch und Samstag von 6—548 Uhr abends, für Damen von 14 Jahr aufwärts am Mittwoch und Samstag von 'A8 bis 9 Uhr abends, für Knaben bis 14 Jahre am Montag und Donnerstag von 6— 'A8 Uhr abends, für Herren. von 14 Jahr aufwärts am Montag und Donnerstag von 148—9 Uhr abends im Turnsaale des Realgymnasiums, II., Kleine Sperlgasse la, statt. AnkunOigunoen Technisches’ " Referat des' Palästina-Amtes. Die angemeldeten Teilnehmer - des* elektrotechnischen Kurses werden zu einer Besprechung für Montag, d e n 15. S ej> t emb er, um. 6 Uhr abends :m Vereinslokale des akad-fr^ mischen Vereines „Jüdische Kultur' 1., - Börseplatz 7 (S o u t e r r a i n 1 o k a 1), e:ngeladen. Der Verein „Ahawath Zion“ veranstaltet am Sonntag,- den ,14. September 1919, im großen Garten und in den Sälen des Cafe „Praterfee“, II., Hauptällee 5 (nächst dem I. Cafehaus) ein großes Gartenfest mit anschließendem Tanz. Entree im Vorverkauf K 4.—, an der Kassa K 5.—. Karten im Vorverkauf zu -.hüben: Verein „Ahawath Zion", 11., Ennsgasse 15/4, Nationalfonds-Sammelstelle, IL, Zirkusgasse- 33, R. Löwit. I., Rotenturmstraße Nr. 22 und bei den Vereinsmitgliedern. - - ’ - : Kulturverband „Jabne“, IX.,~ Türkenstraße 9. Samstag,-'13. d:^M^ -145 Uhr nachmittags: Frau Esther Rapaport-Mieses: Bibeikurs (Genesis).'— - Sonntag, 14, d. M., 10 Uhr vormittags: Mitgliederversammlung. — Donnerstag, 18. d. 'M.. 6 “Uhr nachmittags: D.r. A. Kaminkä: Seminar für Bibelstudium' (Jesalas). " - Dle-f,'Wiener Zeitkunst“, I., Maysedergasse 2, eröffnete-'arni7:--Septeniber:'die Kollektion Anton Filkuka. ' Vereinigung jüdischer Exportakademlker. II., Taborstraße 1. -Die: Vereinsbibliöthek ist 'bis auf weiteres jeden Dienstag; Donnerstag und Freitag von 4 bis 5 Uhr'nachmittags geöffnet: - Die Sektion Leopoldstadt derzionistischen Organisation, veranstaltet an denbevoretehenden Feiertagen i-.. t©'3 dt n»n..wn. einen Festgottesdienst im. Pradusaale der Produktenbörse, II. Taborstraße 8. Die kanloralen Funktionen werden von erstklassigen Vorbelem besorgt.. Betsitzkarten für Männer und Frauen, sind täglich ab 11. September, zwischen 3 und 7 Uhr nachmittags (mit Ausnahme von Samsiag) in folgenden Lokalen erhältlich: <n& Produktenbörse, 11. Taborstraße 8, I. Stock, - Zionist Lande8kemitee, II. 2irkusgasse 33, Jüd. Nationalrat, II. Taborstraße 20 a, Yerscbleißtokat de' Morgenzeitung, II. Scfamelzgasse 5 rSbeBeCerscRieneri; --«i -;e < :* Die wirksame'Abwehr’ des' Antisemitismus. — Schadet der jüdische Nationalismus: den Juden? Wie können wir unsere Jugend jüdisch erziehen? — Die Vertreter des jüdischen Volkes. Preis K2.&Q. — Zu beziehen durch die Administration der „Wiener Morgen - -Leitung“, Wien II , Taborstraße 1 bis 5 ' - Nur‘gegen Voreinsendung des Betrages, gegen Nachnahme wird nichts versendet.