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Jüdische Zeitung · 1919-08-29 · 35 (29.8.1919) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
35 (29.8.1919)
Date
1919-08-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Sr 55.___ . _JÜDISCHE ZEITUNO ‘ T wolle, Milch und Butter versorgen könnten, würden nur 60.000 bis SO.COO ständige Arbeiter und ebensoviel für eine achtwöchige Hackoeriode nötig sein. Es kann dahingestellt bleiben, ob diese Lösung vom landwirtschaftlich-technischen Standpunkt aus richtig ist. Selbst wenn sie es wäre, würde daraus für die Frage, in welchem Tempo sich unsere Kolonisation, vollziehen kann, gar nichts folgern, weil sie den Begriff der Zeit überhaupt nicht ausschaltet. Ballod unterläßt iede Angabe, ob die 1000 Großbetriebe soiort oder in 10 Jahren oder in 50 Jahren gegründet werden können. Mit einer solchen ..zeitlosen“ Lösung stellt er sich auf den Standpunkt des Physikers, der seine Laboratoriumsversuche im luftleeren Raume macht. Aber während der Physiker seine Versuche durch nachträgliche Berechnung des -Luftwider- - st.iuaes der Wirklichkeit nähert, überträgt Ballod seine Sludierstubenergebnisse sofort und unmittelbar auf die Wirklichkeit und muß deshalb an ihren Widerstände« scheitern. Zum Beispiel: Ballod verfügt für die Zwecke unserer Kolonisation über den geSi-mten guten Boden Palästinas: in Wirklichkeit steht gerade dieser gute Boden nicht zu unserer Verfügung und kann nur zum Teil und mir allmählich aus arabischer Hand'erworben werden. Fenier: Ballod trimmt die für seine 1000 Großbetriebe erforderlichen 60.000 bis 80.000 jüdischen Arbeiter (uud wohl auch das Verwaltungspersonal) ohne weiteres als vorhanden an. denn „ein.einziger Jahrgang an 18jährigen Jünglingen würde sich bei einer 6 Mjllionen-Bevölkerung auf mindestens 55.000 bis 60.000 stellen.“ In Wirklichkeit haben wir landwirtschaftlich brauchbare Ai beiter und Verwalter {denn nur mit solchen kann man ..hochmoderne“ Großbetriebe betreiben) zurzeit noch nicht für ein Dutzend solcher Betriebe Am schärfsten zeigt sich aber die Wirklichkeitshcmdheit des Ballodschen Vorschlages, daß er weder der Eigenart Palästinas, noch ins besondere der Eicenartder Juden Rechnung trägt. Er ist für ein x-beliebiges. Normalvolk und ein x-beliebiges Normallatid zugeschnitten und bliebe ..theoretisch“ ebenso richtig (oder Würde vielleicht dann erst richtig), wenn inan ihn auf eine Kolonisation mit deutschen oder italienischen Auswanderern in Argentinien oder Brasilien anw'enden wollte. Nun sind aber gerade Palästina und das jüdische Volk keine „Normal- typen“, sondern von solchen so weit'wie nur denkbar entfernt. Palästina ist ein durch die türkische Herrschaft wirtschaftlich verwahrlostes Land. Es ist weder ein europäisches Kulturland, dazu fehlen ihm die technischen Behelfe eines solchen: nocli ist es ehi Kolonialland, dazu fehlt ihm der freie Boden. Es ist als heruntergekommenes Kulturland zu bezeichnen und bildet als solches eine besondere Klasse. Das jüdische Volk ist infolge seiner eigenartigen Berufsschichtung, in der ■ die Landwirtschaft fast ganz fehlt, und infolge seiner Zerstreuung unter den anderen Völkern ebenfalls ein Volk sui generis. Und schließlich ist die jüdische Kolonisation in Palästina auch eine Sache von ..ganz besonderer Art“, weil sie nicht wie eine sonstige Kolonisation wirtschaftliche, sondern nationale Zwecke verfolgt, und weil sie nicht die bereits in Palästina ansässige Bevölkerung als „arbeitende Masse“ verwenden und ausbeuten. sondern die gesamte Kolonisation von der Basis bis zur Spitze mit neuen jüdischen Einwanderern durchführen will. Einer solchen Kolonisation kann man nicht mit rein technischen Kolonisationsschematen beikommen: hier spielen psychische Momente die ausschlaggebende Rolle. Deshalb muß der Kolonisationsplan von den besonderen Bedürfnissen und Bestrebungen der jüdischen Einwanderer ausgehen. Jeder Plan ist zum Mißlingen vei urteilt, der ohne Berücksichtigung der bisherigen Erfahrung einfach das theoretisch beste technische Schema aufstellt und. dann die Juden in das Prokrustesbett hineinzwängen will. M a n muß im Gegenteil von den Juden ausdieser Sehergabe, dis die. Erfüllung in der Nähe sah. die alle noch fern glaubten; über die geniale Konzeption des Besiedlungsplanes, der ganz im Banne technischer und organisatorischer Romantik steht, über das Festhalten an dem idealen, menschlichen. Endziel: der Errichtung Zions, der Stätte der Menschenvcrbrüderuiig und. Humanität, vor» der das Licht unter die'Völker strahlt. Diese Größe des Werkes, in der sich die Größe desFMannes spiegelt, wird nicht beeinträchtigt durch die Einwendungen. dib Achad Haam mit Recht gegen „Aitueuiand“ erhoben hat: es tut zwar not., daß ■ wir Zionisten von heute uns den Mangel der najv tioiialkiiiturellen Vorstellung in Herzls Konzeption bewußt machen, aber darüber hinaus tut uns not, daß wir an Herzl das wieder lernen, das im Kleinbetrieb so leicht verloren geht: Größe und Unbedingtheit und den alles besiegenden Glaube«. Darum ist ..Altneuland“ heute wie Jemals das eigentliche nationale Jugendbuch des Zionismus. Theodor Herzl: Philosophische Erzählungen. B. Harz. Verlag. Berlin-Wien. — Herzls philosophische Erzählungen sind uns eine liebe Gabe: aus ihnen, wie aus allem, was Herzl geschrieben hat. schöpfen wir Kenntnis von dem Wesen und Charakter dieses größten Juden der Gahithgesehichte. Zwei Welten sind es. in denen Herzl lebte, die Literatur und der Zionismus. Und doch ist der Mann einheitlich, und werdiese „Philosophischen Erzählungen" liest der wird die zarten Fäden aufdecken können, die von diesen tief menschlich empfundenen Feuilletons zu Herzls Werk führen. Es ist eben doch nicht nur Literatur, es steckt ein Stück Menschentum dariit das immer wahrhaft ist und das schließlich, als es eine Berufung'vor dem Dornbusch empfing, sich in Leben und Kampf bewährte. gehen und i ii u eu d a s K o 1 o n i s a t i q n s- Schema a n p a s s e iu Das ist der Weg. den wir verschlagen. Er ist schwieriger, aber nach unserer festen Ueberzeugung der einzig gangbare. Wir gehen bei unserer Berechnung davon aus. daß die Landwirtschaft die Grundlage der zukünftigen Kolonisation sein soll und daß. wie es die bisherige Kolonisation gezeigt hat. neben einer landwirtschaftlichen Bevölkerung eine gleich große nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung. die sich aus Handwerkern. Kaufleuten, den in der Industrie für Inlandsbedarf und beim Betriebe von Verkehrsunternehmungen beschäftigten Personen, ferner aus Lehrern. Beamten. Rentnern tisw. zusapimensetzt, ihre Existenz finden kann, und zwar entweder in den landwirtschaftlichen Siedlungen selbst oder außerhalb derselben in den Städten. Unabhängig von der Landwirtschaft ist die Einführung von Exportindustri'c. durch welche die jüdische Bevölkerung noch einen weiteren Zuwachs erfahren kann. Wir gehen ferner bei der Abschätzung der zukünftige« Einwanderung davon aus. daß. wie es die Erfahrung aller bisherigen Kolonisation zeigt, die Einwanderung progressiv steigt, sobald die Kolonisation einmal in die richtige Bahn geleitet und ihre Prosperität erwiesen ist. Die erste Frage ist. weiche Anfangsziffern wir für die landwirtschaftliche Kolonisation einsetzen sollen. Wir können hiebei einerseits in Rechnung' stellen, daß durch die neue politische Gestaltung in Palästina, durch die wachsende Ausbreitung des zionistischen Gedankens und die starke Auswanderiingsbewegung unter den osteuropäischen .luder, eine viel größere Zahl von Eiiiwanderungslusiigen aller Vermögensklassen vorhanden sein wird als jemals früher. Auch die für das Kolonisationswerk zur Verfügung stehenden Mittel der jüdischen Kolonisationsgesellsj!iafte:i werden die früher verfügbaren Beträge wei: hinter sich lasse«. Anderseits muß aber aucli berücksichtigt werden, daß eine große landwirtschaftliche Siedlung eine gründliche Vorbereitung des Bodens und wenigstens bei einem Teil der Eiuv. anderer eine berufliche Vorbildung erfordert. Beides braucht Zeit, und das umsomehr, als in Palästina selbst die landwirtschaftlichen Siedlungen zurzeit noch zu klein sind, um für eine ganz große Einwanderung Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten oder genügend geeignete Landwirte als Orgai isatoren. Verwaltungsbeamte. Vorarbeiter usw. zur Verfügung zu stellen. Auch das Ausland wird hier infolge der geringen Zahl der landwirtschaftlich tätigen Juden für die Kleinheit der palästinensischen Kaders keinen ausreichenden Ersatz bieten können. Man sollte deshalb für die ersten 10 Jahre die jährliche Ziffer der neue« landwirtschaftlichen Ansiedler nicht allzu hoch annehnren. Wir glauben, daß wir zwischen Optimismus und Pessimismus ungefähr in der .Mitte bleiben, wenn wir annehmen, daß es möglich sein wird, in den ersten 10 Jahren insgesamt 100 Pflanzungsgesellschaften (Achusot) mit 5000 Mitgliedern (davon 4000 Ph'iizer des gewöhnlichen Typus und 1000 Großpflanzer. welche die doppelte Fläche der gewöhnlichen Pflanzer bewirtschaften) zu gründen. Das Prinzip dieser Gesellschaften ist bekanntlich dies, daß die Gesellschaft von federn ihrer 50 Mitglieder während 5 oder 6 Jahren Zahlungen von je 2000 bis 3000 Franken jährlich einhebt und dafür Pflanzungen in Palästina anlegen läßt, die «ach 5 oder 6 Jahren (bei Beginn der Fruchttragung) an die Mitglieder aufgeteilt werden. Jeder Pflanzer braucht für seine Pflanzung mindestens einen ständigen Arbeiter: es ergibt sich also Arbeitsmöglichkeit für 5000 Arbeiter, die später in der Regel als Häusler angesiectelt werden sollen. Außerdem setzen wir für die ersten 10 Jahre noch eivte Zahl von 5000 Getreidebauern ein. die sich aus dem besten Nachwuchs der. schon in Palästina befindlichen Ansiedler und aus den mit arbeitstüchtigen Frauen verheirateten Elitearbeitern rekrutieren und die eitie gemischte Getreide-, Vieh- und Pilanzungswirtschait ohne dauernde Zuhilfenahme fremder Arbeitskräfte führen sollen: und ferner 5000 Kleinsiedler, die auf eivier kleinen, gut vorbereiteten lind bewässerten Parzelle von etwa 15 Dunam in guter 'Verkehrstege Gemüsebau. Obstbau und Viehzucht mit eigener Kraft und mit Hilfe ihrer Frauen und Kinder treiben sollen. Es ergibt sich also eine Existenzmöglichkeit für insgesamt- 20.000 Landwirte in 10 Jahren oder 2000 Familien jährlich, was bei einer Seelenzahl von 5 pro Familie 10.000 Seelen jährlich ausmacht. Daß dies nicht so wenig ist. wird klar, wenn wir bedenken, daß diese Jahresziffer größer ist als die ganze landwirtschaitliclie Bevölkerungen den palästinensischen Kolonien, an deren Schaffung wir mehr als 30 Jahre gearbeitet haben. Im Laufe des ersten Jahrzehntes würden sich also in Palästina in der Landwirtschaft 20.000 Familien mit 100.000' Seelen angesiedelt haben.*) Rechnen wir. daß gemäß den Erfahrungen in der bisherigen Kolonisation neben (oder richtiger von) einer landwirtschaftlichen Bevölkerung eine gleich große nichtlandwirtschaftliche - Bevölkerung durch Handel. Handwerk, lokale Industrie, ferner als Beamte, Lehrer. Acrzte usw. existieren kann, so ergibt sich eine Zahl von 200.000. Hierzu kommen dann die in Exportindustrieu Beschäftigten sowie diejenigen, welche bei öffentlichen Arbeiten Arbeit finden, schließlich auch Rentner und Pensionäre, deren Zahl infolge der. Europämüdigkeit vieler Juden nach 5 Jahren Weltkrieg nicht gering sein dürfte. Das alles kan« die Gesamtziffer der neuen Einwanderer am Ende des ersten Jahrzehntes aut 3Ö0.ÜÜ0 und die Gesamtzahl der Juden auf 400.000 :|) Ln Wirklichkeit wird eine große Zahl der Ansiedler lind Arbeiter nicht schon innerhalb der erste« 10 Jahre, sondern erst später zu einer lüniköpfige« Familie kommen. Dann wird di» Frist. Seite 5 bis zu der die oben angegebene Bevölkerungsziffer erreicht wird, sich entsprechend verschieben, bringen. Wenn das erste Jahrzehnt, das an die orgaiTsaiorischc Fälligkeit uud den Opfermut der Juden die schwersten Anforderungen stellen wird, vorüber ist und die Ansiedlung von 300.000 Einwandern gelungen ist. so wird der weitere Fortschritt erheblich leiehier und schneller sei«. Wir glauben, daß man hu zweiten Jahrzehnt mit einer Verdoppelung, ini dritten Jahrzehnt mit einer Verdreifachung der Ziffern des ersten Jahrzehnts rechnen kann. Das zweite Jahrzehnt würde dann insgesamt 600.000 Einwanderer bringen: so daß au seinen Ende einschließlich des natürlichen Zuwachses mehr als eine Million Juden in Palästina sein und numerisch den Nichtiuden die Wage halten werden. Das dritte Jahrzehnt würde dann bei einer voraussichtlichen Einwanderung von 90000 Juden jährlich sehr bald den Juden eine entscheidende Mehrheit bringen. Nach 30 Jahren würde sich die Gesamtzahl der Juden (unter Hinzurechnung der natürlichen Zunahme) auf mehr als zwei Millionen Seelen belaufen. Damit wäre Palästina in Wahrheit wieder ein iüdisehes Laml geworden. Ueber Hechaluz in Deutschösterreich Der Hechalüzgedanke hat auf deutschösterreichischem Boden ziemlich spät Fuß gefaßt. Die'. Bestrebungen des Zerei-Zion und der ihm verwandten Gruppen in. Rußland und Polen haben — wie überhaupt das palästinensische Problem als Lebensfrage des einzelnen — bei uns erst im Kriege an Interesse gewonnen. Die Idee der Dienstpflicht war es. die zuerst Verfechter und Anhänger gefunden hat. Die Ereignisse der letzten Jahre haben auch in dieser Richtung revolutionierend gewirkt und haben zur ersten Tat auf diesem Gebiete geführt. Als im November v. J. die ersten Gruppen in der unzweckmäßigsten Jahreszeit die Arbeit am Laude ausgenommen haben, gaben sieh selbst die Initiatoren bezüglich des Erfolges keinen allzu großen Illusionen hin. Seitdem weitere Kreise der. Jugend gefolgt sind und "so die eigentliche Grundlage der Hechaiuzorganisation geschaffen wurde, ist ein halbes Jahr verstrichen. Die Lösung des großen Komplexes von verschicceiiartigsten Aufgaben, die die Voraussetzung der eigentlichen Tätigkeit waren, hätte auch unter normalen Verhältnissen ganz andere Mittel und Möglichkeiten vorausgesetzt, als sie der Hechaiuzorganisation zur Verfügung stehen. Durch die wirtschaftliche Not ist außerdem ein großer Zuzug von Elementen verursacht worden. denen die idealen Ziele des Hechaluz mehr oder weniger gleichgültig waren. Als erklärliche Reaktion gegen diese Ueberschwemmimg durch die „Arbeitslosen“ ist eine Strömung entstanden, die earauf hinzielt, diese unberufenen Elemente ausziischeiden. was mit Rücksicht auf die Unmöglichkeit der Festsetzung eines unbedingt greifbaren Kriteriums keine leichte Aufgabe* ist. Dieses heiftiimsirittene und bis ietzt nie gelöste Problem hat int Laute der Zeit an .Schärfe verloren, da die Zahl der „bewußten“ Chaluzim nicht nur absolut, sondern auch relativ im steten Steigen begriffen ist. Daß gerade in letzter Zeit dieser Reinigungsprozeß besonders nachdrücklichst verlangt wird, ist nicht ausschließlich auf den Kampf gegen die vollkommen gleichgültigen Mitläufer zurückzuführci.. Es handelt sich hier vielmehr um die auch in anderen Hechaluzorganisationen sehr aktuelle Grundfrage: „Massenbewegung oder Pionierbeu egung“. Es hat nicht an Stimmen gemangelt, die angesichts all dieser Schwierigkeiten auf die Notwendigkeit der Einschränkung der vorgesteckten Ziele hinwiesen, was aber mit Rücksicht auf die enge Verknüpfung aller Aufgaben mit einer Preisgabe des ganzen Werkes verbunden wäre. Die «ngedeuteten Gegensätze in der Auffassung der Aufgaben des Hechaluz haben im Verein mit der sehr komplizierten sozialen und insbesondere kulturellen Gliederung die eigentliche Orgaliisationsarbeit besonders erschwert. Der Aufbau einzelner Gruppen läßt auch noch viel zu wünschen übrig, was insbesondere auf den Mangel geeigneter Führer unJ Vorarbeiter und aui den großen Wandertrieb der einzelnen Chawerim zurückzuführen ist Es ist jedenfalls als Erfolg zu verzeichnen, daß die Zusammenfassung dieser stark differenzieren Elemente innerhalb einer verhältnismäßig kurzen,Zeh.gelungen ist u«d die Grundlage itir eine planmäßige Arbeit geschaffen wurde.' Den größten Arbeitsaufwand haben die Vorbereitungen. in Anspruch genqmmen. Nachdem? die Organisation das Prinzip der produktiven Betätigung ihrer Mitglieder schon hierzulande ausnahmslos dtirciigetührt hat. mußte sie auch die unvermeidliche Last der Arbeitsbeschaffung aut sich nehmen, in dieser Richtung ist eine iiir die Verhältnisse beträchtlich« Leistung vollbracht worden. Die mit ganz minimalen Mitteln ausgestattete Stellenvermittlung hat über 800 Arbeitsstellen verschafft. Es sind: jetzt zirka 400 Cliawerim in achtzehn verschiedenen Gruppen beschäftigt. Davon zwei Gruppen von Bauarbeitern in Wien und Wr.-Neustadt mit 15 Mitgliedern und einige Lehrlinge in verschiedenen Berufen in Wien. Die übrigen sind i« der Landwirtschaft beschäftigt. Von den Anwärtern haben zirka 45 Prozent bei der Arbeit ausgeiiarrt und durch den Abgang der übrigen hat sich eine der Aufgaben der Betätigung hierzulande, die Ausscheidung der Arbeitsuitwiliigen und Ungeeigneten automatisch vollzogen. Erst iu der letzten Zeit ist durch die Uebernaiiine der Stellenvermittlung durch die Gewerbeiörderungssektion des Jüdischen Nationalrates eine teilweise Entlastung der Hechaiuzorganisation in dieser Richtung erjolgt.

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