Mannheim
Compact Memory

Jüdische Zeitung · 1919-07-18 · 29 (18.7.1919) · p. Seite 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Zeitung
Volume
13 (1919)
Issue
29 (18.7.1919)
Date
1919-07-18
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2438141-2438727-2438756--6350-2446420
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

öeite fc haben die Juden niemals die Hoffnung auf die Rückkehr in ihr historisches Heimatland verloren, mitwelchem der beste Teil ihrer besonderen Kultur und ihrer Hoffnungen verknüpft Ist. Das ihnen zugefügte nationale Unrecht ist; sicherlich das älteste, und bei dessen Berichtigung wird die Menschheit gleichzeitig mit einer Tat der einfachen Gerechtigkeit eine Saat von unberechenbarer Verheißung für die Zukunft säen. Politisch wird die Wiederbesiedelung Palästinas durch die Juden und seine Entwicklung zu einem jüdischen Gemeinwesen einen notwendigen Faktor von Stabilität und geordnetem Fortschritt in das Leben des nahen Ostens bringen. Nicht weniger wichtig für die höchsten Interessen der Menschheit ist unserer Ansicht nach der Gewinn, den das menschliche Bewußtsein und die sozialen Ideale von der freien Entfaltung des jüdischen Genius in seiner, nationalen Stätte zu ziehen hoffen dürfen. Die Großmächte, die sieb in den Krieg für Gerechtigkeit und Freiheit vereinigt haben, haben versprochen, die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina zn erleichtern. Wir sind überzeugt, daß ^dieses Versprechen voll und unzweideutig verwirklicht werden muß. wenn die Ordnung der Welt den Idealen der Alliierten und der Vereinigten Staaten entsprechen soll.“ Zionistische Bewegung Zionistisches Landeskomiteefur Deutsch- Österreich Arbeiten in Vorbereitung. ( Die bevorstehende Massenemigration mußrechtzeitig vorbereitet werden. Zu diesem Zweck hat das Palästinaamt in der Erkenntnis, daß die Emigration nicht nur nach Palästina, sondern auch wo anders hin gerichtet sein wird, schon im Dezember v. J. den Nationalrat auf die Wichtigkeit aufmerksam gemacht und ihm mittels eines Memorandums vom 14. Mai 1. J. detaillierte Vorschläge unterbreitet, behufs Errichtung_ eines gemeinsamen Emigrationsamtes. Das Palästinaamt wird, falls keine Einigung mit dem Nationalrat erzielt werden sollte, selbständig die erforderlichen Arbeiten durchführen und dabei vor Einsetzung von Palästinakommissären nach dem Muster der Nationalfondsörgänisation, zu welchem Zwecke in die Provinz und insbesondere an die wichtigen Etappen- und Sammelorte Emissäre ausgesandt werden sollen, einen Bahnbofdienst zur -Empfangnahme und Weiterleitung der Emigranten, Reisebegleitung und ärztliche Fürsorge und'diplomatischen Schütz an den zu überschreitenden Landesgrenzen, Unterbringung, Verköstigung, Belehrung und Auswahl der Emigranten, organisieren. Noch »von dem vor--dem Kriege liier bestandenen Informationsbureau besitzen, wir Beziehungen zu Triest rind haben au das Köpenhagener Bureau den Antrag, gerichtet, sowohl in Triest als auch in - Fiume eigene Infonnationsbureaus einzurichten. Mit,' dem österreichischen Lloyd hatte .das, genannte Informptionsbureau einen Vertrag, der Anfangs 1914 vom Aktionskomitee Berlin revidiert wurde und vielleicht die Grundlage für neue Verhandlungen abgeben dürfte. .Der Ausfuhr von Mobilien, Besitzungen, .wenden wir unsere Aufmerksamkeit zu, doch erscheint diese Frage noch ungeklärt Inzwischen wurde hier der Versuch unternommen, eine Palästinahandelsbank und eine Palästinaliquidationsbank ins Leben zu rufen. :£ine prinzipiell wichtige Angelegenheit wurde uns durch Gg. Bato zur Kenntnis gebracht nämiieh die Beschlagnahme des Vermögens der Büdapester NationalfondsSammelstelle. Wir haben diesbezüglich sofort bei der holländischen Gesandtschaft interveniert worauf wir von der Zentrale in Haag avisiert würden, daß diese- Angelegenheit infolge unserer Intervention dringendst behandelt wird und die Büdapester Sammeistelle englische Vollmacht erhalten wird. Die durch die Autonom!sierung der neuen Nationalstaaten frei werdenden Beamten, insbesondere Verkehrsbeamten (Bahn und Post) haben wir der Zentrale avisiert um auf diese Weise für Palästina einen Stock von verläßlichen und gut qualinizierten Mitarbeitern zu bekommen, ebenso haben wir die zahlreichen Angebote von Gg. für Beamtenstellen bei den zionistischen Organisationen an die Zentralen vermittelt, in der Erkenntnis, daß wir in der gegenwärtigen Zeit für die Schaffung eines hochqualifizierten Beamtenstatus sorgen müssen, hat der Leiter des Paiäsünaamtes persönlich die Beamtenschaft der Wiener jüdischen Nationalinstitutionen organisiert, um sie vor allem in wirtschaftlicher Beziehung zu befriedigen, tr denkt vor allem an einen. Austausch der in Betracht kommenden qualifizierten Beamten, um sie so in verschiedenen Zweigen ihrer Tätigkeit zu schulen und ihren Ueberblick zu erhöhen. Das.Pclästiuäamt hat sich auch bemüht, Einfluß ■ auf die Aufstellung eines Kclonisatiohs- Programms durch verschiedene Briete und Memoranden zu nehmen, eine wichtige Aufgabe erblicht es ferner in der Vorbereitung der Kongresse und verschiedener Tagungen, zu .welchem Zwecke es rechtzeitig Delegiertenpragramme zur Diskussion stellen wird. Um auch den Palästina-Ex- und -Import vorzubereiten, versucht es Beziehungen zu hiesigem Exporteuren und industriellen anzubahnen. Aufmerksamkeit wird auch den Sammlungen von Büchern für die Nationalbibliothek,. Lehrmitteln und anderem für die wissenschaftlichen Institute sowie Originalen für das Herzlmuseum ■gewidmet. JÜDISCHE ZEITUNG - r_ ~ . wntTTfTf y? twm? yyyyf wmy w \ Jüdische Pilästina-, Reise-1 [ und Transpoptges. m. b. H. I ► derzeitiger Hauptsitz 4 ► Wien II. Praterstraße Nr. 9/1. 5 ' p, ► hat zum Zweck, die geordnete und organisierle -4 ► Beförderung von Personen und deren Güter, £ sowie sämtliche Transporte nach Palästina 2 ► und Nebenländer zu besorgen. Palästina- -4 ► Interessenten und insbesondere Palästina- J I. Heimkehrer wollen sich im eigenen Interesse < ► an uns wenden. -*ä ► 4 Zusammenfassung aller palästinoDhilen Kräfte. Wie schon erwähnt erachtet das Palästinaamt bei aller Wahrung der Kompetenzen des Landeskomitees es für notwendig, die für Palästina interessierten und teilweise seit längerer Zeit tätigen,, außerhalb des Zionismus stehenden Kreise für eine planmälMge und„ wohldurchdachte Palästinatätigkeit zu gewinnen! Es glaubt, daß dieses Ziel am besten dadurch, erreicht werden konnte; wenn die zionistische Organisation Deutschösterreichs die Vorbereitungen für einen alljüdischem. Kongreß beschleunigen würde und daß einer der vornehmsten Punkte der Tagesordnung die Palästinafrage werde. In diesem Sinn bittet der Referent das i-andeskömitee. hierauf dessen Aufmerksamkeit zu richten. •; Die Schwierigkeiten der Arbeit. Diese liegen, abgesehen von der politischen Vermittlung und der Unmöglichkeit des direkten Kontakts mit Palästina einerseits und den Zentralstellen anderseits vor allem an der politischen Unreife und dem oft maßlosen Doktrinismus weiter, größtenteils jüngerer Kreise im Zionismus. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Aktionen des Palästinaamtes durchkreuzt worden sind von unverantwortlichen Elementen, dje sogar oft Gegenaktionen unternommen haben. Dem Palästinaamt liegt jede Ambition ferne, es besitzt vielmehr'das Streben, im Interesse der Allgemeinheit alle gleich gerichteten Tendenzen und Maßnahmen zu vereinheitlichen. Zu beklagen ist auch, daß trotz angeblichen Interesses die Mitwirkung der breiten zionistischen Oeffentlichkeit , insbesondere bei der Palästinaaufklärungstätigkeit alles zu wünschen übrig ließ, wie der äußerst'schwache Besuch der Palästinadiskussionsabende und sonstiger Maßnahmen des Palästinaamtes beweist Sicherlich hat dazu das Fehlen eines Palästinareferates, auf dem letzten Parteitage inü b’eigetfagen. Mit diesem Bericht erscheinen die bisherigen Arbeiten und Plärre des Palästinaamtes umschrieben. ohne Anspruch auf Vollständigkeit erhöben zu wollen, da im Gegenteil die Organisation des Palästinaamtes entsprechend dem Näherrücken der Palästinakölonisation von Tag zu Tag sich vor neue Aufgaben gestellt sieht und geweitet werden muß. Die Gesinnungsgenossen des Palästinaamtes sind sich der schweren Verantwortung, unter der sie arbeiten, voll bewußt und bitten darum das Landeskomitee auf ihre Intentionen mit allem Ernst, den die Sachlage erfordert, eizugehen. ädische Palästina-Reise-,u.TransportgeseHschaft m. b. H. Wien, IL Praterstraße 9/1. Aufruf! Juden! Die nächsten Monate sollen dem jüdischen Volke die Erfüllung 'zweitausendjähriger Hoffnung bringen. In fünf Erdteilen werden fieberhaft die Vorbereitungen für den,Aufbruch in die verheißene Heimat getroffen. Die großen Anforderungen, die anläßlich der zu erwartenden Massenemigration, an die zionistische Partei herantreten werden, erfordern eine intensive Unterstützung der offiziellen Maßnahmen durch private Initiative. In dieser Erkenntnis wurde kürzlich auf Initiative des Gg. J. Brings mit Förderung der Paläs tiaämter in Wien und Berlin eine jüdisch-palästinensische Reise- und Transportgesellschaft m. b. H. gegründet. Der Zweck des Unternehmens ist, die geordnete Beförderung der jüdischen Auswanderer und deren Güter von ihren Wohnorten, bzw. von bestimmten Sammelplätzen nach Palästina vorzunehmen und im späteren Zeitpunkte den Touristenverkehr dorthin zu leiten. . Wenn man bedenkt, welchen Gefahren und Schäden mannigfacher Art die Auswanderer auf ihrer langen und beschwerlichen Reise ohne Führung und Schutz ausgesetzt sind, wenn man ferner bedenkt, daß internationale Reisebureaux aus der Not der Auswanderer große Gewinne ziehen, ohne ihnen Schutz, Fürsorge und Bequemlichkeit zu bieten, so ist es ohneweiters klar, daß ein jüdijenes Unternehmen, beherrscht von den einzigen Gedanken, den jüdischen Auswanderer zu schützen,- zu führen, zu verköstigen,-auf den UmschSagerdätzen für Unterkunft zu .sorgen und in Palästina selbst ihn auf seinen Bestimmungsort zu bringen, von größter Bedeutung ist und der Förderung aller jüdischen Kreise Würdig. Zur Erfüllung dieser Aufgabe sind vorgesehen. Verträge mit Eisenbahn- und Schiffahrtsgesellschaften, für Sonderfahrten und Ermäßigungen, Begleitpersonal, Aerz'te und rituelle Verköstigung während der Reise, Hotel und Unterkunftsräume in Palästina und zur Propaganda für den Touristenverkehr Ausgabe von Hr. 29 Reiseführern, Veranstaltung .von Jonnalisteoreisetiusw; ' ‘ : Die technische Durchführung ist, teilweise in Gemeinschaft mit bestehenden weltbekannten Unternehmungen geplant, teilweise durch Errichtung eigener Organisationsstellen in den Hauptpunkten der Auswanderung. Für die ersten organisatorischen Vorbereitungen ist ein Kapital von 500.000 Kronen vorgesehen, von dem ein Teil schon in den ersten Tagen nach der Subskription gezeichnet und eingezahlt wurde. Die Aufbringung des Kapitals für die weitere-Arbeitstätigkeit soll vornehmlich in zionistischen Kreisen erzielt werden. In Hinblick auf die Größe des Erfordernisses einerseits und das Interesse, welches schon jetzt die Gründung in zionistischen Kreisen findet, wurde bei dier am 6. Juni 1919 stattgefundenen . ersten Aufsächtsratsitzung beschlossen, das Kapital auf vorläufig 1,000.000 Kronen zu erhöhen. Es ergeht demnach an jeden Zionisten die Einladung, die Zeichnung . von Anteilscheinen* (em Anteilschein ist gleich 1000 Kronen) vorzunehmen. , _ Das Unternehmen wird eine streng solide kaufmännische Leitung haben, daher Verzinsung und eine entsprechende Dividende zu erwarten sein dürfte. Es ist-für jeden Juden eigenes Interesse, diese Unternehmen zu fördern, um das Gefühl der Solidarität mit den auswandernden Brüdern zu bekunden. Subskriptionsanmeldungen und Informationen jeder Art erteilt die jüdisch-palästinensische Reise- und Transportgesellschaft m. b. H., Wien,. II., Praterstraße 9/1, wohin alle Zuschriften und Anfragen zu richten sind. Jüdisch-palästinensische Reise- und Transportgesellschaft m. b. H. Für den Aufsichtsrat: Die Geschäftsführer: Dr. E. Z w e i g, Adolf Stand, Vorsitzender. J. Brings. Vereinsnadiriditen ’J. T. V. „Makkabi XV". Am 5. Juli halten wir in unserer Halle eine:: Herzl-Gedenkabeml. . Nach ernsten' einleitenden Worten' unseres Ob- mannes Herrn Schüler, cie von den Versam- . melten stehend aiigehört wurden, sprach der Vor- .- sitzende des Deutscliösterreichischen Vereines der jüdischen Turnerschaft Herr Dr. Schiff mann über die. Bedeutung Herzls und' sein Verhältniszur jüdischen Turnerschaft. Jüdisch-akademische Verbindung ...lordania“. ’ Wien. Wir teilen mit. daß unser a. B. Adolf Jaslowitz am 10. d. M. zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert wurde. — Die von uns im Deutschen Volkstheater veranstaltete Vor- Stellung ergab einen Reinertrag von K 1935.30. Diesen Betrag haben wir auf K 2000.~rerhöht und auf dem Wege des Jüdischen Nationalrates den Pogromopfern zugeführt.; Verein zur wissenschaftlichen Erforschung Palästinas. Allseits beginnt das Interesse für Palästina sich zu heben und in weiteste Kreise zu. : dringen. Engländer. Franzosen. Deutsche usw. haben seit vielen Jahren Gesellschaften, die. sich die wissenschaftliche Erschließung Palästinas zur Aufgabe gestellt haben. Nur das jüdische Volk, nur jüdische Gelehrte haben in dieser Richtung so gut wie nichts für Palästina getan, obwohl gerade . wir an diesen Arbeiten das größte Interesse haben sollten. Die Unterzeichneten richten an alle jene, die gewillt sind, an der wissenschaftlichen Er---' Schließung Palästinas mitzuarbeiten, den Apell. ihre Namenu nd Adressen zwecks Gründung einer : ..Filiale Wien des Vereines zur Erforschung Pa-; lästinas in Jerusalem“ bekanntzugeben. Dr. Emil Stein m. p. Dr. A. Braver m. d. — Zuschrif-- ten wollen an das Palästina-Amt Wien. II.. Zirkus- . Kasse 33. gerichtet werden 1 . ' Hebräische Kurse. Anmeldungen zum Beifritt zu den von der Zionistischen BezirKssektion Alsergrund zu . errichtenden hebräischen Kursen . werden täglich in. eigenem Lokale, IX., Lichten- . steinstraße ll, Tür 13, zwischen 4 bis. 6 Uhr nachmittags, entgegengenommen. - Ankündigungen . Kulturverband „Jabne“. „Rede- und Lesehalle, IX.. Türkenstraße 9. Sonntag, den 20. d. M.'.; 4 Uhr nachmittags. Dr. N. Goldstein: ..Seminar für jüdisches Recht. (Ehehindernisder Fremdheit.) ■— Donnerstag, den' 24. d. M.'. 6 Uhr 'abends, Dr. A. Kamin ka: „Kurs über die. späteren Propheten (Jesaias). — Gäste willkommen. '; ' Zionistische Sektion - Brigittenau. Anläßlich der 15. Wiederkehr, des Todestages .unseres unvergeßlichen großen Führers Theodor Herzl am 20. Tamus. finden u. a. folgende Veranstaltungen statt: 1. Freitag, den 18. d. M„ 7 Uhr abends, unmittelbar vor Mincha. Jahrzeitandacht, im Tempel Kluckygasse. 2. Sonntag, den 20. d. M., 10 Uhr vormittags Gang/zum Grabe HCrzls. Treffpunkt: 1410 Uhr vormittags bei der Hochschule für Bodenkultur (Endstation der 40er-Linie). 3. Montag. den 21. d. M.,-7 Uhr abends Herzl- und Nationalföndsabend im Saale zum „Goldenen Schiff“, XX., Treustraße 74. mit reichhaltigem Programm. Karten zum Preise von IC 2.— und K 5.— im Sektionslokal. XX.. Karl Meiseistraße 5/1. zu haben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.